Wenn Kliniken privatisiert werden, ist dies nicht immer nur der Ausweg aus einer wirtschaftlichen Notlage. Dies zeigt der Verkauf von 51 Prozent der Anteile an den Kliniken und Senioreneinrichtungen der Stadt Düsseldorf. Die Stadtväter holten sich mit Sana einen finanzstarken und versierten Partner mit ins Boot.
Es war eine strategische Entscheidung: Statt den Verlust angestammter städtischer Aufgaben einzuläuten, wollten die Stadtväter die städtischen Unternehmen, die bisher noch mit einem leichten operativen Defizit arbeiteten, Schritt für Schritt in die Gewinnzone führen – zum Nutzen von Patienten, Mitarbeitern und auch des Steuerzahlers. Mit dem Verkauf der Anteilsmehrheit an den "Kliniken und Senioreneinrichtungen der Landeshauptstadt Düsseldorf" haben sie dafür zwei wichtige Voraussetzungen geschaffen: Einerseits ist die Stadt durch den Verkaufserlös nun schuldenfrei, andererseits hat sie durch den Einstieg von Sana die Erfahrung und das Wissen eines der Großen der Branche für sich verfügbar gemacht.
Durch die Privatisierung wurde vom bisherigen Träger also der Grundstein für eine positive Weiterentwicklung der Einrichtungen gelegt. Neben dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für fünf Jahre und der Übernahme der Verbindlichkeiten des Unternehmens ist auch ein umfangreiches Investitionspaket zur grundlegenden Modernisierung der Häuser Bestandteil der Vereinbarungen zwischen Stadt und Sana. Auf der Leistungsseite sorgt eine unmittelbar eingeleitete umfassende Neuausrichtung des medizinischen Spektrums für eine hohe Marktnähe – dafür steht unter anderem die Gründung von medizinischen Zentren.
Die von Stadt und Sana gewollte Restrukturierung und Sanierung erfordert vor allem eines: ausreichende Finanzmittel. Hier hat der von Sana entwickelte Finanzierungsplan eine solide Grundlage geschaffen. Als neuer Mehrheitsgesellschafter wird Sana innerhalb von zehn Jahren 60 Millionen Euro aus Eigenmitteln für den Ausbau der Einrichtungen aufbringen.
Das findet Anerkennung, auch bei den Mitarbeitern: Die Bereitschaft zu Veränderungen ist ein Effekt, der ohne Privatisierung so nur schwer vorstellbar gewesen wäre. Damit spricht alles dafür, dass die strategische Entscheidung der Stadtväter der Beginn einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung war.