Lübeck

Im Notfall zählt jede Sekunde Herzstillstand – Aktion zum World Restart a Heart Day

Es kann jeden immer und überall treffen – Herzstillstand: Bewusstlosigkeit, die Atmung setzt aus. „Erste Hilfe in so einer Gefahrensituation hat oberste Priorität. Mit jeder Minute, in der das Herz still steht, sinken die Überlebenschancen“, sagt Marcin Herz, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Aus diesem Grund macht die Sana Kliniken Lübeck auf den internationalen Aktionstag „World Restart a Heart Day“ am 16. Oktober aufmerksam.

Ungefähr 50.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr unerwartet einen Herzstillstand, 70 Prozent davon zu Hause. Es bleiben nur wenige Minuten nach Eintreten des Herz-Kreislauf-Stillstands, um den Patienten zu retten. In dieser kurzen Zeitspanne kann jeder von uns helfen – und damit Leben retten.

Statistiken zeigen aber leider auch: nur in circa 42 Prozent der Fälle eines plötzlich auftretenden Herzstillstandes werden die Patienten adäquat mit einer Herzdruckmassage reanimiert. Zu viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen oder dem Notfallpatienten zu schaden. "Das führt dazu, dass in vielen Fällen gar nichts passiert – und das ist das Schlimmste überhaupt. Denn schon nach drei bis fünf Minuten ohne Blutzufuhr setzt das Hirn aus und beginnt zu sterben. Ob bei der Reanimation beispielsweise eine Rippe verletzt wird oder nicht, ist im Notfall nebensächlich. Denn die Rippe heilt wieder“, so Marcin Herz. Für den Notfallpatienten zählt jede Sekunde: Der Rettungsdienst trifft nach Absetzen des Notrufes in Deutschland frühestens nach acht Minuten am Unfallort ein. Engagierte Ersthelfer sind in solchen Situationen deshalb lebensrettend, denn sofortiges Eingreifen entscheidet über mögliche Folgeschäden – oder im schlimmsten Fall über Leben und Tod.

Nach der Formel „Prüfen, Rufen, Drücken“ lässt sich Leben retten: „Erst muss geprüft werden, ob die Person noch bei Bewusstsein ist und noch atmet. Ist das nicht der Fall, müssen Ersthelfer unverzüglich den Notruf (112) wählen und im Nachgang mit der Herz-Druck-Massage beginnen, denn das ist und bleibt die wirksamste Methode bei einem Herzstillstand. Dabei ist es wichtig, schnell und fest auf die Mitte des Brustkorbs zu drücken, mindestens hundert Mal pro Minute. Viele tun sich schwer, diese Regel in der Gefahrensituation einzuhalten. Orientieren Sie sich deshalb am Rhythmus von beispielsweise ‚Stayin‘ Alive‘ von den Bee Gees oder ‚Dancing Queen‘ von ABBA. Damit drücken Sie wie von allein im Takt“, erklärt Marcin Herz.

Viele Laien-Helfer sind auch heute noch verunsichert: Muss die Mund-zu-Mund-Beatmung sein? 30:2, oder wie war das nochmal? Was ist, wenn ich etwas falsch mache? Kann ich mich mit einer Virus-Erkrankungen (z. B. Hepatitis, HIV) anstecken? Was, wenn er/sie erbricht, wenn ich gerade beatme? Dieser Verunsicherung begegnet Marcin Herz, der selber über weitreichende Erfahrungen in der Notfallmedizin verfügt, mit einem Hinweis für alle Ersthelfer: „Auf die Beatmung kann man bei Unsicherheit verzichten! Die Herz-Druck-Massage hat die zentrale Bedeutung bei der Wiederbelebung. In den ersten Minuten nach einem Herzstillstand ist es nicht der Sauerstoff, der dem Körper fehlt. Es besteht einfach kein Blutfluss, so dass der Sauerstoff nicht zum Gehirn transportiert werden kann“, betont Marcin Herz. Zur lebensrettenden Bedeutung der Wiederbelebungsmaßnahme erläutert er weiter: „Die Herz-Druck-Massage stellt einen solchen Blutfluss her und versorgt das Gehirn mit Sauerstoff. Mehrere wissenschaftliche Studien haben dieses bereits belegt.“ Die Herz-Druck-Massage muss bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgeführt werden und wird dann von den professionellen Helfern übernommen.

Birte Gruhle
Referentin Marketing

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