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Time is Brain: Geplanter Behandlungsablauf Schlaganfall

Beim Schlaganfall ist die Zeit der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Therapie. Werden die Patienten auf einer der spezialisierten Stroke Units behandelt, können die Folgen weiter gemildert werden. Mit dem "Geplanten Behandlungsablauf" zur Schlaganfalldiagnostik und -therapie sorgen die Ärzte der Kliniken im Sana-Verbund für Therapiesicherheit.

Der Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, der schnellstmögliches Handeln erfordert. Mit jeder Minute, in der Teile des Gehirns unzureichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden, sterben Nervenzellen ab. Neurologen benötigen inzwischen für alle notwendigen Untersuchungen nur noch 15 bis 30 Minuten vom Eintreffen des Patienten mit dem Notarztwagen im Krankenhaus bis zum Beginn einer Lysetherapie. Dennoch kommen viele Patienten zu spät. Sind drei Stunden seit den ersten Schlaganfallsymptomen verstrichen, ist eine Lysetherapie nicht mehr möglich.

Netz von Schlaganfalleinheiten

Um die rasche und effektive Versorgung von Patienten nach einem Schlaganfall zu verbessern, wurden in Deutschland nahezu flächendeckend vor allem an Neurologischen Kliniken Schlaganfalleinheiten, die so genannten Stroke Units, eingerichtet. Der Erfolg dieser Spezialstationen ist inzwischen messbar: Wer nach einem Schlaganfall auf einer Stroke Unit behandelt wird, der hat auch nach zehn Jahren noch eine im Durchschnitt um zehn Prozent verminderte Mortalität, lautet ein zentrales Ergebnis aktueller Langzeitstudien. Zudem fallen die Schlaganfallfolgen durch die effektive Akuttherapie deutlich geringer aus. Gründe hierfür sind zum einen die Lysetherapie, die zu einer wesentlichen Verminderung der Behinderung beiträgt und die fast ausschließlich in den Stroke Units durchgeführt wird. Zum anderen sorgt die engmaschige Überwachung auf der Station mit speziell hierfür geschultem Personal auch für deutlich weniger Komplikationen. Und schließlich helfen die sehr früh einsetzenden therapeutischen Maßnahmen im Rahmen der Frührehabilitation Schlaganfallfolgen zu mildern. Diabetesentgleisungen, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufdysregulationen, Infekte und vor allem Pneumonien sind die wichtigsten Komplikationen, die durch das Monitoring auf der Stroke Unit vermindert werden.

Geplanter Behandlungsablauf

Das Konzept der Schlaganfallbehandlung auf den Stroke Units folgt anerkannten medizinischen Leitlinien. Um Diagnostik und Therapieverfahren weiter abzusichern, wurde im Sana-Verbund der Geplante Behandlungsablauf „Akut- und Post-Akut-Behandlung von Patienten mit TIA und Schlaganfall“ entwickelt und nach einer Konsensuskonferenz verbindlich eingeführt. Dieser Geplante Behandlungsablauf ist ein in dieser Form erstmals von einer Klinikengruppe erarbeitetes Instrument, das alle für einen Schlaganfallpatienten erforderlichen Maßnahmen im Detail zusammenfasst. Von der Erstdiagnostik, über die Lysetherapie bis zur Organisation der Reha-Maßnahmen und den Informationsgesprächen mit Patienten und Angehörigen ist alles auf den Tag genau festgelegt und mit Behandlungszielen hinterlegt. Ärzte, Pflegekräfte und alle Co-Therapeuten wissen zu jeder Zeit, was zu tun ist. Durch die genauen Vorgaben sind zudem die Reaktionszeiten in der Praxis geringer. Die Krankenschwester, die bei einem Patienten Fieber registriert, darf und soll sofort selbständig Maßnahmen einleiten. Sie muss nicht erst den Arzt fragen, ihn anschließend aber informieren. Zudem muss nicht mehr bei jedem Patienten neu entschieden werden, jeder Assistenzarzt weiß immer genau, was zu tun ist. Und auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die neu auf die Stroke Unit kommen, helfen die Standards des Geplanten Behandlungsablaufes, immer sofort das Richtige zu tun.

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