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                    <pubDate>Thu, 21 May 2026 10:05:10 +0200</pubDate>
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                        <title>Digitalisierung bei Sana: Wandel mit Haltung</title>
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                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/digitalisierung-bei-sana-wandel-mit-haltung/</guid><pp:caseid>739539</pp:caseid><pp:subtitle>Stefanie Kemp</pp:subtitle><description><![CDATA[<p>Gesundheitsversorgung ist im Kern eine zutiefst menschliche Aufgabe. Gleichzeitig ist sie längst zu einer hochkomplexen, technologiegestützten Gemeinschaftsleistung geworden. In kaum einem anderen Bereich treffen persönliches Vertrauen und digitale Präzision so direkt aufeinander wie in der Klinik, ob im OP oder in der Pflege am Bett. Bei Sana erleben wir den digitalen Wandel täglich – und gestalten ihn aktiv mit.&nbsp;</p><p>Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck. Sie ist ein Mittel, um das Leben und Arbeiten in unseren Einrichtungen besser zu machen: für Patientinnen und Patienten, für Mitarbeitende und für die gesamte Organisation. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern um Haltung. Digitalisierung bedeutet, Prozesse neu zu denken, Zusammenarbeit anders zu organisieren und mitunter auch liebgewonnene Gewohnheiten zu hinterfragen. Dementsprechend ist Digitalisierung nicht nur Aufgabe der IT, sondern der gesamten Sana.&nbsp;<br>Sana hat sich schon vor einigen Jahren auf den Weg gemacht, Digitalisierung strategisch zu denken. Von der Einführung der internen mobilen Akte (IMA) bis hin zur spracherkennungsbasierten Dokumentation und zum modernen Patientenportal: Unser Weg ist geprägt von Lernbereitschaft, Offenheit und dem Willen, Verantwortung zu übernehmen. Dieser Beitrag gibt Einblick in diesen Weg. Er beleuchtet Meilensteine, Herausforderungen, Erfolge und Visionen. Vor allem aber zeigt er, was Digitalisierung bei Sana ausmacht: ein Wandel mit Haltung – im Dienst der Menschen, die uns vertrauen.&nbsp;</p><h2>Unsere Ausgangssituation&nbsp;</h2><p>Die Sana Kliniken AG steht als integrierter Gesundheitsdienstleister vor der Aufgabe, ihre digitale Infrastruktur grundlegend zu modernisieren. Aktuell ist die Systemlandschaft noch wenig standardisiert und stark durch proprietäre Lösungen geprägt. Zudem besteht ein erheblicher Nachholbedarf in der Digitalisierung, was Effizienz, Vernetzung und Versorgungsqualität einschränkt.&nbsp;</p><p>Das Zielbild ist klar: Synergiepotenziale zwischen den Standorten ausschöpfen, moderne Systeme gezielt nutzen und kontinuierlich weiterentwickeln sowie die Digitalisierung als direkten Unterstützungsfaktor für die Patientenversorgung etablieren. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern um die Verbindung aus medizinischer Exzellenz, digitaler Präzision und patientenzentrierter Versorgung.&nbsp;</p><p>Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Sana auf eine Reihe strategischer Initiativen: Eine Interoperabilitätsplattform soll den reibungslosen Datenaustausch zwischen Systemen ermöglichen. Moderne Backend-Lösungen sorgen für eine zukunftssichere IT-Basis. Spracherkennung wird eingeführt, um die Dokumentation zu erleichtern und Zeit für die direkte Patientenarbeit zu gewinnen. Virtual-Reality-Anwendungen eröffnen neue Möglichkeiten in Schulung, Therapie und Planung. Und nicht zuletzt wird Künstliche Intelligenz gezielt eingesetzt, um Diagnostik, Prognosen und Behandlungsprozesse zu unterstützen.