Sana Blaubuch

23 S a n f t e R e v o l u t i o n häuser massiv verschärft. Mit dem 1. Januar 1993 tritt eine Gesundheitsreform in Kraft, die den Wettbewerbsgedanken so stark betont wie nie zuvor. «Wer demKrankenhaus alle Kosten ersetzt, der bezahlt auch die Verschwendung», so bringt der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer seine Pläne vor der Presse auf den Punkt. Mit dem Gesundheitsstrukturgesetz verord- net er den bislang an der langen Kostenleine gehaltenen Krankenhäusern ein Zwangskorsett. Die Krankenhausbudgets—bislang relativ frei zwischen Krankenhausleitung und Krankenkas- sen aushandelbar—werden für drei Jahre auf den Stand von 1991 eingefroren. Dieser berühmt- berüchtigte « Seehofer-Deckel » ist nicht die einzige Bürde, die den Krankenhäusern aufer- legt wird. Geplant ist auch die Einführung erster pauschaler Entgelte für die stationäre Behand- lung. Damit soll die Krankenhaushausfinanzie- rung künftig stärker an das Leistungsprinzip gebunden werden, sprich: die Krankenhausträ- ger sind gezwungen, ihre Häuser wirtschaftlich zu führen. Mit den pauschalen Entgelten sollen alle Krankenhausleistungen für einen Behand- lungsfall oder eine Operation mit einem festen Betrag vergütet werden, unabhängig von der Verweildauer des Patienten und den tatsächlich entstandenen Kosten. Verluste müssen die Krankenhäuser selbst tragen, erwirtschaftete Gewinne hingegen sollen im Krankenhaus ver- bleiben. Neben dem neuen Finanzierungs- und Ab- rechnungssystem fordert der Gesetzgeber den- Krankenhäusern weitere Dokumentationspflich- ten und Maßnahmen der Qualitätssicherung ab. Damit rollen auf die deutsche Krankenhausland- schaft neue Aufgaben zu. Die Zeichen stehen auf Wachstum. In München viel Neues Auch das Unternehmen selbst ist bis Anfang der 1990er Jahre stark gewachsen. Unter dem ge- meinsamen Unternehmensdach arbeiten nun 14 Kliniken, dazu sind mehrere neue Management- verträge mit kommunalen Trägern geschlossen worden. Kaum verwunderlich, dass die Büroräume in der Münchner Mozartstraße bald zu eng werden. Im Februar 1992 beziehen die Mitarbeiter der Unternehmenszentrale ein neues Bürogebäude im Münchner Stadtteil Neuperlach. Im gleichen Jahr verabschiedet sich Dr. Her- bert Weissenböck von Sana—demUnternehmen, das er als sein Lebenswerk bezeichnet. Kein leichter Schritt, doch eine neueAufgabe in seiner österreichischen Heimat ist zu verlockend. Seit dem Jahreswechsel 1992/1993 führen zwei Geschäftsführer die Geschicke der Sana Kliniken Gesellschaft: Ulrich Bosch und Dr. Rein- hard Schwarz, der bereits als Krankenhausdirek- tor des Katharinenhospitals für Sana arbeitet. Grundsatzentscheidungen treffen die beiden Geschäftsführer gemeinsam. Alle übrigenAufga- ben werden aufgeteilt. Dr. Schwarz kümmert sich von Stuttgart aus schwerpunktmäßig um Sana «Wer dem Krankenhaus alle Kosten ersetzt, der bezahlt auch die Verschwendung.» Gesundheitsreform 1993 Horst Seehofer damals Gesundheits- minister. Führungswechsel Anfang 1993 übernehmen Ulrich Bosch und Dr. Reinhard Schwarz die Geschäftsführung von Sana.

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