Sana Blaubuch
30 S a n f t e R e v o l u t i o n senfieber anstecken und versuchen ihr Glück als Kleinanleger. Wenige Jahre später wird die um- jubelte Volksaktie vor allem Frust und Wut hin- terlassen, ebenso die geplatzte Spekulationsbla- se der New Economy. Doch zunächst ist die Euphorie um den boomenden Markt der Telekommunikations- und Internetunter- nehmen groß. Ein wahrer Digitalisierungsschub erfasst die Geschäftswelt, und immer mehr Un- ternehmen nehmen über das Internet Kontakt mit der Außenwelt auf. Für Sana ist es am 1. Oktober 1997 so weit: www.sana.de geht online. Neben einer Gesamt- präsentation stellen sich alle Bereiche und Ab- teilungen der Sana Zentrale sowie die Dienst- leistungen vor. Qualität zum Vorzeigen Seinerzeit hat die Präsenz im Internet noch nichts mit Facebook, Blogs oder Twitter zu tun—viel- mehr gilt sie als eine neueArt der Kommunikation. Auch für Sana wird es immer wichtiger, in der Öffentlichkeit Flagge zu zeigen und die Vorteile des Klinikverbunds zu präsentieren. Zum einen ist der Wettbewerbsdruck im pri- vaten Kliniksektor seit Beginn der 1990er Jahre gestiegen. Weitere finanzstarke Klinikbetreiber haben auf dem deutschen Krankenhausmarkt Fuß gefasst. Besonders in den neuen Bundes- ländern sind große privat geführte Krankenhäu- ser entstanden. Viele ehemals staatliche DDR- Krankenhäuser waren an Kommunen übertragen worden, die jedoch kaum Erfahrung als Kran- kenhausbetreiber hatten. Insofern war die Be- reitschaft, ihre Häuser zu verkaufen, größer als im Westen. Neben dem Faktor Wettbewerb gibt es aber einen weiteren triftigen Grund dafür, dass Krankenhäuser sich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren: Immer mehr Patienten suchen « ihre » Klinik nach gezielten Kriterien aus, allem voran nach der medizinischen und pflegerischen Qualität. Genau die steht im Mittelpunkt des 1998 ins Leben gerufenen Sana Bereichs «Medizin und Qualitätsmanagement ». Im gleichen Jahr wird Sana als erster deutscher Klinikverbund Mitglied in der European Foundation for Quality Manage- ment (EFQM), einer europäischen Plattform für Unternehmen, die ein umfassendes Qualitäts management in ihrer Kultur verankern wollen. Im Vordergrund steht zunächst die Selbstbewertung der Sana Kliniken, daraus soll später ein Vergleich innerhalb des Klinikverbunds abgeleitet werden. Damit können die Stärken der einzelnen Kliniken besser herausgearbeitet und in den Vordergrund gestellt werden. Von der Einführung eines um- fassenden Qualitätsmanagements profitieren künftig nicht nur Mitarbeiter und Patienten. Das Thema Qualität wird auch in der Gesetzgebung immer mehr Gewicht gewinnen. Zunächst aber kündigt sich erneut ein Umschwenken in der Ge- sundheitspolitik an. Gesundheitspolitik auf Schlingerkurs « Ich will da rein! » Mit diesen Worten soll Ger- hard Schröder schon zu Juso-Zeiten am Zaun des Kanzleramtes gerüttelt haben. Im Herbst 1998 wird ihm dieser Wunsch erfüllt. 16 Jahre Kohl sind genug, befinden die Wähler. Gerhard Schröder wird Bundeskanzler, und erstmals regiert auf Bundesebene eine rot-grüne Koalition. Ein Jahr später ist auch der Bonner Regierungssitz Geschichte. Künftig regiert der Kanzler aus der Hauptstadt Berlin. Mit dem Regierungswechsel scheint auch die marktwirtschaftliche Ausrichtung der Kran- 358 512 697 943 1110 825 601 719 903 Trend zur Privatisierung Krankenhäuser nach Trägerschaft: öffentliche dunkelblau, freigemeinnützige blau, private hellblau. 1991 2001 2012
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