Wenn Kliniken privatisiert werden, ist dies nicht immer nur der Ausweg aus einer wirtschaftlichen Notlage. Dies zeigt der Verkauf von 51 Prozent der Anteile an den Kliniken und Senioreneinrichtungen der Stadt Düsseldorf. Die Stadtväter holten sich mit Sana einen finanzstarken und versierten Partner mit ins Boot. Mit 49 Prozent will die Stadt weiterhin an der geplanten positiven Geschäftsverbindung teilhaben.
Es war eine strategische Entscheidung: Statt den Verlust angestammter städtischer Aufgaben einzuläuten, wollten die Stadtväter die städtischen Unternehmen, die bisher noch mit einem leichten operativen Defizit arbeiteten, Schritt für Schritt in die Gewinnzone führen – zum Nutzen von Patienten, Mitarbeitern und auch des Steuerzahlers.
Mit dem Verkauf der Anteilsmehrheit an den "Kliniken und Senioreneinrichtungen der Landeshauptstadt Düsseldorf" mit insgesamt 641 Betten an zwei Standorten (Düsseldorf-Benrath und Düsseldorf Gerresheim) haben sie dafür zwei wichtige Voraussetzungen geschaffen: Einerseits ist die Stadt durch den Verkaufserlös nun schuldenfrei und damit wieder uneingeschränkt handlungsfähig, andererseits hat das Management des Klinikbetriebs durch den Einstieg von Sana die Erfahrung und das Wissen eines der großen der Branche für sich verfügbar gemacht.
Durch die Privatisierung wurde vom bisherigen Träger also der Grundstein für eine positive Weiterentwicklung der Kliniken und Senioreneinrichtungen gelegt. Die gewonnenen Zukunftsperspektiven geben dem Haus und allen Mitarbeitern neue Kraft: Neben dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für fünf Jahre und der Übernahme der Verbindlichkeiten des Unternehmens ist auch ein umfangreiches Investitionspaket zur grundlegenden Modernisierung der Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen Bestandteil der Vereinbarungen zwischen der Stadt und der Sana Kliniken AG. Auf der Leistungsseite sorgt eine unmittelbar eingeleitete umfassende Neuausrichtung des medizinischen Spektrums für eine hohe Marktnähe – dafür stehen unter anderem die Gründung von medizinischen Zentren. Dies wird den Häusern neue Patientenpotentiale erschließen.
Wie werden die Investitionen finanziert?
Die von Stadt und Sana gewollte Restrukturierung und Sanierung erfordert neben medizinischem, betriebswirtschaftlichem und organisatorischem Know-how, bei dem sich die Konzernsicht von Sana und die regionale Marktkenntnis der Mitarbeiter der Kliniken sehr nutzbringend ergänzen, vor allem eines: ausreichende Finanzmittel. Hier hat der von der Sana Kliniken AG entwickelte Finanzierungsplan eine solide Grundlage geschaffen. Als neuer Mehrheitsgesellschafter wird Sana innerhalb von zehn Jahren insgesamt 60 Millionen Euro aus Eigenmitteln für den Ausbau der Kliniken und Seniorenheime aufbringen.
Solches Engagement findet Anerkennung, auch bei den Mitarbeitern: Die Bereitschaft zu Veränderungen ist ein Effekt, der so ohne Privatisierung nur schwer vorstellbar gewesen wäre. Damit spricht alles dafür, dass die strategische Entscheidung der Stadtväter der Beginn einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung war.