Sana Blaubuch

42 tiative wird von den Universitäts- und Rehabilita- tionskliniken Ulm koordiniert und ist damit eng mit Sana verbunden. « Erkrankungen des Muskel- und Skelett­ systems sind wesentlich komplexer als vielfach vermutet », erklärt Dr. Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik der RKU. «Sie haben vielschichtige Ursachen und Auswirkungen, die sich erst mit dem ganz- heitlichen Blick auf den Patienten richtig verste- hen und therapieren lassen. » Das RKU bietet Patienten aller Altersgruppen Betreuung und Therapie über die gesamte Be- handlungskette hinweg. Nach der Diagnose wer- den die Patienten in der Hochschulambulanz zunächst nicht-operativ therapiert. Erst wenn dieser Weg nicht erfolgreich war, folgt die statio- näre operative Behandlung. Danach geht der Patient in die stationäre Rehabilitation und zur Nachbehandlung wieder in die Hochschulambu- lanz. Zur Wiedereingliederung ins Berufsleben kann der Patient sogar eine berufliche Rehabili- tation inAnspruch nehmen, bis hin zur Ausbildung für behinderte junge Menschen. Eine solche in- tegrierte Versorgung unter einem Dach gibt es in kaum einer anderen deutschen Klinik. Dieser Ansatz zeigt auch, dass die gängige Meinung, der Operationstisch spiele in der mo- dernen Orthopädie die Hauptrolle, ein Irrtum ist. Knochenarbeit von Weltrang Doch auch die Endoprothetik macht in den 2000er Jahren große Fortschritte. Ein wahrer Quanten- sprung etwa ist die minimalinvasive Operation am Hüftgelenk, bei der die gesamte Muskulatur intakt bleibt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Eingriffen, die mit hohem Blutverlust und langen Krankenhausaufenthalten verbunden sind, ist das neue Verfahren für die Patienten schonend, da der Zugang zum Hüftgelenk über einen maximal zehn Zentimeter langen Schnitt erfolgt und nur leichte Blutungen verursacht. Nach knapp einer Woche können die Patienten zumeist schmerzfrei entlassen werden. Entwickelt wird das Verfahren 2003 von einem Belegarzt der Sana-Klinik Mün- chen-Sendling—eine Innovation, die auf großes Interesse stößt. Ärzte aus aller Welt kommen nach Sendling, um dem Operateur über die Schulter zu schauen. Weltweite Aufmerksamkeit erregt 2009 auch eine neuartige Prothese für beinamputierte Patien­ ten. Erfinder der sogenannten Endo-Exo-Prothese ist Dr. HorstAschoff, Chefarzt an den Sana Kliniken Lübeck. Gemeinsam mit einer Lübecker Ortho­ pädiefirma hat er ein Verfahren entwickelt, das Beinamputierten mehr Bewegungsfreiheit und Lebensqualität verspricht. Statt der üblichen Schaft- prothese, die am Beinstumpf anliegt, wird die Endo-Exo-Femurprothese, ähnlich wie ein Zahn- implantat, direkt mit dem Oberschenkelknochen verbunden. Nach einigen Wochen ist die dreidi- mensional strukturierte Titanoberfläche fest mit dem Knochengewebe verwachsen. Die direkte Verbindung zwischen Knochen und Implantat erleichtert nicht nur das Gehen, Stehen und Sitzen mit dem Kunstbein, sondern macht bislang Unmögliches möglich: Der Prothesenträger spürt förmlich wieder den Boden unter den Füßen und läuft sicherer und harmonischer. Spezialisiert und vernetzt Ein weiteres einzigartiges Therapieangebot auf dem Gebiet der Orthopädie bieten die Sana Kliniken Sommerfeld. Dort ist das Institut für Musiker­ medizin Berlin-Brandenburg angesiedelt, das sich als einziges seiner Art auf Störungen des S ta r k e s N e t z we r k WHO-Aktion Mehr Aufmerksamkeit für orthopädische Erkrankungen.

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