Sana Blaubuch

15 geschafft— jedes Krankenhaus hat nun Chancen auf Überschüsse, muss aber auch das Risiko von Verlusten tragen. Mit diesem klaren gesetzgeberischen Fokus auf Wirtschaftlichkeit geraten Krankenhäuser zunehmend unter Druck, ihre Abläufe effektiv zu managen. Damit steigt auch die Aufmerksamkeit der Krankenhausträger gegenüber demGeschäfts- modell von Sana. Zunehmend interessieren sich nicht nur stark defizitäre Krankenhäuser für eine Partnerschaft, sondern auch finanziell gesunde Einrichtungen. Das Karl-Olga-Krankenhaus in Stuttgart etwa, das für die anstehende Modernisierung einen Partner sucht. Sana übernimmt 1985 die Mehrheit des freigemeinnützigen Hauses, weil sich die Diakonissenträger außerstande sehen, den not- wendigen Totalumbau des Hauses alleine zu stemmen. Das Vermögen der Olgaschwestern soll nicht in Baumaßnahmen aufgezehrt werden, weil es für deren Altersvorsorge vorgesehen ist. Mithilfe der Investitionen des Mehrheitsgesell- schafters Sana wird die umfassende Sanierung des Hauses möglich, ohne die Altersrücklagen anzutasten. Beim Vertragsabschluss wird außer- dem ausdrücklich festgeschrieben, den diako- nischen Charakter des Hauses auch unter privater Trägerschaft zu erhalten. Damit stellt Sana erst- mals unter Beweis, dass es keinesfalls wider- sprüchlich ist, wenn ein privatwirtschaftlicher Klinikbetreiber das Krankenhaus einer Schwes­ ternschaft managt. Gleichzeitig legt diese Betei- ligung den Grundstein für zahlreiche künftige Partnerschaften mit freigemeinnützigen Trägern. Im selben Jahr 1985 folgt eine weitere neu- artige Symbiose: Die Stadt Ulm tritt mit der Bitte an Sana heran, sich als gleichberechtigter Mit- gesellschafter am Rehabilitationskrankenhaus Management meets Diakonie Oberin Dorothea vom Karl-Olga-Krankenhaus und Manager von Sana auf der Baustelle für den Klinikneubau. Als erster privater Klinikbetreiber übernimmt Sana 1985 die Krankenhausgeschäfte einer evangelischen Schwesternschaft und zeigt, dass diese ungewöhnliche Symbiose funktioniert und der diakonische Charakter des Hauses nicht verloren gehen muss. A u f b r u c h d e r P i o n i e r e

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