Sana Blaubuch
53 «Krankenhaus neu denken» bedeutet bei Sana aber auch, medizinische Antworten auf aktuelle und künftige gesellschaftliche Herausforderungen zu finden, insbesondere auf die starke Zunahme der Hochbetagten. Altersmedizin mit Zukunft Die Zunahme älterer Patienten bedeutet immer auch die Zunahme an Herzpatienten. Herzinsuffizienz ist in Deutschland inzwischen der häufigste Grund für eine Krankenhauseinweisung. Etwa 1,3 Millionen Menschen sind davon betroffen, jährlich kommen 300 000 Patienten hinzu. Stark gestiegen ist auch die Zahl der Patienten mit Herzrhythmusstörun- gen, Herzinfarkt, Herzklappenerkrankungen und Schlaganfall. Vor diesem Hintergrund hat sich die Herz- und Gefäßmedizin in der jüngsten Vergan- genheit rasant weiterentwickelt. Die Sana Kliniken sind an vorderster Front dabei: zum Beispiel mit Eingriffen, die bis vor wenigen Jahren noch wie Science-Fiction klangen. Große Fortschritte etwa macht die Behandlung des Linksschenkelblocks. Diese Störung der Reiz- leitung imHerzen setzt die Pumpleistung deutlich herab. Bis vor Kurzem konnte solchen Patienten nur noch mit einer Herztransplantation geholfen werden. Heute sorgt eine Art Schrittmacher in Streichholzschachtelgröße dafür, dass die Herz- kammern wieder synchron arbeiten können. Das Implantat kann aber nicht nur die Pumpleistung des Herzens verbessern, sondern die Patienten auch vor dem plötzlichen Herztod schützen. Es ist mit einem Defibrillator kombiniert, der lebens- bedrohliche Herzrhythmusstörungen frühzeitig erkennt und sie durch leichte Stromstöße beendet. «Dank dieser Implantate können wir Schwerkran- ken mit relativ einfacher Technik eine sehr hohe Lebensqualität zurückgeben», so Prof. Dr. Thors ten Dill, Chefarzt im Sana Krankenhaus Düssel- dorf-Benrath, der Patienten seit 2011 mit diesem Verfahren therapiert. Weltweit erstmals wird ein Patient 2012 in der Sana Herzchirurgie Stuttgart mit einem neuarti- gen Mitralklappenring versorgt. Nach dem Eingriff wird das Implantat am schlagenden Herzen unter Ultraschallkontrolle von außen justiert und das Operationsergebnis optimiert. Selbst wenn die Mitralklappeninsuffizienz später wieder auftritt, kann der Ring ohne weitere Operation ambulant von außen über zwei Elektroden neu eingestellt werden: ein Meilenstein in der Interventionellen Kardiologie. Ein weiterer Meilenstein ist der neuartige EKG- Chip, der 2014 erstmals amHerzzentrumDresden implantiert beziehungsweise injiziert wird—er ist so winzig, dass er mithilfe einer Spritze unter die Haut in die Brust des Patienten befördert wird. Dieser Minirekorder zeichnet pausenlos den Herz- rhythmus auf und überträgt die Messdaten über eine Sendestation an das Herzzentrum. Sobald der «elektronische Schutzengel » auf dem häus- lichen Nachttisch des Patienten auffällige Werte sendet, erhalten die Kardiologen Rückmeldung und vereinbaren kurzfristig einen Untersuchungs- termin. Der Miniwächter liefert neben dem Herz- frequenzprofil und den Blutdruckwerten auch Hinweise auf die Entstehung von Lungenödemen. Das Bestechende an dieser Telemonitoring-Nach- sorge: Sie erfasst biologischeWarnsignale, bevor der Patient überhaupt merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. So können die Ärzte einer gefähr- lichen Verschlechterung der Krankheit rechtzeitig zuvorkommen. Ebenfalls in Dresden wird seit 2014 eine neu- artige Nachbetreuung von Patienten mit Herz insuffizienz erprobt. Die Schlüsselrolle dabei V o l l e K r a f t Verlässliche Frühwarnung Dieser Minirekorder zeichnet pausenlos den Herzrhythmus auf und überträgt die Messdaten über eine Sendestation an das Herzzentrum.
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