&nbsp;</p><h2>Strategie und Vision: Digitalisierung als Enabler&nbsp;</h2><p>Mit der zunehmenden Dynamik im Gesundheitswesen und den wachsenden Anforderungen an Qualität, Effizienz und Transparenz wurde schnell klar: Digitalisierung darf kein Nebenschauplatz sein. Sana entwickelt deshalb derzeit eine unternehmensweite Digitalstrategie, die auf die Konzernziele einzahlt und eigene Ziele beschreibt, sowie sich an den konkreten Herausforderungen des Klinikalltags orientiert. Dabei ist sie kein Selbstzweck, sondern ein strategisches Werkzeug, um die Konzernziele zu erreichen und gute medizinische Ergebnisqualität zu gewährleisten.&nbsp;</p><p>Die Zieldimension <strong>#1 Partner für Gesundheit</strong> wird durch digitale Lösungen unterstützt, die Versorgung verbessern, den Zugang erleichtern und das Patientenerlebnis optimieren. Durch Vernetzung und den gezielten Einsatz von Datenanalytik wird eine personalisierte und evidenzbasierte Medizin gefördert. Strukturierte Daten schaffen zudem die Grundlage für Vergleichbarkeit und ermöglichen ein gemeinschaftliches Lernen voneinander.&nbsp;</p><p>Die Zieldimension<strong> #2 Gesundes Wirtschaften</strong> steht im Fokus durch Effizienzgewinne, die durch automatisierte Prozesse und smarte Ressourcensteuerung erzielt werden. Eine datenbasierte Steuerung unterstützt fundierte Entscheidungen auf allen Ebenen und eröffnet die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle zu initiieren und umzusetzen.&nbsp;</p><p>In der Zieldimension <strong>#3 Attraktiver Arbeitgeber</strong> profitieren Mitarbeitende von digitalen Arbeitswelten, die Entlastung schaffen und die Zufriedenheit steigern. Neue Technologien bieten Raum für persönliche Weiterentwicklung und fördern Innovation.&nbsp;</p><p>Die Zieldimension <strong>#4 Soziale Verantwortung</strong> umfasst digitale Teilhabe und barrierefreie Angebote, die allen Bevölkerungsgruppen – unabhängig von Wohnort – ermöglicht werden sollen. Transparenz und Datensouveränität tragen darüber hinaus dazu bei, Vertrauen zu schaffen und Patientenzufriedenheit nachhaltig zu fördern.&nbsp;<br>&nbsp;</p><h2>Wo stehen wir jetzt? Projekte und Praxisbeispiele&nbsp;</h2><p>Innerhalb des Vorstandsressorts werden fünf zentrale Bereiche – die Sana IT Services GmbH, die Sana change it! GmbH, Information Security, Datenschutz sowie das Data Office – zusammengefasst und gesteuert.&nbsp;</p><p>Die Sana IT Services befindet sich aktuell inmitten eines grundlegenden Wandels. Ziel ist der Umbau hin zu zentralisierten Strukturen im Sinne einer modernen Ablauforganisation. Dabei werden IT-Services konzernweit definiert, zentral gesteuert und standardisiert betrieben. Gleichzeitig bleibt genügend Flexibilität bestehen, um dynamische Arbeitsprozesse innerhalb der neuen Strukturen zu ermöglichen.&nbsp;</p><p>Die Sana change it! verantwortet das konzernweite Projekt- und Prozessmanagement. Das Customer Success Management Office als weitere Einheit der Sana change it! GmbH fungiert als zentrale Ansprechstelle für unsere konzerninternen Kunden – insbesondere für die Krankenhäuser – und stellt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kundenzufriedenheit sicher. Im Bereich Information Security wurde der Security-by-Design-Prozess fest verankert.&nbsp;</p><p>Das Data Office hat mit der Gründung der Sana Data Solutions GmbH einen wichtigen Schritt unternommen, um Daten strukturiert zu erfassen, intelligent zu vernetzen und nutzbar zu machen. Gleichzeitig stellt der Datenschutz Krankenhäuser weiterhin vor komplexe Aufgaben – insbesondere im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung, der Cloud-Nutzung, des Einsatzes von KI-Lösungen sowie der sicheren und rechtskonformen Nutzung von Gesundheitsdaten.