
Auch Kinder können unter gravierenden Schlafstörungen leiden.
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sind 21 bis 37 Prozent aller Kinder von gravierenden Schlafstörungen betroffen. Reizüberflutung durch Medien oder Computerspiele, unverarbeitete Tageserlebnisse, Konflikte in Schule und Familie sind häufig die Ursachen. Oft lassen sich diese von außen ausgelösten Schlafstörungen durch „schlafhygienische Maßnahmen“ beseitigen, etwa durch das Einhalten fester Schlaf-Wach-Zeiten und konstante Einschlafrituale.
Bei etwa drei Prozent der Kinder im Kleinkindesalter wird als Ursache einer Schlafstörung allerdings das obstruktive Schlafapnoesyndrom diagnostiziert – mit derselben Wirkung wie bei Erwachsenen. Betroffene Kinder werden zum Teil mit der nasalen Überdruckbeatmung (CPAP) und/oder Medikamenten versorgt. Ist die Ursache der Schlafapnoe eine Vergrößerung der Rachen- oder Gaumenmandeln, kann eine Operation helfen.
„Schlafstörungen sind ein ernstzunehmendes Problem, das zunehmend auch Kinder und Jugendliche betrifft“, betont Professor Dr. Volker Hesse, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Lindenhof des Sana Klinikums Lichtenberg. „Mit moderner Technik ist es heute aber möglich, Schlafstörungen zuverlässig zu diagnostizieren und erfolgreich zu therapieren.“ Seit Oktober 2001 betreibt seine Klinik dazu in Kooperation mit der Klinik für Innere Medizin II – Kardiologie ein modernes Schlaflabor. Im Juli 2005 wurde es als zweites Kinder-Schlaflabor in Berlin von der DGSM akkreditiert. Über 800 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren wurden dort inzwischen mittels Polysomnografie untersucht und behandelt. Mit einem mobilen Aufzeichnungsgerät ist es zudem möglich, Polysomnografien bei Frühgeborene auf der neonatologischen Station oder bei sehr kranken Kindern auf der Intensivstation durchzuführen.