Zwei hoch moderne Methoden stehen der Klinik für Pneumologie am Stuttgarter Krankenhaus vom Roten Kreuz zur Verfügung: das Navigationssystem und die Kryosondentechnologie.
Das Bronchialkarzinom gehört zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Die Mehrzahl der Läsionen allerdings ist in den peripheren Lungenbereichen lokalisiert, wo die herkömmlichen diagnostischen Verfahren häufig versagen. An der Stuttgarter Lungenklinik am Krankenhaus vom Roten Kreuz verfügt der Chefarzt, Privatdozent Dr. Martin Hetzel, über ein neuartiges elektromagnetisches Navigationssystem zur exakten bronchoskopischen Diagnostik in der Peripherie der Lunge. „Patientenbelastende Wiederholungsuntersuchungen sowie unnötige invasive Eingriffe können dadurch vermieden werden“, so Hetzel. Das minimalinvasive Verfahren basiert auf einer Kopplung von CT-Bildern und Endoskopie. Somit wird ein dreidimensionales Bild erzeugt, mit dessen Hilfe der Arzt in der Lunge des Patienten navigieren kann. Über die Navigationssonde kann dann ein Katheter eingeführt werden, über den Gewebeproben entnommen werden können. „Diese medizinische Innovation ist einer der größten Fortschritte in der nicht-invasiven Abklärung von Lungenerkrankungen“, erklärt Dr. Hetzel. Auch für Biopsien steht der Klinik für Pneumologie ein innovatives Verfahren zur Verfügung. Dazu haben Dr. Hetzel und sein Team eine spezielle Kältesonde entwickelt. Dabei wird Tumorgewebe nicht wie in herkömmlicher Weise mit einer Zange entnommen, sondern mit Hilfe der Kryosonde tiefgefroren. Es klebt an der Sondenspitze fest und kann entnommen werden. Hetzel: „Damit gewinnen wir schockgefrorenes Biopsiematerial, das sich besser für die feingewebliche Untersuchung eignet.“