&nbsp;</p><h3>Innovative Projekte und starke Partnerschaften&nbsp;</h3><p>Aktuell laufen zahlreiche zukunftsweisende Projekte. Eines der Leuchtturmprojekte ist „Neuland Impetus“, das gemeinsam mit dem Münchener Start-up Avelios umgesetzt wird. Im Fokus steht die Einführung einer Data-Workflow-Engine in einer unserer Fachkliniken. Gemeinsam entwickeln wir eine modulare, vernetzte und skalierbare Plattform, die sich flexibel in bestehende Systeme integrieren lässt und sektorenübergreifend funktioniert. Ziel ist es, strukturierte Daten automatisiert zu generieren, Prozesse zu digitalisieren und so vollständig digitale und effiziente Workflows zu ermöglichen – ein bedeutender Beitrag zur Steigerung der Qualität der Patientenversorgung und zur Entlastung der Mitarbeitenden.&nbsp;</p><p>Ein weiteres Beispiel für die intelligente Nutzung von Technologie ist die Kooperation mit Brainomix. Mithilfe von KI-Algorithmen wird die Auswertung von Gehirnaufnahmen unterstützt, was eine schnellere und präzisere Diagnostik ermöglicht – etwa auch in der Rufbereitschaft durch ortsunabhängigen Zugriff. Im Bereich des digitalen Wundmanagements arbeiten wir mit Imito zusammen. Die Lösung ermöglicht eine moderne, KI-gestützte Foto-, Video- und Wunddokumentation sowie eine effiziente Verwaltung von Patientendokumenten.&nbsp;<br>Neben diesen Leuchtturmprojekten existiert eine Vielzahl weiterer, kleinerer Initiativen und Kooperationspartner, die hier nicht alle im Detail aufgeführt werden können – sie tragen jedoch ebenso wesentlich zur digitalen Transformation bei.&nbsp;</p><h3>MeineSana – die digitale Patientenplattform&nbsp;</h3><p>Im Zentrum der Entwicklung unseres Patientenportals steht nicht die Technik, sondern der Mensch. Für die meisten Menschen ist ein Krankenhausaufenthalt selten – sie erwarten vor allem eine bestmögliche Versorgung. Digitale Lösungen müssen deshalb echten Mehrwert bieten, Prozesse verbessern und alle Beteiligten vernetzen.&nbsp;<br>Das Portal MeineSana ist Teil der langfristigen Digitalisierungsstrategie, die weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen des Krankenhauszukunftsgesetzes hinausgeht. MeineSana ist Teil einer offenen, interoperablen Plattform, die Patientinnen und Patienten, Zuweiser, medizinisches Personal und Partner verbindet. Ziel ist es, den gesamten Behandlungspfad digital zu begleiten – von Prävention und ambulanter Versorgung über den stationären Aufenthalt bis zur Rehabilitation und Pflege.&nbsp;</p><p>Zentrale Funktionen wie digital unterstützte Aufnahmeprozesse, Self-Check-in, frühzeitige Patienteninformation, Videosprechstunden, strukturiertes Entlassmanagement und sichere Zuweiserkommunikation entlasten das Personal, verbessern Abläufe und erhöhen die Versorgungsqualität. Entscheidend für den Erfolg ist das Change-Management: Die Einführung des Portals wird eng mit den klinischen Prozessen verzahnt, Mitarbeitende werden frühzeitig eingebunden. In jeder Klinik gibt es dafür eine „Leitung Klinische Prozesse und Digitalisierung“ an der Schnittstelle zwischen Management, Medizin, Pflege und IT. Mit MeineSana schafft Sana die Basis für eine zukunftsfähige, vernetzte und patientenzentrierte Versorgung – ein Portal, das nicht nur digitale Kommunikation ermöglicht, sondern die gesamte Gesundheitsversorgung smarter, effizienter und menschlicher macht.&nbsp;</p><h3>Realitätscheck&nbsp;</h3><p>Wie bei jeder tiefgreifenden Transformation verlaufen auch bei uns nicht alle Projekte reibungslos – und das ist bei der Komplexität unserer Aufgaben weder ungewöhnlich noch vermeidbar. Was zählt, ist der kontinuierliche Fortschritt – und der ist erkennbar, auch wenn wir an mancher Stelle hinter den ursprünglich gesteckten Zeit- oder Wirkungszielen zurückbleiben.