Sana Blaubuch

37 S ta r k e s N e t z we r k tienten. Die meisten werden mit Hubschraubern ausgeflogen oder mit dem Rettungsdienst in andere Häuser des Sana Verbunds gebracht. Letztlich hat die Elbe doch noch Erbarmen: Kurz vor demHerzzentrummacht der Strom kehrt, das Haus bleibt vor dem Schlimmsten bewahrt, und dank des gemeinsamen Engagements aller Helfer kommen keine Menschen zu Schaden. Von Fall zu Fall Eine Flut ganz anderer Art bricht ab 2003 über die deutsche Krankenhauslandschaft herein: Zu diesem Zeitpunkt soll es mit der drei Jahre zuvor gesetzlich verfügten Einführung des neuen Ab- rechnungssystems auf der Basis von «Diagnosis Related Groups» ernst werden. Tatsächlich aber wird sich die Umsetzung bis zur nächsten Bun- destagswahl 2005 hinziehen. Die aufwendigen Prozessumstellungen auf das neue Klassifika­ tionssystem sind in vielen Krankenhäusern kaum zu bewältigen. Der Systemwechsel ist nicht nur eine organisatorische Herausforderung, sondern stellt auch die Denkweise in Sachen Kranken- hausvergütung gründlich auf den Kopf. Künftig erstatten die Kassen nicht mehr Tagessätze, sondern für jeden Patienten eine Pauschale, die je nach Diagnose unterschiedlich hoch ist. Das DRG-System definiert Fallgruppen—etwa Hüft- operationen, Entbindungen oderAkutbehandlungen bei Herzinfarkt—, die den gleichen durchschnitt­ lichen Behandlungsaufwand erfordern, also auch gleich bezahlt werden. Die Pauschale berücksichtigt auch den Zustand und das Alter des Patienten, nicht aber den tatsächlichen Behandlungsaufwand pro Fall. Krankenhäuser sind also angehalten, die Abläufe rund um den Patienten möglichst effizient zu gestalten, sonst zahlen sie am Ende drauf. Umgekehrt können gut organisierte Kran- kenhäuser pro Fall einen Erlös erwirtschaften. Mit diesem neuen System sollen wirtschaftliches Denken, Qualitätsbewusstsein und Transparenz in die Krankenhäuser einziehen. Bezahlt wird die Pauschale nur für exakt dokumentierte ärztliche und pflegerische Leistungen. Das beschert den Krankenhausmitarbeitern mehr Verwaltungsarbeit, erfordert aber auch deutlich mehr bereichsüber- greifende Zusammenarbeit. Sana ist gut auf die Einführung des neuen Entgeltsystems vorberei- tet: Schon seit Mitte 2000 sind Arbeitskreise im Klinikverbund aktiv und schulen den Umgang mit den DRGs. Deshalb nutzen viele Krankenhäuser des Verbunds das Optionsrecht, bereits 2003 auf die neue Abrechnungssystematik umzusteigen. Ein Vorsprung, der sich auszahlt—auch weil die nächste Reform des Krankenhauswesens schon vor der Tür steht. Heiße Zeiten Im Sommer 2003 liegt Deutschland gefühlt in den Tropen: Über Monate hinweg klettert das Thermo- meter auf über 30, mehrfach sogar über 40 Grad. Ein außergewöhnlich stabiles Hoch sorgt dafür, dass die Menschen von denAlpen bis zur Nordsee bis in den Herbst hinein in der Hitze brüten. Hitzig Jahrhundertflut 2002 Im Innenhof des Dresdner Zwingers watet ein THW-Helfer durch die braunen Fluten der Elbe. Das Hochwasser erreicht die Rekordhöhe von über neun Metern.

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