Sana Blaubuch

26 S a n f t e R e v o l u t i o n starken Absatzmarkt dar—und wer so viel kauft, bekommt gute Konditionen. Die Sana Einkaufs- strategie versteht sich aber nicht als Schnäpp- chenjagd um jeden Preis. An erster Stelle steht die Qualität der Produkte, an zweiter der Service der Hersteller und erst dann kommt der Preis. Konzentration auf Kernaufgaben Apropos Preis: Alle selbständigen Sana Dienst- leistungstöchter können auch für Krankenhäuser außerhalb des Sana Verbunds tätig werden. Sie müssen sich imWettbewerb nur durchsetzen. Die- ser Anspruch wirkt nicht zuletzt als Preisregulativ und trägt wesentlich zum Erfolg der Sana Service­ gesellschaften bei. Zur Jahrtausendwende gehören elf Dienst- leistungstöchter zum Klinikverbund. Sie sorgen dafür, dass Krankenhäuser von allem entlastet werden, was nicht zu ihren Kernaufgaben ge- hört—von der Speisenversorgung über Kranken- hausreinigung, Einkauf, EDV, Logistik, medizin- technischen Service bis zur Fort- undWeiterbildung. Auch in Sachen Bau und Technik, Personal, Recht, Öffentlichkeitsarbeit und Controlling können Kran- kenhäuser im Verbund oder unter Management- vertrag auf das breite Know-how der Sana Zen- trale zurückgreifen. «Das schnelle Wachstum von Sana wäre ohne dieses Dienstleistungsangebot nicht möglich ge- wesen», erklärt Ulrich Bosch, der denAufbau der Sana Dienstleistungen maßgeblich vorangetrie- ben hat. «Dieser Service erlaubt den Führungs- kräften der einzelnen Krankenhäuser bis heute, wirtschaftlich zu arbeiten und sich gleichzeitig auf ihre eigentliche Aufgabe zu konzentrieren: die medizinisch-pflegerische Versorgung eben- so zu verbessern wie die Wirtschaftlichkeit ihres Hauses. » Noch heute ist Sana die Krankenhausgruppe mit denmeistenAngeboten imDienstleistungsbe- reich. Rund um die Themen Beschaffung, Mate- rialwirtschaft, Logistik und andere Services wurde inzwischen ein eigenständiges Vorstandsressort etabliert. Regierungsgeschäfte vom Klinikbett Zurück ins Jahr 1995. Sechs Jahr nach demMau- erfall öffnen sich Ende März auch die Schlag- bäume der europäischen Binnengrenzen. Das Schengener Abkommen tritt in Kraft und beendet in Deutschland und acht weiteren EU-Staaten die Zeit der Autoschlangen und Passkontrollen an den Grenzen, seinerzeit war es ein Meilenstein auf dem Weg ins vereinigte Europa. Ein Mitstreiter für die Umsetzung des Schen- gener Abkommens ist zu dieser Zeit gerade auf demWeg der Genesung. Ob Helmut Kohls kaputtes Knie den zahllosen Wahlkampfauftritten im Vor- jahr geschuldet war, ist nicht überliefert. Wohl aber, dass sich der Kanzler Ende Februar 1995 in der Sana Klinik in München-Sendling einer Menis- kusoperation unterzieht. In den Tagen darauf führt er die Regierungsgeschäfte vomKrankenbett aus. Er werde laufend unterrichtet und treffe seine Entscheidungen, teilt ein Regierungssprecher mit. «Das schnelle Wachstum von Sana wäre ohne unser Dienstleistungs­ angebot nicht möglich gewesen.» Ulrich Bosch Geschäftsführer 1993bis2006. Europa ohne Grenzen Im Frühjahr 1995 tritt das Schengener Abkommen in Kraft.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2Njg=