Sana Blaubuch
51 von Qualitätsmanagementsystemen und in die konsequente Zertifizierung aller Konzernkliniken nach den Kriterien der «Kooperation für Trans- parenz und Qualität imGesundheitswesen (KTQ)». Um dieses Zertifikat zu erhalten, müssen Kran- kenhäuser auf der Basis von 70 vorgegebenen Kriterien einen Qualitätsbericht erstellen und veröffentlichen. Im Zentrum des Verfahrens steht der Patient. Bewertet werden alle Schritte von der Aufnahme des Patienten bis zur Weiterbe- treuung nach der Entlassung. «Wie wird mit Patientenbeschwerden um- gegangen? » «Wie lange sind die Wartezeiten beim Transport von Patienten oder in den Not- aufnahmen? » «Wie oft wurde eine bestimmte Operation im Jahr durchgeführt? » Zu solchen Fragen finden Patienten und einweisende Ärzte bei Sana objektive Informationen. Seit 2008 verfügen alle Sana Kliniken über ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem nach dem KTQ- Verfahren. Damit aber nicht genug: Um das erreichte Niveau weiterzuentwickeln, durchlaufen seit 2012 alle Krankenhäuser im Sana Verbund jährlich die noch anspruchsvollere und strengere ISO- Zertifizierung. Darüber hinaus ist seit Ende 2012 konzernweit ein Verfahren etabliert, das kritische Ereignisse bei der Patientenbehandlung klinik intern und anonym erfasst. Ein Expertenkreis bewertet die Vorgänge und gibt Handlungsemp- fehlungen. Das Critical Incident Reporting Sys- tem, kurz CIRS, soll die Fehlerkultur im Kran- kenhaus und damit auch die Patientensicherheit verbessern. Seit Anfang 2014 sind solche Feh- lermeldesysteme für Kliniken in Deutschland übrigens verpflichtend vorgeschrieben. Im Risi- komanagement von Sana sind sie zu diesem Zeitpunkt längst fest verankert. «Heute schon umsetzen, was morgen wichtig wird »—mit diesem Leitmotiv navigiert Sana zielgerichtet durch bewegte Zeiten und schwere Fahrwasser—wohl wissend, dass vorausschau- endes Handeln das beste Rezept zur Abwehr von Risiken ist. Kontrolle ist besser «Killerkeime im Krankenhaus—wie gefährlich sind unsere Kliniken?», fragt Anne Will imAugust 2010 ihre Talkgäste. Anlass ist der Tod dreier Säuglinge durch eine verkeimte Infusion in einer deutschen Klinik. Dieser Fall—und eine ganze Reihe weiterer Zwischenfälle mit multiresisten- ten Keimen—entfacht eine hitzige Diskussion über Mängel in der Krankenhaushygiene, die bis heute anhält. Sana hat das brisante Thema frühzeitig auf die Agenda genommen: Schon in den 2000er Jahren wurde das Hygienemanagement syste- matisch aufgebaut. Seit 2008 hat der Konzern mit einer groß angelegten Initiative in allen Häusern einheitliche und effektive Hygiene strukturen und -prozesse etabliert. Dazu gehört auch ein umfassendes Monitoring der Hygiene qualität. Seit 2010 speisen alle Kliniken des EHEC-Epidemie Wie aus dem Nichts taucht 2011 in Norddeutschland ein gefährlicher Stamm des Darmbakteriums Escherichia coli auf, der schweren Durchfall und Nierenschäden verursacht. Die Regio Kliniken nehmen rasch 250 Patienten auf und richten zusätzliche Isolierstationen ein. V o l l e K r a f t 70% Männer 1976 2015 70% Frauen Studienanfänger Medizin In 40 Jahren hat sich das Geschlechterverhältnis umgekehrt: Während 1976 70 Prozent der Studienanfänger männlich waren, sind heute 70 Prozent weiblich.
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