KrankheitsbilderAllergologie

Insektengift

Diagnose

Eine allergische Reaktion mit lebensbedrohlichen Folgen besteht am häufigsten gegen Wespen- oder Bienengift. In diesen Fällen reagiert das körpereigene Immunsystem zu stark und verursacht Reaktionen, die sich nicht nur auf die Einstichstelle beschränken, sondern auf den gesamten Körper wirken. Eine Überreaktion kann Luftnot, Jucken am gesamten Körper, Schwindel, Herzrasen bis hin zur Bewusstlosigkeit und Schock zur Folge haben.

Zur sicheren Diagnose gehört neben dem Bericht über das Stichereignis von Ihnen die Bestimmung von speziellen Blutwerten, den Allergieparametern und ein Allergietest (titrierter Pricktest). Dabei wird das entsprechende Insektengift in kleinen Konzentrationen mit einer feinen Lanzette in die Haut gestochen. Dieser Allergietest sollte im Falle von Wespen- oder Bienengift unter stationären Bedingungen erfolgen, um Systemreaktionen des Körpers sofort zu erkennen und behandeln zu können, auch wenn diese sehr selten vorkommen. Denn anders als beim Allergietest auf Pollen wird das Insektengiftpräparat hierbei in aufsteigender Konzentration eingestochen. Der Aufenthalt dauert eine Nacht. Nachdem alle Ergebnisse ausgewertet sind, kann die Therapie geplant werden.

Therapie

Eine allergische Reaktion mit lebensbedrohlichen Folgen besteht am häufigsten gegen Wespen- oder Bienengift. Nach vorangegangener Diagnostik kann diese Überreaktion des körpereigenen Immunsystems mit einer spezifischen Immuntherapie (SIT) sehr gut behandelt werden. Die Erfolgsquoten liegen bei mehr als 95%. Unter regelmäßiger Gabe des entsprechenden Insektengiftpräparates erlernt der Körper diese Überreaktion abzuschalten.

Die Anfangsbehandlung findet unter stationären Bedingungen (zwei Nächte) in unserer Klinik statt, da hierbei in seltenen Fällen der gesamte Körper wie bei einem echten Wespen- oder Bienenstich überreagieren kann. Während des Krankenhausaufenthaltes wird dem Patienten das Insektengiftpräparat in aufsteigender Dosierung unter die Haut der Arme oder Oberschenkel gespritzt bis eine Erhaltungsdosis erreicht ist, die später vom niedergelassenen Allergiearzt in vier bis fünf Wochenabständen weiter verabreicht werden muss. Da das Hochspritzen bis zur Erhaltungsdosis in unserer Klinik unter stationärer Beobachtung in nur zwei Tagen erfolgt, ist diese Form der Anfangsbehandlung sehr sicher und kann auch während der Flugzeit von Wespen und Bienen stattfinden.

ASS-Intoleranz

Diagnose

Patienten mit ausgeprägten oder mehrfach nachgewachsenen Nasenpolypen, asthmatischen Beschwerden und einer Schmerzmittelunverträglichkeit leiden möglicherweise unter einem »ASS-Intoleranz-Syndrom«. Es handelt sich hierbei um ein Krankheitsbild mit allergischer Symptomatik (Nasenlaufen, Polypen, asthmatische Beschwerden, etc.), ohne dass eine echte Allergie vorliegt und das deshalb auch als Pseudoallergie bezeichnet wird. Durch eine Therapie dieser »ASS-Intoleranz« kann eine deutliche Beschwerderückläufigkeit erreicht werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine ausführliche Diagnostik mit Gabe von ASS, die wegen der möglichen schweren Asthma-Reaktionen stationär (zwei Nächte) durchgeführt wird.

Therapie

Auch der Behandlungsbeginn der »ASS-Intoleranz« findet zur Sicherheit unter stationärer Kontrolle statt. Über drei Tage erhalten Sie in aufsteigender Dosierung ASS (Acetylsalicylsäure, z.B. Aspirin) bis zu einer Erhaltungsdosis. Diese Erhaltungsdosis muss im Anschluss täglich eingenommen werden. Durch die regelmäßige Gabe von ASS verringert sich die Neigung zur Polypenbildung in der Nase und die asthmatischen Beschwerden gehen zurück, im besten Fall verschwinden sie komplett.