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Revolutionäre OP-Technik

Am Sana Klinikum Berlin-Lichtenberg wurde erstmals im Herbst 2007 bei einer Patientin eine Gallenblase über die Scheide entfernt. Das Sana-Haus ist damit deutschlandweit eine der ersten Kliniken, die diese neuartige OP-Technik einsetzt.

Die Entfernung der Gallenblase ist ein Routineeingriff. In der Regel wird er minimalinvasiv durchgeführt, also nur über kleine Schnitte, ohne eine große OP-Narbe zu hinterlassen. Doch selbst auf diese kleinen Schnitte kann mittlerweile verzichtet werden. Der neueste Weg: die Entfernung von Organen über natürliche Körperöffnungen. Der Zugang erfolgt über Mund, Magen, Dickdarm oder Scheide, Schnitte im Bereich der Bauchdecke und damit auch Wunden werden vermieden. Es ist lediglich ein minimaler Schnitt am Nabel erforderlich, um die Einführung der Instrumente und einer Optik zu kontrollieren. Dieses „Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery“ (NOTES) genannte Operationsverfahren wird erst an wenigen Kliniken angeboten.

Am Sana Klinikum Berlin-Lichtenberg führten Professor Dr. Klaus Gellert, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, und Oberarzt Dr. Jens Burghardt im Oktober 2007 erstmals einen solchen Eingriff durch: Sie entfernten einer Patientin die Gallenblase über die Vagina. Der Eingriff war erfolgreich und wurde seither oft wiederholt. Zudem wurde die OP-Methode inzwischen auch bei Nabelbruch-Operationen sowie bei der Entfernung von Blinddärmen und größeren Darmresektaten eingesetzt.

Die NOTES-Methode erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Chirurgen und Gynäkologen bzw. Chirurgen und Gastroenterologen – je nachdem, welcher Zugang gewählt wird. Zudem sind für die NOTES-Methode neben hoher Fachkompetenz auf dem Gebiet der minimalinvasiven Chirurgie auch eine besondere Ausbildung und spezielle Instrumente nötig. Doch der erhöhte Aufwand lohnt sich, vor allem für die Patienten. Dadurch, dass keine Schnitte in der Bauchdecke notwendig sind und somit keine Wunden entstehen, hat der Patient auch keine Schmerzen mehr. Zudem entfallen Komplikationen wie Infektionen und spätere Narbenbrüche, was zu einer noch schnelleren Mobilisierung führt. Positiv ist natürlich auch der ästhetisch-kosmetische Effekt, da die Bauchdecke nach der Operation keine Narben aufweist.

Die Kompetenz, über die Professor Gellert und Dr. Burghardt inzwischen in Sachen NOTES verfügen, haben sie bereits weitergegeben. Im April 2008 hatten sie interessierten Fachärzte an das Sana Klinikum Lichtenberg zum 1. Berliner NOTES-Tag eingeladen, eine von der Ärztekammer Berlin zertifizierte Fortbildungsveranstaltung.

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