Entzündliche GelenkerkrankungenSpondarthritiden

Unter dem Begriff Spondarthritis wird eine Gruppe von entzündlichen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen zusammengefasst. Von der Rheumatoiden Arthritis unterscheiden sich diese Erkrankungen zum einen dadurch, dass im Regelfall weniger Gelenke betroffen sind - nicht selten handelt es sich nur um ein einzelnes Gelenk.

Szintigraphie der Hände und Füße bei einem Patienten mit Spondarthritis. Die ausgeprägte Schwärzung u.a. an den Handgelenken, Mittelfüßen und oberen Sprunggelenken weist auf Entzündung hin. Der Strahlbefall am 4. Finger der linken Hand ist ein besonders charakteristischer Befund bei Spondarthritiden.

Szintigraphie der Hände und Füße

Weitere Merkmale der Spondarthritiden sind entzündliche Veränderungen der Sehnenansätze am Knochen - Insertionstendopathien - und Entzündungen der Wirbelsäule und der Krerz-Darmbeingelenke.

Die wichtigsten Erkrankungen der Spondarthritisgruppe sind

  • die Bechterew-Krankheit (Spondylitis ankylosans)
  • die Psoriasisarthritis (Gelenkentzündung bei der Schuppenflechte)
  • die reaktiven Arthritiden
  • die Arthritis bei der Crohnerkrankung, der Colitis ulcerosa und anderen
  • chronischen Darmentzündungen
  • die undifferenzierten Spondarthritiden.

Bechterew-Krankheit

Die Bechterew-Krankheit wird geprägt durch eine chronische Entzündung der Kreuzdarmbeingelenke und der Wirbelsäule, bei einem Teil der Betroffenen kommt es auch zu Gelenkentzündungen an den Extremitäten. Die Krankheit betrifft vorwiegend Menschen in der ersten Lebenshälfte.

Charakteristischerweise kommt es dabei zum "entzündlichen Rückenschmerz", der nachts und am frühen Morgen besonders intensiv empfunden wird und sich durch leichte Bewegung bessern lässt.

Die Diagnose wird erleichtert durch den Nachweis von HLA-B27 an Blutzellen, eines Erbmerkmals, das bei mehr als 90% der Bechterew-Patienten gefunden wird (aber auch bei Gesunden). Im langfristigen Verlauf führt die Krankheit zu charakteristischen Röntgenveränderungen an der Wirbelsäule und den Kreuz-Darmbeingelenken. In der Frühphase der Krankheit können diese Veränderungen fehlen. Dann können, bei entsprechendem klinischen Verdacht, charakteristischen Veränderungen mittels Kernspintomographie gefunden werden.

Kernspintomographie (STIR Sequenz) der Wirbelsäule bei der entzündlich aktiven Bechterew-Krankheit. Mehrere Halswirbelkörper (Pfeile) weisen helle Signale auf, die auf Entzündung hinweisen.

Kernspintomographie (STIR Sequenz) der Wirbelsäule

Die Grundlage der Behandlung sind intensive Gymnastik und die Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika (Schmerzmedikamente mit einer gewissen antientzündlichen Wirkung). In der Mehrzahl der Fälle lassen sich die Rückenschmerzen damit gut behandeln und schwerwiegende Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule unterbleiben.

Für besonders schwer betroffene Patienten steht die Behandlung mit TNF-Blockern zur Verfügung. Diese unterdrücken die Entzündung an der Wirbelsäule und den Kreuz-Darmbeingelenken und wirken so den Schmerzen und Bewegungseinschränkungen entgegen. TNF-Blocker behandeln auch wirksam begleitende Probleme wie Arthritiden an den Extremitäten und die Regenbogenhautentzündung am Auge (Iridocyclitis), einer häufigen Komplikation der Bechterew-Krankheit. Ähnlich wie bei der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis müssen auch Bechterew-Patienten für die Behandlung mit einem TNF-Blocker sorgfältig ausgewählt und überwacht werden.