Sana Blaubuch

22 S a n f t e R e v o l u t i o n richtet daran die Organisation des Krankenhauses aus. Betriebliche Abläufe werden auf die Bedürf- nisse der Patienten und die Kernaufgaben des Pflegedienstes zugeschnitten. Pflegefremde Tä- tigkeiten übernehmen Stationsassistentinnen, damit sich die Pflegekräfte auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren und Patienten besser versorgen können. Damit steigen Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter ebenso wie ihre Freiheiten, etwas an ihrem Arbeitsplatz zu ver- bessern und zu verändern. Außerdem führt das Sana Management neue Arbeitszeitmodelle ein und sorgt für ein größeresAngebot anWohnraum und Kindertagesplätzen. Dank all dieser Maßnahmen können neue Pflegekräfte gewonnen und kann die Zahl der geschlossenen Betten innerhalb eines Jahres von 269 auf 80 gesenkt werden. DieWirtschaftlich­ keit des Katharinenhospitals verbessert sich auch, weil unter der Sana Ägide erstmals Budgetierung und Controlling Einzug in den Krankenhausalltag halten. Nach Jahrzehnten der betriebswirtschaft- lichen Intransparenz sehen die einzelnen Abtei- lungsleiter nun schwarz auf weiß, welche Kosten sie verursachen und welche Leistungen sie er- bringen. Die anfängliche Skepsis der Mitarbeiter gegenüber diesen Veränderungen ist der Er- kenntnis gewichen, dass das professionelle Management ihr Krankenhaus voranbringt und ihre Arbeitsplätze sichert. Eine Akzeptanz, die bei einem radikalen Um- bau, der keinen Stein auf dem anderen lässt, kaum zu erreichen wäre, erklärt Dr. Reinhard Schwarz, der seinerzeit von Sana als Krankenhausdirektor für das Katharinenhospital gewonnen werden konnte. «Veränderungen im Klinikmanagement lösen bei den Mitarbeitern oft Angst vor Jobverlust und Arbeitsüberlastung aus. Der Management- vertrag hingegen ist für Krankenhäuser eine Art sanfte Revolution, die sensibel an den bestehen- den Strukturen ansetzt und schrittweise Verbes- serungen initiiert. » Management wird Trumpf Im Katharinenhospital zeigen die neuen Füh- rungsstrukturen und Verantwortlichkeiten rasch Wirkung: Bereits zwei Jahre nach der Übertragung der Geschäftsführung an das Sana Management schreibt die Klinik wieder schwarze Zahlen. Auch das öffentliche Bild des Hauses verbessert sich merklich. «Darum werden wir im ganzen Land beneidet», zitiert die Stuttgarter Zeitung denGesund­ heitsbürgermeister der Stadt, Dr. Rolf Thieringer. Dieser Erfolg veranlasst die Stuttgarter Stadtväter drei Jahre später, auch ihre vier in städtischer Regie verbliebenen Krankenhäuser über einen Managementvertrag an Sana zu binden. Der Erfolg des «Stuttgarter Modells» spricht sich weit über die Region hinaus herum. Kom- munalpolitiker aus ganz Deutschland pilgern in die Landeshauptstadt, um sich über die neuartige Partnerschaft zwischen öffentlichem Träger und privatem Unternehmen zu informieren. Manage- ment statt Verwaltung—die Bereitschaft zu diesem Wandel steigt, nicht zuletzt, weil das Bonner Ge- sundheitsministerium den Druck auf die Kranken- Unterschriftsreif Die Stadt Stuttgart und Sana besiegeln den ersten Managementvertrag.

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