Sana Blaubuch

52 Verbunds ihre Infektionsdaten regelmäßig in das bundesweite Krankenhaus-Infektions-Sur- veillance-System (KISS), ein. Jahre bevor der Gesetzgeber mehr Hygienetransparenz ver- bindlich fordert. Außerdem schicken alle Sana Kliniken ihre Hygieneindikatoren monatlich an den inzwischen eingerichteten zentralen Kon- zernbereich «Hygiene », der die Reports ana- lysiert und kommentiert. Zudem screent Sana alle Risikopatienten auf multiresistente Keime und wacht über den klinik­ weiten Antibiotikaverbrauch. Speziell weiter­ gebildete Ärzte und Apotheker kontrollieren den Einsatz vonAntibiotika und verbessern ihn durch gezielte Beratung der Kollegen. Die enge Ver- zahnung dieses sogenanntenAntibiotic Steward- ship mit anderen Hygieneaktivitäten zielt darauf, die Entstehung und Weiterverbreitung multire- sistenter Keime so weit wie möglich einzudäm- men.«Wir müssen Risikoprävention betreiben, dafür sindAufklärung und Fortbildung die Grund- pfeiler », erklärt Prof. Dr. Heinrich Konrad Geiss, Leiter des Unternehmensbereichs «Hygiene und Infektiologie». «Ich möchte erreichen, dassjeder Mitarbeiter jeden Patienten hinsichtlich der Hy- giene so behandelt, wie er gerne selbst behan- delt werden würde. Wenn das geschieht, funk- tioniert die Hygiene zu 100 Prozent. » Prozesse müssen sich ändern Zu 100 Prozent reibungslose Prozesse—das ist das erklärte Ziel für alle anderenAbläufe der me- dizinischen Behandlung im Sana Klinikverbund. Um alle Häuser dabei zu unterstützen, wird 2013 das Projekt «Krankenhaus neu denken» ins Le- ben gerufen. Die Projektteams beschäftigen sich mit den Kernprozessen im klinischen Alltag und mit der Patientenbehandlung—von der Zentralen Notaufnahme über den stationärenAufenthalt bis hin zur Diagnostik und zu Interventionen. Die Notaufnahme etwa ist die Visitenkarte eines Krankenhauses. Die Erfahrungen, die Pa- tienten dort machen, prägen ihr Bild der Klinik entscheidend. Allerdings gibt es seit einigen Jah- ren einen regelrechten Ansturm auf die Notauf- nahmen—unter anderem aufgrund der langen Wartezeiten auf Facharzttermine oder weil etwa besorgte Eltern ihre Kinder auch bei kleineren «Wehwehchen» ärztlich gut betreut wissen wol- len. Um die Patientenströme in den Notaufnahmen sinnvoll zu kanalisieren, wird in den Sana Kliniken ein Triage-System erprobt, mit dem innerhalb kurzer Zeit die Behandlungsdringlichkeit von Pa- tienten in der Notaufnahme zuverlässig eingeschätzt werden kann. Solche Lösungen verbessern den Klinikalltag für Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen. Wichtig zu wissen ist aber auch, wie die Patienten selbst die Qualität der Versorgung im Kranken- haus beurteilen. Deshalb gibt es bei Sana seit Ende 2015 eine einheitliche und kontinuierliche Patientenbefragung in allen Kliniken des Ver- bunds. Die Ergebnisse werden nicht nur intern besprochen, sondern auch quartalsweise pro Klinik veröffentlicht und auf den Internetseiten dargestellt. Mehr Transparenz in Sachen Patientenzufrie- denheit geht kaum—und das ist heute und mor- gen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Philippi: «Patienten wollen eine vertrauensvolle Beziehung zu ihrem Krankenhaus, sie folgen zunehmend der Qualität, sind kritischer und besser informiert denn je. Und sie wählen ihr Krankenhaus längst nach genauer Prüfung aus. Darauf müssen wir vorbereitet sein. » V o l l e K r a f t

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