Bad Wildbad

Konzentration auf Quellenhof – Rückzug aus akut-stationärem Angebot Sana und der Landkreis Calw befinden sich in konstruktiven Gesprächen zur Übernahme der Mitarbeiter

Nach zuletzt schwierigen Jahren, die von beschleunigtem Patientenrückgang, politischer Überregulation auf Bundesebene und dem konstant anhaltenden Trend zur Ambulantisierung geprägt waren, wird die akut-stationäre Versorgung in der Klinik und dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Bad Wildbad zum 31. Juli 2022 eingestellt. Von dieser Maßnahme unberührt bleibt das ebenfalls in Bad Wildbad betriebene Neurologische Rehabilitationszentrum Quellenhof (NRQ). Zur Sicherung der Arbeitsplätze der Mitarbeiter der Klinik und des MVZ zeichnet sich nach sehr konstruktiven Gesprächen mit dem Landkreis Calw mittlerweile ab, dass die Kreiskliniken Calw gGmbH die Anteile der Sana Klinik Bad Wildbad GmbH übernehmen könnte. Dazu sind zuvor noch einige Schritte nötig. Der Calwer Kreistag hat dem Vorgehen in einer Sondersitzung am 25. April zugestimmt.

„Unsere Zielsetzung war und ist es, sowohl für die Mitarbeitenden der Klinik und des MVZ, als auch für die Patienten in Bad Wildbad, eine tragfähige Lösung im Sinne eines Auffangkonzepts zu finden. Hierfür böte die gesellschaftsrechtliche Verschmelzung der Sana Klinik Bad Wildbad GmbH und des MVZ auf die Kreiskliniken Calw gGmbH noch vor der Schließung die beste Perspektive. Die Versorgung im Landkreis Calw könnte weiter über die Kreiskliniken auf hohem medizinischen Niveau sichergestellt werden, und durch eine Verschmelzung würde die Kreiskliniken Calw gGmbH als Rechtsnachfolger in alle bestehenden Verträge, einschließlich der Arbeitsverträge, eintreten, so dass der Fortbestand der Arbeitsverhältnisse der Klinikmitarbeiter sowie der Mitarbeiter des MVZ abgesichert wäre“, erläutert Andreas Ruland, Regionalgeschäftsführer der Sana Kliniken AG.

„Der Schritt, sich nach langer Zeit aus dem akut-stationären Angebot in Bad Wildbad zurückzuziehen, fällt uns nicht leicht, doch wir sind zuversichtlich, dass unsere im vergangenen Jahr angestoßene Prüfung eines veränderten Standortkonzeptes nun hoffentlich zu dem Ergebnis führen kann, dass allen Mitarbeitern eine klare Weiterbeschäftigungsperspektive aufgezeigt werden könnte“, erklärt Andreas Ruland.

Sana hat in den vergangenen Jahren immer daran gearbeitet, den stationären Betrieb in Bad Wildbad aufrecht zu erhalten. Doch trotz erheblicher Investitionen in eine neue Immobilie und der Neuausrichtung des medizinischen Angebotes hat sich die Patientennachfrage nicht nachhaltig erhöht.

Starker Rückgang der Patientenzahlen

„Am gravierendsten ist die bereits seit einigen Jahren zu verzeichnende sinkende Auslastung im stationären Bereich der seit langem etablierten Fachbereiche für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie. Zwar haben wir auf diese Entwicklungen reagiert, immer wieder strukturelle Veränderungen vorgenommen und neue Fachbereiche etabliert, doch letztendlich ist es nicht gelungen, diesem Trend wirksam entgegenzuwirken. Erschwerend kommt hinzu, dass das Klinikum über keine Intensivstation verfügt und die Notaufnahme nicht die gesetzlichen Voraussetzungen zur Basisnotfallversorgung erfüllt. Die Orthopädie ist leider zudem durch Personalwechsel im Jahr 2021 praktisch komplett zum Erliegen gekommen“, führt Andreas Ruland weiter aus. Zudem gelinge es auch nicht mehr, genügend qualifizierte Fachkräfte für den Klinikstandort Bad Wildbad zu gewinnen.

Gesetzgeberische Vorgaben für kleine Kliniken nehmen immer weiter zu

Doch auch die gesetzgeberischen Vorgaben, die die Zukunftsfähigkeit kleinerer Krankenhäuser der Grundversorgung hochproblematisch machen, haben letztlich gleichermaßen zu der Entscheidung beigetragen, den akut-stationären Klinikbetrieb in Bad Wildbad einzustellen. Zu nennen sind hier beispielsweise Pflegepersonaluntergrenzen, Mindestmengenvorgaben oder Vergütungsabschläge in der Notfallversorgung sowie die Ausgliederung der Pflege aus dem DRG-System.

Sana konzentriert sich auf Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof

Von dieser Entwicklung ausgenommen ist das Neurologische Rehabilitationszentrum Quellenhof, das seit vielen Jahren große überregionale Bedeutung genießt. „Der Quellenhof verfügt seit seiner Inbetriebnahme 1996 über einen exzellenten Ruf bei der Versorgung von Patienten mit neurologisch-rehabilitativem Behandlungsbedarf in der Region und weit darüber hinaus. Diese Kompetenz in der Gesundheitsregion Schwarzwald wollen wir weiter entschlossen stärken“, so Andreas Ruland abschließend.

 

 

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