&nbsp;<br>Mehrere Projekte sind von Verzögerungen betroffen. So verschob sich der Go-live des Projekts „Neuland Impetus“ deutlich, obwohl die inhaltliche Ausrichtung und das Konzept vielversprechend sind. Auch die Einführung der internen mobilen Akte zur digitalen Unterstützung des Medikationsmanagements erweist sich als komplexer als geplant. Technische Hürden und Abstimmungsbedarfe haben hier den ursprünglich vorgesehenen Zeitplan ins Wanken gebracht.&nbsp;</p><p>Ein weiteres Beispiel: Die zunächst sehr hoffnungsvoll gestartete Kooperation, durch die ein Patientendatenmanagementsystem entwickelt werden sollte, musste auf ein Haus begrenzt werden. Trotz intensiver Zusammenarbeit konnten die gewünschten Ergebnisse nur teilweise erreicht werden – und damit auch der Mehrwert, den wir unseren Mitarbeitenden sowie Patientinnen und Patienten bieten wollen. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, war jedoch notwendig, um den Fokus wieder klar auf funktionierende und praxistaugliche Lösungen zu richten.&nbsp;Denn bei aller Innovationsfreude und allen technologischen Ambitionen gilt für uns ein klarer Grundsatz: Eine Lösung ist nur dann eine gute Lösung, wenn sie funktioniert – im Alltag, unter realen Bedingungen, zuverlässig und nachhaltig. Alles andere kostet nicht nur Ressourcen, sondern auch Zeit und Motivation.&nbsp;</p><p>Wir sind uns bewusst, dass Rückschläge und Verzögerungen Auswirkungen auf die Stimmung und das Vertrauen der Mitarbeitenden haben können. Gerade in einem fordernden Umfeld wie dem Gesundheitswesen, in dem Zeitdruck und Verantwortung zum Alltag gehören, kann das zu Frustration führen. Umso wichtiger ist es für uns, offen mit Herausforderungen umzugehen, Erfolge sichtbar zu machen und vor allem aus Rückschlägen zu lernen. Unser Anspruch bleibt dabei klar: Wir wollen Lösungen entwickeln und bereitstellen, die Mitarbeitende spürbar entlasten und Patientinnen und Patienten konkret unterstützen – zuverlässig, nutzerfreundlich und zukunftsfähig. Das gelingt nicht immer auf Anhieb. Aber es gelingt – mit einem starken Team, klarer Zielsetzung und dem festen Willen, aus jedem Rückschlag neue Stärke zu ziehen.&nbsp;</p><h2>Besondere Herausforderungen&nbsp;</h2><p>Die Transformation des CTO-Bereichs sowie die Digitalisierung bei Sana bringen eine Vielzahl von Herausforderungen mit sich. Besonders die Zusammenarbeit mit Start-ups gestaltet sich oftmals komplex – nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher Geschwindigkeiten, Mentalitäten und Herangehensweisen. Gleichzeitig liegt in diesen Unterschieden ein großes Potenzial: Wenn sie bewusst reflektiert und aktiv gestaltet werden, können beide Seiten voneinander profitieren und innovative Lösungen gemeinsam vorantreiben.&nbsp;<br>Ein zentrales Erfolgskriterium der digitalen Transformation liegt in der aktiven Einbindung der Mitarbeitenden. Nur wenn sie frühzeitig in Entwicklungs- und Einführungsprozesse neuer digitaler Produkte und Anwendungen eingebunden werden, kann Akzeptanz entstehen.&nbsp;</p><p>Neben technischen und datenschutzrechtlichen Fragestellungen stellen insbesondere kulturelle und organisationale Faktoren eine Herausforderung dar. Veränderungsängste, fehlende Partizipationsmöglichkeiten, ausgeprägte Hierarchien sowie begrenzte zeitliche und personelle Ressourcen können die Digitalisierung erheblich bremsen.