Sana Blaubuch

24 S a n f t e R e v o l u t i o n Standorte im Südwesten. Überregional ist er für die Themen Managementvertrag, Controlling und Rechnungswesen zuständig. Ulrich Bosch über- nimmt von München aus die Ressorts Personal, Recht, Bau und Technik, Finanz- und Versiche- rungsfragen, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstal- tungen sowie Dienstleistungstochtergesellschaften. Vertrauen und Kontrolle Anfang 1991 erscheint die erste Ausgabe von Sana aktuell. Die neue Mitarbeiterzeitung soll die Kommunikation innerhalb des Klinikverbundes verbessern und den Erfahrungsaustausch zwi- schen den Mitarbeitern an den verschiedenen Standorten fördern. Dezentralität—die hohe Entscheidungsbefug- nis der einzelnen Häuser— ist zwar eine feste Größe in der Sana Philosophie. Doch die hete- rogenen Strukturen des Unternehmens erweisen sich nicht in jeder Hinsicht als vorteilhaft. Im kauf- männischen Bereich bedarf es auch bei Sana einheitlicher Standards. Deshalb gibt es seit 1992 eine zentrale Controllingabteilung, in der die Er- gebnisse aller Häuser des Verbunds zusammen- laufen. Außerdem stellt das Controlling den Kran- kenhäusern einheitliche Instrumente zur Erhebung ihrer Kennzahlen zur Verfügung. Für wirtschaftlich arbeitende Krankenhäuser ist die präzise Erfassung und Überwachung ihrer Ist-Situation ein Muss. Und bei der bevorstehen- den Einführung leistungsbezogener Pauschalen spielt Controlling eine zentrale Rolle. Welche Leistungen erhält ein Patient während seines Krankenhausaufenthalts und was kosten sie? Diese Fragen müssen bei der Einführung von Fallpauschalen detailliert zu beantworten sein—von der einzelnen Tablette über die Röntgenaufnah- men bis zur Operation, von der Aufnahme des Patienten bis zu seiner Entlassung, von der Ver- pflegung bis zur Wäscheaufbereitung. Die erstre- benswerte Punktlandung auf den festgelegten Pauschalbetrag kann nur gelingen, wenn Kran- kenhäuser ganz genau wissen, welche Kosten der jeweilige Behandlungsbedarf ihrer Patienten verursacht. Um rechtzeitig Erfahrungen mit dem neuen Entgeltsystem zu sammeln, beginnen die ersten Sana Klinken bereits 1994 mit seiner Einführung. Die gesetzlich vorgesehene und äußerst komplexe Kombination von Fallpauschalen, Sonderentgel- ten, Abteilungs- und Basispflegesätzen stellt das Controlling vor große Herausforderungen und verlangt allen Krankenhausmitarbeitern ein Um- denken ab. Doch Kostenbewusstsein wird mehr und mehr zum Gebot der Stunde. Verblühende Landschaften Für die Deutschen ist 1994 ein Wahljahr, genauer gesagt ein Superwahljahr. 20 Urnengänge ste- hen den Bundesbürgern bevor, darunter auch die Europa- und die Bundestagswahl. Die Stimmung im Land ist gedrückt, der Wiedervereinigungs- enthusiasmus ist verflogen. Die anhaltend tiefe Rezession und eine Arbeitslosenquote von über neun Prozent schüren Zukunftsängste und be- lasten die Sozialkassen. Von den versprochenen «blühenden Land- schaften» imOsten keine Spur. Stattdessen wer- den die Kombinatkolosse der Ex-DDR in rasantem Tempo abgewickelt, Hunderttausende verlieren ihren Job. Massenentlassungen gibt es auch im Westen. Im Ruhrgebiet machen Zechen und Stahlwerke dicht. Die Autoindustrie trennt sich von Zehntausenden Beschäftigten. Der globali- sierte Wettbewerb macht die Schwächen der deutschen Wirtschaft unerbittlich sichtbar. Die Interne Kommunikation Das Titelblatt der Mitarbeiterzeitung Sana aktuel l Anfang 1993. Dr. Horst Hoffmann Vorsitzender des Aufsichtsrats 1993 bis 2003.

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