Spezielle Schmerztherapie

Spezielle SchmerztherapieWelche Therapien bei chronischen Schmerzen helfen

Etwa zehn bis zwölf Millionen Deutsche leiden an chronischen Schmerzen. Bei ungefähr zwei bis vier Millionen sind die Schmerzen so ausgeprägt, dass sie zu deutlichen Beeinträchtigungen im Alltag und im Berufsleben führen. Folgen sind unter anderem sozialer Rückzug, Niedergeschlagenheit, Depressionen oder auch Medikamentenfehlgebrauch. Dr. Edgar Bauderer, Chefarzt der Anästhesie und Schmerztherapie der Sana Kliniken Bad Wildbad, zeigt auf, welche Auswege es aus dieser Schmerzspirale gibt.

Sind Schmerzmittel das Allheilmittel?
Die meisten Patienten mit chronischen Schmerzen nehmen bereits über einen längeren Zeitraum Schmerzmittel ein. Es gibt chronische Schmerzpatienten, die medikamentös stabil eingestellt werden können. Häufig ist es aber so: Je länger die Schmerzen andauern, umso geringer ist der Effekt – und darüber hinaus steigt das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen. Bei längerfristiger Schmerzmitteleinnahme können die Medikamente sogar zu einer Schmerzverstärkung führen.

Was hilft denn dann?
Zunächst ist immer eine umfassende Diagnostik erforderlich, mit ausführlicher Anamnese, einem körperlichen Befund unter Berücksichtigung der bislang erfolgten Untersuchungen. Es ist wichtig zu erkennen, welche Faktoren zu einer Chronifizierung beitragen. Die Therapie bei chronischen Schmerzen basiert auf einem bio-psycho-sozialen Schmerzverständnis, sodass häufig ein multimodaler interdisziplinärer Therapieansatz die besten Ergebnisse für den Patienten ermöglicht. Die Einbindung und Information des Patienten über das Therapiekonzept halte ich für sehr wichtig. Bei chronischen Schmerzpatienten ist dann häufig auch eine Reduktion der Medikamenteneinnahme möglich.

Welche Voraussetzungen müssen bei einer multimodalen Schmerztherapie, also einer kombinierten Behandlung, gegeben sein?
Als Voraussetzungen zur stationären multimodalen Schmerztherapie müssen mindestens drei der folgenden Kriterien zutreffen: manifeste oder drohende Beeinträchtigung der Lebensqualität und/oder der Arbeitsfähigkeit des Patienten, Fehlschlag einer vorherigen unimodalen Schmerztherapie, eines schmerzbedingten operativen Eingriffs oder einer Entzugsbehandlung, Medikamentenabhängigkeit oder -fehlgebrauch, schmerzunterhaltende psychische Begleiterkrankung, gravierende körperliche Begleiterkrankung. Die Dauer der stationären Behandlung beträgt bei uns in der Klinik durchschnittlich zwei bis drei Wochen.

Wo kann ich mich über Schmerztherapie informieren?
Es gibt mittlerweile zahlreiche Webseiten und Apps zu häufigen chronischen Schmerzerkrankungen, beispielsweise zu Kopfschmerzen und Rückenschmerzen, mit erheblichen qualitativen Unterschieden. Die Kontaktaufnahme zu einer Selbsthilfegruppe kann ein Weg sein, um sich zu informieren und sich mit Betroffenen auszutauschen. Hier können häufig auch die Krankenkassen mit Adressen weiterhelfen. Generell halte ich das Gespräch mit dem behandelnden Arzt für entscheidend.

Welche Schmerzformen werden in Ihrer Klinik beziehungsweise Ambulanz behandelt?
Alle chronischen Schmerzzustände, am häufigsten sind dabei Schmerzen im Bewegungsapparat, Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Nervenschmerzen wie zum Beispiel Neuropathien, Kopfschmerzen und Tumorschmerzen. Patienten, die sich für einen Termin in der Schmerzambulanz interessieren, sollten telefonisch Kontakt mit dem Sekretariat der Schmerzambulanz aufnehmen.

Kontakt

Sana Dr. med. Edgar Bauderer

Dr. Edgar Bauderer

Chefarzt der Anästhesie und Schmerztherapie, Sana Kliniken Bad Wildbad

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