Sana Blaubuch
16 Ulm (RKU) zu beteiligen und dessen Management zu übernehmen. Das RKU vereint als Universi- tätsklinik orthopädische und neurologischeAkut versorgung, Rehabilitation sowie Forschung und Lehre unter einem Dach. Die Partnerschaft zwi- schen einem universitären und einem privaten Träger gehört zu dieser Zeit in den USA zur Nor- malität, in der deutschen Krankenhauslandschaft ist sie allerdings eines der ersten deutschen Modelle für Public-private-Partnership. Gewinnbringend ist diese Zusammenarbeit für alle Beteiligten. Während sich der Staat auf seine hoheitliche Aufgabe der Finanzierung von Forschung und Lehre konzentrieren kann, wird die Patientenversorgung mit Mitteln des privaten Trägers sichergestellt. Angesichts der zunehmend knappen Finanzen der öffentlichen Hand ist es außerdem von Vorteil, wenn die notwendigen Investitionen in Hochleistungsmedizin von privat- wirtschaftlicher Seite rasch und effektiv bereitge- stellt werden können. Umgekehrt schafft die Zusammenarbeit mit den Forschern der Universitätsklinik für Sana jene Freiräume für die Beschäftigung mit der Medizin von morgen, die im herkömmlichen Klinikbetrieb meistens fehlen. «Wie sieht die Patientenversor- gung in den nächsten Jahrzehnten aus?» Diese Fragestellung findet schon zu einem frühen Zeit- punkt der Unternehmensgeschichte Eingang in die Philosophie von Sana. Medizin mit Durchblick Ein kurzer Sprung in die medizinische Versor- gung von heute: Ob bei der Beobachtung eines Embryos im Mutterleib, der Früherkennung von Tumoren, der Behandlung von Herzkrankhei- ten und neurologischen Erkrankungen oder der Korrektur von Gelenken und Wirbelsäule—ohne hochauflösende bildgebende Verfahren ist der klinische Alltag nicht mehr vorstellbar. Die tiefen mehrdimensionalen Einblicke in jeden Winkel des menschlichen Körpers unterstützen eine präzise Diagnose von Krankheiten, erleichtern die Wahl der angemessenen Therapie und weisen denWeg für minimalinvasive Eingriffe. Schwer vorstellbar, dass diese «Medizin mit Durchblick» in den Pionierjahren von Sana erst kurz vor ihrem Durchbruch stand. Die Echokar- diografie zumBeispiel, bei der sich die Herzaktivität über einen Ultraschallknopf bestimmen lässt, ist Mitte der 1970er Jahre zwar schon erfunden, doch sie liefert vorerst nur «Schneegestöber-Bilder ». Auch die ersten Geräte für Computertomografie (CT), die 1972 auf den Markt kommen, sind damals verglichen mit heute wenig funktionell. Trotzdem erlebt dieses Verfahren eine rasante Verbreitung, denn im Vergleich zu herkömmlichen Röntgen- aufnahmen erfassen CT-Aufnahmen nicht nur grobe Strukturen und Knochen, sondern detaillierte Bilder vonWeichteilgeweben wie etwa der Lunge. Ein gutes Jahrzehnt später findet die Magnet- resonanztomografie (MRT) breite Anwendung in der medizinischen Diagnostik. Das Verfahren erlaubt aufschlussreiche Einblicke ins Gehirn und in weiche Gewebeteile wie Knorpel, allerdings Computertomografie In den 1970er Jahren hat dieses Verfahren die Diagnostik revolutioniert. Krankenhäuser müssen zunehmend in Hightech- Medizin investieren. A u f b r u c h d e r P i o n i e r e
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