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ALS – Amyotrophe Lateralsklerose

Während der Schlaganfall inzwischen als „Volkskrankheit“ bezeichnet werden muss, sind andere neurologische Erkrankungen eher selten – für die Betroffenen damit aber noch problematischer, weil es kaum Spezialisten gibt. ALS ist solch ein Krankheitsbild.

Bei ALS-Patienten fällt nach und nach die Motorik aus, bis sie zum Schluss nicht mehr selbstständig atmen und schlucken können. In Deutschland erkranken jährlich rund 1.200 Menschen neu daran. Nach Ausbruch der Krankheit haben sie meist nur noch zwei bis vier Jahre zu leben. Ein bundesweit führendes Behandlungszentrum für ALS hat Professor Dr. Albert Ludolph aufgebaut. Der Ärztliche Direktor der Neurologie an den Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm und sein Team behandeln pro Jahr rund 500 ALS-Fälle. Seit rund 30 Jahren forscht der Ulmer Neurologe nach den Ursachen der Erkrankung und nach wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Noch vor 15 Jahren habe es keinerlei Therapiemöglichkeiten gegeben, so Professor Ludolph, inzwischen gebe es immerhin ein Medikament, das den Patienten einige zusätzliche Lebensmonate schenke. Darüber hinaus werden die Patienten vor allem mit Hilfsmitteln versorgt, die ihnen Mobilität und Kommunikation ermöglichen, bis hin zu Atemunterstützung und künstlicher Ernährung. Professor Ludolph schätzt, dass in zehn bis 15 Jahren ALS ebenso behandeln werden kann, wie heute Schlaganfall oder Multiple Sklerose.