Sana Blaubuch

31 S a n f t e R e v o l u t i o n kenhausgesetzgebung einkassiert zu werden. Unter dem Stichwort Reform 2000 plant die da- malige Gesundheitsministerin Andrea Fischer Maßnahmen, die an die Substanz der Kranken- hausversorgung gehen: Künftig sollen sich Kran- kenhäuser ein Globalbudget mit den niederge- lassenen Ärzten teilen und nur noch im Notfall Anlaufstelle für Patienten sein. Den Anteil des stationären Sektors sollen ausschließlich die Krankenkassen festlegen, Sonderentgelte und Fallpauschalen nur noch als nach oben begrenzte Richtpreise gelten. Kaum ein Jahr später ist klar, dass dieser Totalumbau der Krankenhausland- schaft nicht umsetzbar ist, und Anfang 2000 tritt ein deutlich abgespecktes Reformprogramm in Kraft. Der Fokus liegt wieder klar auf Markt und Wettbewerb: Qualitätsmanagement soll im Kran- kenhaus zur dauerhaften Aufgabe werden. Am- bulante und stationäre Versorgung sollen sich enger verzahnen, vor allem damit sich die Ver- sorgung von chronisch kranken Patienten ver- bessert. Und die Krankenhausbudgets sind faktisch eingefroren. Erstmals kommt auch der Begriff «Diagnosis Related Groups» ins Spiel—als neue Variante der Fallpauschale. Damit sind bereits einige der großen Themen gesetzt, die Sana im neuen Jahrtausend aktiv angehen wird. Sprung ins dritte Millennium Am ersten Tag nach dem Jahrtausendwechsel atmet die ganze Welt aber erst einmal auf. Wider alle Unkenrufe funktioniert sie tatsächlich noch genau so wie kurz vor Mitternacht 1999. Rund um den Globus ging die Sorge um, der Wech- sel auf die Jahreszahl 2000 werde viele Compu­ tersysteme aus dem Takt bringen. Monatelang hatten Computerspezialisten Programme umgemo- delt, die Jahreszahlen nur zweistellig bearbeiten können. Denn das Jahr 99 kommt ja nach dem Jahr 00, und der Sprung ins nächste Jahrtau- send wäre für solche Prozesse ein Schritt zurück gewesen. Man befürchtet abstürzende Flug- zeuge, leereGeldautomaten und kalteWohnungen. Auch im Sana Verbund hatten Techniker fieberhaft daran gearbeitet, alle medizinisch-technischen Gerätschaften auf Risikofaktoren zu überprüfen. Außerdem gab es vorsorglich Notfallpläne für die Silvesternacht zur Jahrtausendwende. Und dann die Entwarnung: Der berühmte Jahr-2000-Crash bleibt aus. Entscheidungen mit Zukunftspotenzial Für Sana wird das erste Jahr im neuen Jahrtau- send dennoch turbulent. Mit der Gründung der Logistiktochter clinic.log stellt sich das Unterneh- men auf ein zentrales Thema der kommenden Jahre ein: die Belieferung der Krankenhäuser mit medizinischen Verbrauchsgütern. Das neue Unter- nehmen wird regionale Logistikzentren betreiben und den Häusern im Klinikverbund, ebenso wie externen Kunden, maßgeschneiderte Logistiklö- sungen anbieten. Die neue Sana Tochter arbeitet eng mit dem Einkaufsverbund der Klinikgruppe Regierungswechsel 1998 Wahlsieger Gerhard Schröder übernimmt das Ruder. Endzeitstimmung? 1999 reichen ganze zwei Minuten, um alles in den Schatten zu stellen. Die totale Sonnenfinsternis über Mitteleuropa ist das himm- lische Jahrhundertereignis. Von vielen wird die kurzfris­ tige Dunkelheit mit sehr viel Unbehagen erwartet, einige sehen das Ende der Welt nahen.

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