Schlafmediziner untersuchen die Folgen nicht erholsamen Schlafs.
Nicht erholsamer Schlaf kann zu Schlaflosigkeit oder Tagesmüdigkeit führen. Mit gravierenden Folgen: Immer wieder werden tödliche Verkehrsunfälle durch Übermüdung und Einschlafen am Steuer verursacht. Die Ursachen für Schlafstörungen erforschen Schlafmediziner im Schlaflaboren. Eine besondere Rolle unter den Ursachen für den nicht erholsamen Schlaf bilden schlafbezogene Atmungsstörungen und hier vor allem die obstruktive Schlafapnoe: Während des Schlafes erschlafft die weiche Schlund- und Mundbodenmuskulatur. Der Rachen und damit die oberen Atemwege werden so mehr und mehr verschlossen. Lautes Schnarchen ist das erste Anzeichen dafür. Die oberen Atemwege sind schließlich ganz verschlossen und die Atmung setzt aus. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, was schließlich zu einer für das Überleben notwendigen Aufwachreaktion führt. Der Schlafende schreckt auf, die oberen Atemwege öffnen sich wieder und er kann Luft holen. Der Patient wird dabei häufig nicht bewusst wach und schläft für einige Atemzüge ruhig weiter – bis zum nächsten Atemstillstand. Dieser Vorgang kann sich hunderte Male pro Nacht wiederholen, wobei der Atemstillstand länger als eine Minute andauern kann.
Wegen der ständigen Schlafunterbrechungen durch Atemstillstände und die vom Gehirn ausgelöste Panikreaktion ist bei den Betroffenen die erholsame Tief- und Traumschlafzeit reduziert. Deshalb sind sie tagsüber unkonzentriert, ständig müde und nicken bei jeder Gelegenheit ein. Der ständige Sauerstoffmangel hat zudem Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand. Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und die Risiken für Schlaganfall oder Herzinfarkt nehmen deutlich zu.
Die obstruktive Schlafapnoe ist nicht selten. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie geht davon aus, dass der Anteil therapiebedürftiger Patienten mit schlafbezogenen Atmungsstörungen in Deutschland etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung beträgt. Dies entspricht einer Zahl von 800.000 bis 1.600.000 behandlungsbedürftiger Erkrankter. Männer sind etwa vier Mal häufiger betroffen als Frauen. Andere Quellen gehen von 2,5 Millionen Betroffenen in Deutschland aus. Schlafbezogene Atmungsstörungen sind aber nicht nur mit zahlreichen Folgeerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems assoziiert, vielmehr führen auch Herzerkrankungen, wie die Herzinsuffizienz, zu Atmungsstörungen im Schlaf.
Zentrales Diagnoseinstrument für die Untersuchung von Atmungsstörungen im Schlaf ist die Polysomnografie. Dabei zeichnen die Schlafmediziner mit Hilfe von Elektroden am Körper des Patienten Parameter des Schlafs wie die Hirnstromkurve, die Augenbewegungen und den Muskeltonus auf. Als weitere Messwerte werden als Parameter der Atmung und der Herzkreislauffunktion die Sauerstoffsättigung, die Atembewegungen des Thorax und des Abdomens, der Luftstrom an Nase und Mund und das Elektrokardiogramm registriert. Außerdem wird der Schlaf des Patienten über eine Videokamera gefilmt. Die Auswertung der Messergebnisse erfolgt dann nach international standardisierten Vorgaben. In leichten Fällen von Schlafapnoe können eine Gewichtsreduktion oder Tipps für den gesunden erholsamen Schlaf als Therapie ausreichen. In schweren Fällen ist dagegen die nasale Überdruckbeatmungsbehandlung in der Regel die Therapie der ersten Wahl. Bei dieser so genannten CPAP-Therapie (continuous positive airway pressure) schläft der Patient mit einer Nasenmaske, über die kontinuierlich ein leichter Überdruck erzeugt wird, wodurch die Atemwege offen gehalten werden. Allerdings müssen die Schlafapnoe-Patienten in der Regel ihr ganzes Leben mit der Überdruckmaske schlafen.