Als Stadtdirektor der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens hat Helmut Rattenhuber den Prozess der Teilprivatisierung der ehemals Städtischen Kliniken Düsseldorf wesentlich mitgestaltet. Wir sprachen mit ihm über seine Erfahrungen mit dem Partner Sana.
Was erwarten Sie vom Engagement der Sana Kliniken AG in Düsseldorf?
Rattenhuber: Vor allem eine Verbesserung der wirtschaftlichen und medizinischen Situation in beiden Häusern, den Erhalt der Arbeitsplätze und die möglichst schnelle Umsetzung der vereinbarten Neubaumaßnahmen in Gerresheim. Die Investitionen insbesondere in Gerresheim in Klinik und Altenpflegeheim in Höhe von rund 60 Millionen Euro sind aus unserer Sicht notwendig und wichtig.
Sana hat konkrete Pläne zur Weiterentwicklung der Kliniken entwickelt. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?
Rattenhuber: Die einzelnen medizinischen Maßnahmen – Stärkung der Kardiologie und der Geriatrie in Benrath, Stärkung der Gynäkologie und Ausweitung des Brustzentrums in beiden Häusern sowie die Bildung von Darm- und Gefäßzentren durch eine intensivere Zusammenarbeit – sehe ich positiv. Die Marktanalyse, die die Möglichkeit der Behandlung von zusätzlichen Patienten aufzeigt, hat bei Sana zu der Entscheidung geführt, diese Potenziale zu nutzen. Dies wird aus meiner Sicht sowohl für die wirtschaftliche Situation der Häuser als auch für die Arbeitsplätze eine gute Basis sein.
Sana hat bereits eine ganze Reihe von konkreten Maßnahmen ergriffen und andere eingeleitet. Wie ist Ihre Einschätzung zum bisherigen Vorgehen?
Rattenhuber: Die Vorbereitung der Baumaßnahmen und die Bemühungen zur Besetzung der Chefarztstellen sind in Ordnung, obwohl es bei der Auswahl der Ärzte durch kurzfristige Absagen Verzögerungen gab. Die vertraglichen Vereinbarungen sind bisher von Sana eingehalten worden, die Zusammenarbeit mit der Stadt war bisher gut. Verbesserungspotenzial sehe ich bei der Information der Betroffenen und in der Öffentlichkeitsarbeit. Bessere frühzeitige Informationen werden die Akzeptanz der Betroffenen erhöhen und negative Diskussionen in der Öffentlichkeit verhindern.