&nbsp;<br>Wissenschaftliche Studien belegen jedoch klar: Eine offene Fehler- und Lernkultur, transparente Kommunikation sowie engagierte und zugewandte Führungskräfte sind entscheidende Voraussetzungen, um diese Hürden zu überwinden. Sie schaffen Vertrauen und fördern die Bereitschaft, neue Wege zu gehen – stets mit dem Ziel, die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern und die Mitarbeitenden in ihrer Arbeit zu unterstützen (Edmonson 2004). Veränderung bedeutet im organisationalen Kontext nicht nur die Einführung neuer Technologien oder Prozesse, sondern stets auch einen kulturellen Wandel. Wissenschaftlich betrachtet ist Unternehmenskultur – verstanden als das kollektive Wertesystem, die Normen und das geteilte Selbstverständnis einer Organisation – ein zentraler Hebel für Innovation und digitale Transformation (Schein 2010; Kane et al. 2015).&nbsp;</p><p>In einem Konzern wie Sana ist es daher entscheidend, strukturelle Trägheit und eingespielte Routinen bewusst zu hinterfragen. Veränderung gelingt nur, wenn Sicherheit geschaffen wird und Mitarbeitende das Gefühl haben, dass ihre Perspektiven gehört werden. Studien zeigen, dass eine innovationsfreundliche Kultur durch Merkmale wie Offenheit, Lernbereitschaft, flache Hierarchien und die Förderung von Ambidextrie – also dem Gleichgewicht zwischen Effizienz im Kerngeschäft und Raum für Neues – gekennzeichnet ist (Birkinshaw u. Gibson 2004).&nbsp;<br>Digitale Transformation kann nur dort erfolgreich sein, wo kulturelle Voraussetzungen wie Fehlerfreundlichkeit, Vertrauen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein klares gemeinsames Zielbild gegeben sind (Westerman et al. 2014). Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie müssen als kulturelle Übersetzerinnen und Übersetzer wirken, Veränderungen vorleben und Räume für Partizipation und Experimentieren schaffen. Die Führungskräfte bei Sana werden gezielt auf diese Aufgaben vorbereitet: In den Führungskräfte-Labs entwickeln sie ihr persönliches Führungsverständnis weiter, erproben neue Ansätze im Umgang mit Wandel und stärken ihre Veränderungskompetenz. Unterstützt durch das begleitende Change-Management lernen sie, als Treiberinnen und Treiber kulturellen Wandels zu agieren, ihre Teams durch Unsicherheiten zu führen und die digitale Transformation aktiv mitzugestalten.&nbsp;</p><p>Veränderungen in großem Maßstab gelingen nur mit einem strukturierten Change- oder Transformationsmanagement. Fehlen diese professionellen Strukturen, werden Transformationsprozesse oft in Eigenregie durchgeführt – mit dem Risiko, dass Erfahrungen, Methoden und Ressourcen fehlen, um den Wandel nachhaltig erfolgreich zu gestalten. Hier liegt ein zentrales Handlungsfeld, um künftige Veränderungen wirksam zu unterstützen und zu verankern.&nbsp;</p><h2>Unser Zielbild&nbsp;</h2><p>Wofür investieren wir all diese Anstrengungen – Digitalisierung, neue Prozesse, innovative Technologien? Wir tun es für unsere Mitarbeitenden und vor allem für unsere Patientinnen und Patienten. Um zu veranschaulichen, wie sich unsere Vision im Alltag entfaltet, stellen wir im Folgenden die exemplarische Patient Journey von Herrn Mustermann vor – eine Reise durch ein vollständig digitalisiertes Krankenhaus.&nbsp;</p><p>Sie steht sinnbildlich für die übergeordnete Vision der Sana: ein smartes, vernetztes und konsequent patientenzentriertes Gesundheitssystem. Diese Geschichte zeigt, wie unterschiedliche Systeme, Anwendungen und Technologien nahtlos zusammenwirken, um den größtmöglichen Nutzen für Patientinnen und Patienten zu schaffen.