Im April 2009 wurde in den Sana Kliniken Sommerfeld das Institut für Musikermedizin Berlin-Brandenburg gegründet.
Wenn ein Patient zu Dr. Anke Steinmetz in die Sprechstunde kommt, dann muss er sein Instrument mitbringen. Denn nur so kann die Ärztin den Einfluss des Instrumentalspiels auf die Schmerzen des Musikers erkennen. „Musiker geraten durch einseitige Belastungen beim Instrumentalspiel häufig in Fehlhaltungen, welche zu chronischen Schmerzen führen können“, sagt die Institutsleiterin Dr. Anke Steinmetz, die auch ein Violin-Studium absolviert hat und deshalb genau weiß, wovon sie spricht. Gerade klassische Musiker seien häufig einem Perfektionszwang ausgesetzt, der zu Verspannungen führt.
Viele Berufsmusiker spielen ihr Instrument von Kindesbeinen an und oft viele Stunden am Tag. „Bis zu 63 Prozent aller Musikstudenten haben bereits vor Abschluss des Studiums Schmerzen, bei den Berufsmusikern sind es dann sogar bis zu 82 Prozent“, zitiert Dr. Anke Steinmetz aus amerikanischen Studien. Dazu gehören etwa Veränderungen der Zahnstellung sowie Nervendruckschädigungen durch Mundstücke bei Bläsern oder Überlastungen der Wirbelsäule durch verschiedenste Instrumente wie beispielsweise Violine, Querflöte oder Fagott.
Um die fachspezifische Behandlung für Musiker zu verbessern, ist nun mit dem Sommerfelder Institut für Musikermedizin ein Fachzentrum für Instrumentalisten mit orthopädischem Behandlungsschwerpunkt gegründet worden. Die Sana-Kliniken gehören damit bundesweit zu den ersten Klinikträgern, die speziell Musiker behandeln – die bereits existierenden Institute sind meist an die Musikhochschulen angebunden. Das Institut ist der Klinik für Manuelle Medizin unter Leitung von Chefarzt Dr. Wolfram Seidel angegliedert, wo Ärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Psychologen multimodal eng zusammenarbeiten, individuelle Behandlungskonzepte entwickeln und zu ergonomischen Fragestellungen beraten.