Sana Blaubuch
17 ohne belastende Röntgenstrahlung. Der Sieges- zug dieser bildgebenden Verfahren bereitet schließ- lich auch den Weg für die minimalinvasive The- rapie und Chirurgie: Der Begriff «Medizin durchs Schlüsselloch» taucht erstmals Ende der 1980er Jahre in der Fachwelt auf. Zunächst wenden Gas- troenterologen und Kardiologen dieses schonende Verfahren an, bald auch Radiologen und viele weitere Fachdisziplinen. Die Investitionen in solche Hightech-Medizin sind zwar hoch, doch umsichtig eingesetzt können sie den Heilungserfolg der Patienten und dieWirt- schaftlichkeit von Krankenhäusern auf Dauer verbessern. Mit dem medizinischen Fortschritt und den damit verbundenen wachsenden Erwar- tungen an Investitionen geraten viele kommunale und freigemeinnützige Träger während der 1980er Jahre in finanzielle Bedrängnis. Umso bedeutender wird das Leistungsversprechen von Sana, eine medizinische Versorgung der Bevölkerung vor Ort auf hohem Niveau zu sichern und trotzdem wirtschaftlich zu arbeiten. Die große Herausfor- derung der Krankenhausmodernisierung steht aber erst noch bevor. Im wilden Osten Am Abend des 9. November 1989 hält Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros der SED, in Ostberlin eine Pressekonferenz vor Journalisten aus aller Welt, die vomDDR-Fernsehen live über- tragen wird. Zum Schluss gibt er eher beiläufig bekannt, dass «… die ständige Ausreise über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD beziehungsweise zu Westberlin erfolgen kann». Prompt strömen Menschenmassen aus demOsten und dem Westen zur Berliner Mauer. Kurz nach Mitternacht sind alle Grenzübergänge der Stadt geöffnet, wenig später auch alle Schlagbäume zur Bundesrepublik. Die Mauer, die Deutschland seit 1961 geteilt hat, ist innerhalb einer Nacht gefallen. Ein knappes Jahr später ist die Wiedervereinigung Deutschlands vollzogen. In vielen Unternehmen herrscht angesichts dieser unverhofften und beachtlichen Markt erweiterung Goldgräberstimmung. Auch Sana erkundet die Krankenhauslandschaft im «wilden Osten», jedoch mit kühlem Kopf und ohne Illusi- onen, wie Dr. Weissenböck heute betont: «Wir haben uns viele Häuser angeschaut, doch der Verschleiß der Bausubstanz war allgegenwärtig. Zugige Bettensäle, verlotterte Sanitäranlagen und Operationsräume auf Vorkriegsniveau—das wä- ren nicht zu bewältigende Mammutaufgaben ge- worden. » Im alleräußersten Norden der neuen Bun- desländer, auf der Insel Rügen, wird Sana dann doch noch fündig: Das Krankenhaus in Bergen hat ein hohes Zukunftspotenzial, die richtige Größenordnung als Akutklinik und ein großes Versorgungsgebiet, zumal mit einer wachsenden Zahl von Touristen gerechnet werden kann. Dass Rügen im Wahlkreis einer jungen Politikerin liegt, von der später noch die Rede sein wird, das ahnt allerdings niemand. Ihr Name lautet Angela Merkel. Jubel am Brandenburger Tor Massenflucht und Montagsdemos zwingen das DDR-Regime in die Knie. Nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 ist der Weg zur Wiedervereinigung frei. «Wir haben uns viele Häuser angeschaut, doch der Verschleiß der Bausubstanz war allgegenwärtig.» Dr. Herbert Weissenböck Initiator und Haupt geschäftsführer der Sana Kliniken Gesellschaft von 1976 bis 1992. A u f b r u c h d e r P i o n i e r e
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