OperationsverfahrenSteuerbares Magenband

Bereits in den 60iger Jahren wurden die ersten Ringbänder um den Magen implantiert. Kuzmak führte das steuerbare Magenband 1986 in die Adipositas-Therapie ein. 1993 erfolgte dann die erste Implantation in minimal-invasiver Operationstechnik durch Belachew (Belgien). Nach anfänglich großen Erfolgen wird heute die Indikation zur Magenbandimplantation weltweit nur noch selten gestellt, da eine hohe Rate von Komplikationen und letztlich Bandexplantationen erfolgte. Wesentlicher Nachteil gegenüber den heute bevorzugten Operationsverfahren ist die schlechtere Lebensmittel-Verträglichkeit.

Die Wirkung des steuerbaren Magenbandes beruht auf einer alleinigen Restriktion, d.h. Einschränkung der Nahrungsmenge. Das Magenband besteht aus einem Silikon-Ring, der in Schlüssellochtechnik wie ein Gürtel um den Mageneingang gelegt. Über die steuerbare künstlich geschaffene Enge wird die Nahrungspassage verzögert. An der Innenseite des Bandes befindet sich ein auffüllbarer Silikonschlauch, um die Weite des Bandes einzustellen. Dieser auffüllbare Teil wird über einen im Unterhautfettgewebe liegenden Port von außen über eine Injektionsnadel mit physiologischer Kochsalzlösung gefüllt. Diese Adjustierung des Magenbandes erfolgt ambulant.

Die erste Einstellung des Magenbandes erfolgt in der Regel 4 Wochen nach der Operation. Häufig sind in Abhängigkeit von der Gewichtsentwicklung mehrere Feinjustierungen im Abstand von einigen Wochen erforderlich. Zur Kontrolle der Lage und Funktion des Magenbandes kann eine Röntgen-Durchleuchtung mit Kontrastmittel erforderlich sein.

Um eine gute und langfristig stabile Gewichtsreduktion erreichen zu können, muss eine angepasste Ernährung eingehalten werden. Insbesondere muss auf eine kalorienreiche flüssige Kost wie Softdrinks, Alkohol oder Süßigkeit in größeren Mengen verzichtet werden, da hierdurch die Funktion des Bandes umgangen werden kann. Es ist darauf zu achten feste Nahrung sehr gut zu kauen und langsam zu essen. Erfolgreich eingestellt können Patienten im ersten Jahr 40 bis 50 % ihres Übergewichtes zu verlieren. 

Die Implantation eines anpassbaren Magenbandes stellt in erfahrenen Händen einen extrem komplikationsarmen Eingriff dar, so dass er in geeigneten Fällen ambulant erfolgen kann. Als einziger Eingriff in der Adipositaschirurgie ist eine individuelle Einstellung des Magenbandes nach der Operation möglich.

Komplikationen nach Magenbandimplantation

Auch Jahre nach der Implantation kann es noch zu Komplikationen kommen. Das Slippage d.h. das Verrutschen des Magens durch das Magenband kann zu einem Verschluss der Durchtrittsstelle führen. Zeichen sind die Unfähigkeit zu trinken und unstillbares Erbrechen. In diesem Fall muss eine sofortige Vorstellung in einem zertifizierten Adipositas-Zentrum erfolgen. Zunächst erfolgt das komplette Entblocken des Magenbandes, d.h. Entfernung der gesamten Füllmenge aus dem Portsystem. nicht eine Passage für das Kontrastmittel durch das Band erreicht werden, so muss notfallmäßig durch eine Operation das Band geöffnet und entfernt werden. Die Migration, d.h. das Einwachsen des Magenbandes in den Magen kann Folge einer zu engen Einstellung des Bandes sein. Eine erneute Gewichtszunahme und Schmerzen oder Entzündung im Bereich des Portes können Zeichen einer Magenbandmigration sein. In diesen Fällen muss eine endoskopische Diagnostik erfolgen und das Magenband entfernt werden.