Multiple SkleroseWie wird Multiple Sklerose behandelt?

Die Multiple Sklerose ist derzeit zwar nicht heilbar, es stehen aber viele medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese werden je nach Krankheitsstadium und Krankheitsverlauf unter Berücksichtiogung der aktuellsten Leitlinienempfehlungen eingesetzt.

Zur Behandlung von akuten Schüben wird zunächst das entzündungshemmende Cortison intravenös als Infusion verabreicht, mit dem Ziel der schnelleren Rückbildung der Symptome.  Bilden sich die Schubsymptome darunter nicht zurück, können diese auch mit Hilfe einer Blutwäsche (Plasmapherese oder Immunadsorption) behandelt werden.

 Für die Prophylaxe, d. h. Verhinderung von Schüben, kommen verschiedene, sogenannte verlaufsmodifizierende Medikamente zum Einsatz: Als Basis-Therapie für die Behandlung der milden/moderaten Verlaufsformen werden überwiegend Beta-Interferone, Glatirameracetat, Teriflunomid oder Dimethylfumarat verwendet. Als Therapie der hochaktiven Verlaufsform werden andere Medikamente, wie Natalizumab, Fingolimod, Cladribin, Ocrelizumab, Alemtuzumab oder Mitoxantron eingesetzt. Da diese hochwirksamen Therapien tiefer ins Immunsystem eingreifen, können schwere, zum Teil lebensgefährliche Nebenwirkungen auftreten, so daß eine individuelle Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses vorausgehen muss.

Bei Bedarf kommen eine Reihe weiterer therapeutischer Maßnahmen hinzu, die zu den symptomatischen Behandlungen gezählt werden: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder auch Psychotherapie. Die Einnahme zusätzlicher Medikamente zur Behandlung von Symptomen wie Spastik, Fatigue, Blasenstörung, Depression ist häufig erforderlich.