FAQs – Was Sie über minimalinvasive Operationen wissen müssen…Leistenbruch

Wie entsteht eigentlich ein Leistenbruch?

Ein Leistenbruch ist ein Loch in der Bauchwand. Er entsteht nicht durch übermäßige körperliche Belastung, sondern bedeutet eine Schwäche des Bindegewebes an dieser Stelle. Durch das Loch in der Bauchwand können Organe eingeklemmt werden. Dieses Loch befindet sich in einem muskelfreien Bereich. Deshalb kann ein Leistenbruch durch Muskeltraining weder verhindert noch beseitigt werden.

Warum haben Männer häufiger einen Leistenbruch als Frauen?

Beim Mann wandert der Hoden vor der Geburt aus dem Bauchraum in den Hodensack. Dadurch entsteht natürlicherweise eine Schwachstelle in der Leistenregion. Auch eine Bindegewebsschwäche fördert einen Leistenbruch.

Kann ein Leistenbruch gefährlich werden?

Ja. Das tritt allerdings sehr selten auf. Wenn die Schwellung schmerzt und sich nicht zurückdrücken lässt, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Um dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen, wird empfohlen, einen Leistenbruch frühzeitig zu operieren, sobald er als »Beule« in der Leistengegend erscheint.

Gibt es Alternativen zur OP?

Nein. Es gibt keine Alternative zu einer Operation. Das früher oft verschriebene Bruchband kann einen Leistenbruch nicht beseitigen. Es ist damit zur Behandlung ungeeignet.

Welche operativen Methoden gibt es?

Bei der herkömmlichen Methode wird die Bruchlücke nach einem ca. zehn Zentimeter langem Hautschnitt durch eine Naht verschlossen. Anschließend sollten Sie sich sechs bis acht Wochen schonen. Auch minimalinvasiv, also durch einen minimalen Hautschnitt ist eine Versorgung des Leistenbruchs möglich. Damit entfällt die Einschränkung der Belastbarkeit nach der OP. Sie können sich nach Entfernung der Naht wie gewohnt körperlich belasten. Weitere Vorteile der minimalinvasiven Methode sind kleinere Operationswunden, ein somit geringeres Infektionsrisiko, weniger Schmerzen nach der Operation und eine schnellere Erholung nach kürzerem Aufenthalt im Krankenhaus.

Kann ich auch mit der minimalinvasiven Methode operiert werden?

Ja. Gerade bei einem wiederauftretenden Leistenbruch wird die minimalinvasive Methode wegen der geringen operationstechnischen Probleme empfohlen.

Was muss ich ins Krankenhaus mitbringen?

Alle üblichen Toilettenartikel und Wechselkleidung – wie etwa bei einem Kurzurlaub.

Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?

Im Normalfall dauert der stationäre Aufenthalt im Krankenhaus nur einen Tag.

Wie lange dauert die Operation?

Die Operation in Vollnarkose dauert etwa 30 bis 60 Minuten.

Was passiert bei der OP?

Bei der OP wird das Loch verschlossen und die Hinterwand des Leistenkanals durch ein Kunststoffnetz oder eine spezielle Nahttechnik verstärkt. In den meisten Fällen wird minimalinvasiv operiert und dabei ein Kunststoffnetz eingesetzt. Nur bei Kindern ist eine offene OP ohne Kunststoffnetz die bessere Alternative. Die OP kann auch unter Lokalanästhesie durchgeführt werden. Dann wird das Kunststoffnetz bei einer offenen OP eingesetzt.

Wie darf ich mich nach der OP belasten? Wann darf ich wieder Sport treiben?

Nach einer Operation in minimalinvasiver Operationstechnik mit Einlage eines Kunststoffnetzes können Sie sich nach Entfernung der Naht wieder wie gewohnt belasten. Ansonsten sollten Sie sich für mindestens drei Wochen schonen.