ParkinsonWie wird Morbus Parkinson behandelt?

Konservative medikamentöse Therapie

Therapie mit Medikamenten, die in der Regel oral (geschluckt) oder transdermal (über die Haut in Form eines Medikamenten-Pflaster) angewendet werden. Diese Art der Behandlung richtet sich an die große Mehrzahl der Patienten. Wir informieren Sie natürlich auch gerne über neue Präparate und deren mögliche Vorteile. Wenn wir an einer Studie betreffend eines neuen Parkinson-Medikamentes teilnehmen, welches für Sie interessant sein könnte, bieten wir Ihnen die Teilnahme an der entsprechenden Studie an.

Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie

Die regelmäßige Physiotherapie (Krankengymnastik) hat einen festen Platz im Therapieplan eines jeden Parkinson-Patienten, da bestimmte Symptome der Parkinson Krankheit durch Medikamente allein nicht ausreichend behandelt werden (z.B. Haltung, Gangbild, Gleichgewicht).

In der Ergotherapie steht die Erhaltung der Alltagskompetenzen (z. B. Feinmotorik-/Grobmotoriktraining, Sensibilitätstraining, Essens-/Ankleidetraining) sowie Gedächtnis- und Konzetrationstraining im Vordergrund.

Durch logopädische Diagnostik werden Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen genau untersucht.

Invasive Medikamentöse Therapie

Hierbei handelt es sich um medikamentöse Parkinson-Behandlung mittels Therapiespritzen- oder pumpen. Hier stehen zwei Methoden zur Verfügung.
Die Apomorphin-Therapie: Eine kleine Spritze oder Pumpe, die z. B. am Gürtel oder um den Hals getragen wird, gibt bei Injektion oder kontinuierlich das Medikament ins Unterhautfettgewebe ab.
Die Therapie mit Levodopa-Intestinal-Gel: Eine Pumpe, die z. B. in einem Schulterhalfter getragen wird, gibt das Medikament kontinuierlich über eine Magen-/Dünndarm-Sonde in den Dünndarm (Jejunum) des Patienten ab.
Beide Therapien richten sich an Patienten im Fortgeschrittenen Stadium der Parkinson Krankheit und haben insbesondere auch das Ziel starke Schwankungen der Beweglichkeit im Tagesverlauf (mit Überbewegungen, abgewechselt mit starker Unbeweglichkeit) auszugleichen.

Tiefe Hirnstimulation

Hierbei wird ein Tiefenhirnschrittmacher implantiert. Bei der Therapie wird operativ ein Schrittmacher im Unterhautgewebe verankert. Vom eigentlichen Schrittmacher aus gehen Stimulationselektroden bis in tiefe Hirnregionen. Mittels der Schrittmacheraktivität werden bestimmte Hirnregionen, deren Aktivität bei der Parkinson Erkrankung verändert ist, selektiv ausgeschaltet. Dies führt zu einer deutlichen Reduktion der Parkinson-Symptomatik und verbesserter Lebensqualität. Diese Therapie richtet sich an Parkinson-Patienten mit ausgeprägter, behindernder Symptomatik im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium mit ausgeprägter, behindernder Symptomatik (z. B. starkes Zittern)  und starken Schwankungen der Beweglichkeit im Tagesverlauf, bei denen die medikamentösen Therapieoptionen ausgereizt sind.