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Privatisierung als Königsweg?

von Dr. Michael Philippi, Vorstandvorsitzender der Sana Kliniken AG

Als Vorstandsvorsitzender eines der großen privaten Klinikunternehmen in Deutschland werde ich oft mit der kritischen Frage konfrontiert, warum Private eigentlich die besseren Krankenhausmanager sein sollen. Meine ehrliche Antwort darauf lautet stets: Sie sind es nicht – zumindest nicht per se. Diese Aussage löst regelmäßig großes Erstaunen aus. Denn häufig gerieren sich "die Privaten", als seien sie im ausschließlichen Besitz des Wissens um den allein selig machenden Weg erfolgreicher Krankenhausführung.

Diesen Dünkel pflegen wir bei Sana nicht. Denn wir erleben bei unseren Gesprächspartnern auf kommunaler Seite sehr häufig Persönlichkeiten mit fundiertem betriebs- und gesundheitswirtschaftlichem Know-how, die ihre Einrichtungen mit hohem Engagement und Geschick führen. Die Vorteile einer privaten Trägerschaft von Krankenhäusern sind nämlich keine Charakterfrage und auch keine Frage fachlicher Defizite. Die Probleme, mit denen sich öffentliche Träger von Krankenhäusern massiv konfrontiert sehen, haben vielmehr systemische Ursachen.

An den Kernproblemen des Systems ansetzen

Deshalb gilt es, mit den Veränderungen am System anzusetzen. Kernpunkt ist die Auflösung des Investitionsstaus, der in vielen Kliniken durch das faktische Ende der dualen Finanzierung verursacht wird. Ein zweiter entscheidender Faktor ist die Lösung aus der Abhängigkeit von krankenhausfremden kommunalpolitischen Einflüssen, die kaum steuerbar sind. Hier kann privates Kapital den Teufelskreis von schlechter Mittelausstattung der Kliniken, sinkender Leistungsfähigkeit, dadurch weiter zurückgehenden Patientenzahlen und Erlösen sowie dem Fehlen unternehmerischer Handlungsfreiheiten durchbrechen.

Privat ist nicht gleich privat

Dabei ist Privat nicht gleich Privat: Schließlich gibt es genügend Beispiele für privatwirtschaftliches Scheitern, ökonomisch wie ethisch. Daher kommt es für privatisierungswillige Träger darauf an, nicht nur einen privaten Investor mit hoher fachlicher Qualifikation, Erfahrung und Bonität zu finden – sondern im Idealfall auch einen Partner, der in seiner Unternehmenskultur die Ziele einer hochwertigen Patientenversorgung glaubwürdig verankert.

Damit bin ich schließlich doch bei einem nachdrücklichen Plädoyer für die Privatisierung angelangt – jedoch nicht als abstrakt postuliertem Königsweg, sondern für eine den individuellen Gegebenheiten Rechnung tragende Privatisierung, das heißt für ein partnerschaftliches, vertrauensvolles Zusammenwirken von öffentlicher Verantwortung und privatem Unternehmertum. So können die Möglichkeiten des privaten Kapitaleinsatzes sinnvoll genutzt werden, um Krankenhäuser langfristig leistungsfähig zu erhalten.

KTQ - KTQ-Reha - DIN ISO
Nahezu alle Einrichtungen im Sana-Verbund sind inzwischen zertifiziert.