&nbsp;</p><h3>Kapitel 1: Der Sturz&nbsp;</h3><p>Beim Joggen erleidet Herr Mustermann eine Patellaluxation und schlägt mit dem Kopf auf. Ihm wird schwarz vor Augen. Als er unter starken Schmerzen wieder zu sich kommt, hört er eine Stimme aus seiner Smartwatch: Die Uhr hat den Sturz sowie die kurzzeitige Bewusstlosigkeit automatisch erkannt und direkt die integrierte Notruffunktion aktiviert. Die Leitstelle meldet sich über die Uhr, beruhigt Herrn Mustermann, informiert ihn über den alarmierten Rettungswagen und bittet um eine erste Einschätzung seiner Beschwerden. Herr Mustermann berichtet über starke Knieschmerzen und Schwindel.&nbsp;<br>Der eintreffende Notarzt dokumentiert die Verdachtsdiagnose – Patellaluxation und Gehirnerschütterung – digital über ein mobiles Notfallleitsystem. In Echtzeit erhält er die Information, dass das Sana Klinikum, das sich in der Nähe befindet, aktuell freie Kapazitäten hat. Herr Mustermann wird umgehend dorthin transportiert. Nach Eingabe der Verdachtsdiagnose wird automatisch der passende Behandlungspfad aktiviert: Ressourcen in der Klinik werden reserviert, Fachpersonal informiert. Bereits während des Transports hat das Klinikteam Zugriff auf relevante medizinische Daten wie Vorerkrankungen oder Allergien. Bei Bedarf wird das Rettungsteam digital unterstützt. Ein Clinical Decision Support System (CDSS) hilft dem Notarzt, alle wichtigen Schritte zu berücksichtigen – die medizinische Entscheidung liegt jedoch weiterhin in den Händen des Personals.&nbsp;</p><h3>Kapitel 2: Diagnostik&nbsp;</h3><p>Unmittelbar nach seiner Ankunft beginnt das ärztliche Team mit der Diagnostik. Unterstützt wird es dabei durch Empfehlungen des CDSS, das als Orientierungshilfe dient. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte behalten jederzeit die Entscheidungsfreiheit und können bei Bedarf vom vorgeschlagenen Pfad abweichen. Herr Mustermann wird transparent über die voraussichtliche Wartezeit für CT- und Röntgenuntersuchungen informiert. Diese basiert auf historischen Klinikdaten. Da er bereits digital angekündigt wurde, ist ein Slot für ihn reserviert – die Wartezeit beträgt nur wenige Minuten.&nbsp;</p><p>Alle Befunde und diagnostischen Ergebnisse – etwa CT- und Röntgenbilder oder pathologische Einschätzungen – werden digital erfasst und können unmittelbar mit allen relevanten Abteilungen geteilt werden. Auch ein sicherer standortübergreifender Austausch mit anderen Sana-Kliniken ist möglich, da alle Einrichtungen auf ein einheitliches Daten- und Workflowsystem zugreifen. Auf Grundlage der abgeschlossenen Diagnostik, der Empfehlungen des CDSS und des interprofessionellen Austauschs wird ein individueller Therapieplan für Herrn Mustermann erstellt. Die Untersuchungen bestätigen einen Bänderriss infolge der Patellaluxation, der operativ versorgt werden muss. Eine integrierte KI hat die CT-Bilder bereits analysiert und die relevanten Befunde visuell hervorgehoben.&nbsp;</p><p>Zudem wird eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert. Da Herr Mustermanns Allgemeinzustand stabil ist, wird er zur Schonung nach Hause entlassen. Die Knieoperation ist für die Folgewoche geplant und wurde in Abstimmung mit einer orthopädischen Fachpflegekraft terminiert. Noch am selben Tag erhält Herr Mustermann per E-Mail die Terminbestätigung sowie eine persönliche Begrüßung und erste Informationen zu seinem Aufenthalt. Gleichzeitig erhält er Zugangsdaten für sein digitales Patientenportal.