Sana Blaubuch
61 N ä c h s t e r H a lt: Z u k u n f t ser nicht hinlänglich darauf vorbereitet, Patienten mit Demenz sensibel zu begleiten. Eine große Zukunftsaufgabe. Seit einigen Jahren steigt auch die Zahl der Patienten mit schweren Lungen- und Atemwegs erkrankungen. Zu den häufigsten Todesursachen älterer Menschen zählen das Lungenemphysem und die chronisch obstruktive Bronchitis. Aber auchAsthmaerkrankungen nehmen zu, besonders bei Kindern. Ursache dafür kann krankhaftes Übergewicht sein—ein Gesundheitsproblem, das in ganzer Tragweite oft noch nicht erkannt und anerkannt wird. Gut ein Viertel aller erwachsenen Deutschen leidet unter Adipositas—und gleichzeitig unter dadurch bedingten chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck. Abhilfe können sogenannte bariatrische Operationen schaffen, chirurgische Veränderungen des Magen-Darm- Trakts, mit denen die Patienten 30 bis 70 Prozent ihres Gewichts verlieren. Die Erfolge der Adipo- sitas-Chirurgie sind vielversprechend, deshalb wird sich Sana noch stärker auf diesem Gebiet engagieren. Am Sana Klinikum Offenbach etwa hat vor Kurzem eines der größtenAdipositaszen- tren Europas eröffnet. Solche modernen Therapien verbessern die Lebensqualität und Lebenserwartung der Pati- enten—auf längere Sicht profitieren davon auch das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft. Die medizinischen Möglichkeitsräume von heute und morgen mit Wissen und Leben zu füllen, bleibt für Sana ein großes Zukunftsthema. Hightech—High Touch Bleibt noch die Frage nach «Big Data»—nach der digitalen Zukunft, die für das Gesundheitswesen gerade beginnt. Im Handel, in der Industrie und im Finanzsektor ist die Digitalisierung längst weit fortgeschritten—ebenso imPrivatleben, besonders von jüngeren Menschen. An ihren Handgelen- ken sieht man immer öfter digitale Tracker, die Vitalparameter wie den Blutdruck oder die Herz- frequenz in Echtzeit ermitteln und über diverse Plattformen auswerten: ein Trend, der den Weg in die Medizinwelten von morgen weisen könnte. Auch im Krankenhaus hat die Digitalisierung Fahrt aufgenommen, wenngleich in gedrosseltem Tempo: Elektronische Patientenakten, Telemedi- zin, digitalisierte Behandlungspfade, virtuelle Visite—alles Schlagworte, die schon lange durch die Krankenlandschaft geistern, aber erst ansatz- weise zum gelebten Klinikalltag gehören. Oft bremsen hierzulande restriktive Datenschutzge- setze den Durchbruch solcher Innovationen. An- dererseits zaudern aber auch die Akteure des Gesundheitswesens, allzu viel Verantwortung an die Technologie abzutreten. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht—schließlich steckt im Wort «Be handeln» die Hand, und der altgriechische Aus druck «Therapie» übersetzt sich mit Begriffen wie «Dienst », «Pflege» und «Heilung». Dennoch werden digitale Technologien die Kommunikation im Krankenhaus von morgen im- mer mehr unterfüttern. Auch weil es kaum einen anderen Ort gibt, an dem das reibungslose Zu- sammenwirken aller Beteiligten so wichtig—mit- unter sogar überlebenswichtig—ist wie im Kran- kenhaus. Ob Digitalisierung, neue Medizinwelten, intelligente Versorgungsnetzwerke oder Qualitäts- zuwachs für Patienten und Mitarbeiter—der Sana Klinikverbund bleibt der Zukunft auf der Spur. Zukunftsmusik? Datenbrillen wie Google Glass könnten im Krankenhaus von morgen eine wichtige Rolle spielen. Sie ermöglichen den Ärzten Einblick in die Patientenakte und gleichzeitig freie Hände für die Behandlung.
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