Sana Blaubuch

44 häuser im ländlichen Umfeld werden zu Versor- gungszentren für die Erstversorgung und sind eng vernetzt mit ambulanten und pflegerischen Angeboten. » Dass an diesemWandel keinWeg vorbeiführt, wird gegen Ende der 2000er Jahre überdeutlich: kein Geldregen, nirgends. Negative Rekordwerte Im Herbst 2008 geht eine Schockwelle um die Welt. Losgetreten von fragwürdigen Spekulati- onsgeschäften mit amerikanischen Hauskrediten fegt die schlimmste Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 30ern über den Globus hinweg. Die Ak- tienkurse rauschen in den Keller, große Banken melden Milliardenverluste oder gleich Insolvenz an, die Hiobsbotschaften von den Finanzmärkten überschlagen sich. Rasch erfasst die Krise auch die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft: Das Bruttoinlandsprodukt sinkt 2008 von 2,5 Pro- zent im Vorjahr auf nur noch 1,3 Prozent. Ein Jahr später erreicht das deutsche Wirtschaftswachs- tum mit minus 5,0 Prozent gar einen negativen Rekordwert. Die noch vor Kurzem positive Ar- beitsmarktentwicklung stoppt abrupt, ebenso der Verschuldungsrückgang der öffentlichen Haushalte. Stattdessen treiben nun die steuerfinanzierten Rettungspakte für den Bankensektor und weitere staatliche Stützungsmaßnahmen die Schulden der öffentlichen Haushalte in die Höhe. Auch für viele deutsche Krankenhäuser sind das schlechte Nachrichten. Noch wenige Jahre zuvor waren die Kassen der öffentlichen Haushalte zum Teil recht gut gefüllt, und die Kommunen konnten relativ viel Geld in ihre Kliniken investie- ren. Nun aber ist diese sprudelnde Finanzquelle versiegt und ein Investitionsstau in Milliarden- höhe auf die nächsten Jahre absehbar. Die Fi- nanzkrise setzt viele Kommunen wieder stark unter Druck—und beschleunigt auf diese Weise den Trend zur Privatisierung. Ein Plus für alle Sana nutzt diese Chancen, um seinen Wachs- tumskurs fortzusetzen. ImKrisenjahr 2008 erreicht das Unternehmen seine erste Umsatzmilliarde. Auch für die Mitarbeiter im Sana Konzern verän- dern sich die Gegebenheiten. ImNovember 2008 schließt Sana mit demMarburger Bund den ersten Konzerntarifvertrag in seiner Firmengeschichte ab—ein 40 Seiten dickes Vertragswerk, demmo- natelange Verhandlungen vorausgegangen waren. Wenige Wochen später folgt die Unterzeichnung der Tarifverträge mit der Dienstleistungsgewerk- schaft ver.di . Die neuen Vergütungsregelungen gelten für die Beschäftigtengruppen im Osten und Westen gleichermaßen und sollen Transparenz und Chancengleichheit schaffen. Außerdem kommen die Mitarbeiter in den Genuss von innovativen Zusatzleistungen, zum Beispiel finanzielle Zu- schüsse zur Kinderbetreuung. Die Umsetzung der Tarifverträge kostet Sana viel Geld. Dennoch wird sich die attraktive Ver- gütung der Mitarbeiter auf Dauer auszahlen. Der Arbeitsalltag in Krankenhäusern wird immer an- spruchsvoller—und der Wettbewerb um qualifizierte und motivierte Mitarbeiter immer größer. Angesichts dieser Entwicklung will Sana als erstklassiger Arbeitgeber an Profil gewinnen—ein Thema, das auch in den nächsten Dekaden ganz oben auf der Agenda stehen wird. S ta r k e s N e t z we r k 3,82 3,51 3,38 2,68 Weniger Geld für Krankenhäuser Seit Anfang der 1990er Jahre sind die öffentlichen Mittel für Krankenhausinvestitionen permanent gesunken. Inzwischen sind sie wieder leicht gestiegen, stagnieren aber auf rela- tiv niedrigem Niveau (in Milliarden Euro). 1997 1992 2000 2005

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