Dresden

Shockwave-Verfahren Mit Schockwellen gegen Verkalkung im Herzen

Oberarzt Dr. med. Felix J. Woitek (von links) beginnt mit seinen Kollegen Dr. med. Georg Ende und Janette Richter die Behandlung im Herzkatheterlabor. Foto: Robert Reuther

Nieren- oder Gallensteine werden schon seit vielen Jahren behandelt, indem sie mittels Stoß- beziehungsweise Schockwellen von außen zertrümmert werden. Nun hält diese Methode auch in der Herzmedizin am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik Einzug. Mit dem aus Amerika stammenden „Shockwave“-Verfahren können durch Kalk verengte Gefäße am Herzen (Koronarstenosen) beseitigt werden. „Für die Patientinnen und Patienten ist das ein Segen, denn dadurch können einige nun minimal-invasiv mittels Katheter behandelt werden, bei denen es vorher nicht möglich gewesen wäre“, erklärt Dr. med. Felix J. Woitek, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie und Leiter der Herzkatheterlabore des Herzzentrums.

Es ist wichtig, dass der Kalk mit behandelt wird, da sich die Gefäße sonst nicht richtig aufdehnen lassen und nicht gut mit einer Gefäßstütze (Stent) versorgt werden können. Diese kleinen Drahtgitter können sogar vom Gefäßkalk wieder zusammengedrückt werden und so steigt das Risiko einer neuen Engstelle oder gar eines plötzlichen Gefäßverschlusses (Herzinfarkt).  

Das Beste aus zwei Welten

Die dabei bisher übliche Methode, die Rotablation, stößt jedoch ab einer gewissen Größe der Gefäße an ihre Grenzen. Das liegt daran, dass der Mini-Bohrer, der per Katheter im Herzkranz-Gefäß die Verkalkung abfräst, nur für kleinere Durchmesser geeignet ist. „Wird es zu groß oder sind die Kalkablagerung zu stark beziehungsweise zu tief, ist der Bohrer weniger effektiv“, so Dr. Woitek.

An dieser Stelle sollen die Schockwellen Abhilfe schaffen. Möglich macht das ein neues Werkzeug, ein sogenannter Lithotrypsiekatheter. Über einen Katheder wird ein Ballon an die verkalkte Stelle im Herzen geführt. In dem Ballon befinden sich Ultraschallkristalle. „Diese werden durch elektrische Energie angeregt und schwingen. Die Energie wird an die Kalkablagerungen abgegeben, so dass diese zertrümmert werden. Man kann sich das am besten so vorstellen, als ob Eierschalen zerbröseln“, so Dr. Felix Woitek. Das alles dauert nicht länger als zwei Minuten und ist schmerzfrei. Der Vorteil ist, dass das Verfahren auch in engen Gefäßen funktioniert und mit der Rotablation kombiniert werden. Außerdem können die Schockwellen sogar eingesetzt werden, um sich wieder zusetzende Stents vom Kalk zu befreien.

Robert Reuther
Referent Unternehmenskommunikation | Pressesprecher
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