Medizinische SchwerpunkteKipptisch-Untersuchung

Der Kipptisch ist ein diagnostisches Verfahren zur Untersuchung von unklaren Ohnmachtzuständen (Synkopen). Unter kontrollierten Bedingungen wird mittels eines Kipptisches eine neurokardiogene Synkope induziert. Dabei wird das Verhalten von Herzfrequenz und Blutdruck beobachtet. Der Patient wird auf einer Liege platziert, mittels eines breiten Bauchgurtes festgeschnallt und mit EKG und kontinuierlicher Blutdruckmessung (Finger-Plethysmographie) überwacht. Dann wird der Tisch mit dem Patienten um 70 bis 80 Grad gekippt, so dass der Patient fast senkrecht steht. Am Fußende verhindert eine Fußplatte ein Abrutschen des Patienten. In dieser passiven Stehhaltung – die wegen der nur gering aktivierten Beinmuskulatur einen starken orthostatischen Stress darstellt – verharrt der Patient bis zum Auftreten einer Synkope oder maximal 45 Minuten.