&nbsp;</p><h3>Kapitel 3: Vorbereitungen&nbsp;</h3><p>Mit seinen Zugangsdaten loggt sich Herr Mustermann in die Plattform ein. Dort kann er bereits vor dem Klinikaufenthalt verschiedene Services nutzen:&nbsp;</p><ul><li data-list-item-id="ed83ee000966a01791a24edb437e3c0d9">tagesaktuelle OP-Hinweise abrufen (z.B. zur Ernährung)</li><li data-list-item-id="eec10a087aec7acac3e6346a2fc5e2df8">medizinische Unterlagen hochladen oder mit der elektronischen Patientenakte verknüpfen</li><li data-list-item-id="e65363be880f3309ece07feaddec7a7b4">Angaben zu Vorerkrankungen und Kontaktpersonen hinterlegen</li><li data-list-item-id="e366d69766f0818d7b3de61c05a0ad139">Informationsmaterialien einsehen und Fragen per Chatbot stellen</li><li data-list-item-id="e59aac66b3685b7eb7e24f2a98f5cef9f">Behandlungs- und Anästhesieaufklärung per Videoanruf durchführen und digital unterzeichnen</li><li data-list-item-id="ebcff49185d62654bc99d26cf109ee12b">Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie Angebote der Klinik kennenlernen</li><li data-list-item-id="e3e83bb13bd0d03f3e729cb732b25b15f">Menüauswahl treffen und Wahlleistungen buchen</li><li data-list-item-id="e772d2dffcb8554441b391b8bfccbb8ec">OP-Termine verwalten&nbsp;<br>&nbsp;</li></ul><h3>Kapitel 4: Der Krankenhausaufenthalt&nbsp;</h3><p>Am Tag der OP wird Herr Mustermann von einem Angehörigen in die Klinik begleitet. Um den Aufnahmeprozess so angenehm wie möglich zu gestalten, hat er vorab per E-Mail und App eine Mitteilung über den Self-Check-in erhalten. Dieser kann bequem über das eigene Smartphone oder über ein Check-in-Terminal im Eingangsbereich erfolgen. Mittels Ausweises und elektronischer Gesundheitskarte identifiziert sich Herr Mustermann und erhält sein Patientenarmband.&nbsp;</p><p>Da alle administrativen Schritte bereits im Vorfeld abgeschlossen wurden, kann Herr Mustermann direkt zur chirurgischen Station 1a gehen. Dort wird er herzlich vom Pflegepersonal empfangen und auf sein Zimmer begleitet. Als ihm auffällt, dass er seinen Bademantel vergessen hat, bestellt er unkompliziert einen neuen über das Patienten-Tablet.&nbsp;<br>Bis zur OP-Vorbereitung nutzt Herr Mustermann das digitale Entertainment-Angebot. Die vorherige Kommunikation mit seiner Operateurin hat viele seiner Fragen geklärt. 30 Minuten vor Beginn wird er vorbereitet. Dank des digitalen Behandlungsplans konnten bereits alle Materialien im OP bereitgestellt werden.&nbsp;</p><p>Die Identifikation vor der OP erfolgt per Armband-Scan. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Anästhesisten beginnt der Eingriff. Während der Operation werden alle Vitaldaten in Echtzeit überwacht. Bei einer ungewöhnlichen anatomischen Situation holt sich der behandelnde Arzt per Video eine Expertenmeinung ein. Nach der OP werden alle Daten automatisch archiviert. Im Aufwachraum sorgen digitale Sensoren für eine kontinuierliche Überwachung der Vitalwerte. Vor der Verlegung auf Station wird Herr Mustermann über den Verlauf informiert. Der Transfer wird ebenfalls per Armband-Scan dokumentiert.&nbsp;</p><p>Auf Station begleitet das Pflegepersonal die Mobilisation, überprüft Verband und Vitalzeichen und passt die Schmerztherapie an. Ein intelligentes System erkennt Auffälligkeiten frühzeitig. Bedürfnisse kann Herr Mustermann direkt über den Patientenbildschirm an die Pflege melden. Die Pflegekräfte dokumentieren ihre Maßnahmen per Sprachsteuerung. Noch am selben Tag startet die Physiotherapie, unterstützt durch eine Übungs-App für zu Hause.&nbsp;</p><p>Am Folgetag wird die Entlassung vorbereitet. Der Arztbrief wird automatisch erstellt und von der Ärztin freigegeben. Herr Mustermanns Ehemann wird per SMS über den Entlasszeitpunkt informiert. Bei der Verabschiedung erhält Herr Mustermann Hinweise zur Wundheilung und Zugang zu weiteren Informationen über die Klinik-App. Da sein Hausarzt Teil der integrierten Gesundheitsregion ist, kann er nahtlos auf alle Behandlungsdaten zugreifen und die Nachsorge übernehmen.&nbsp;</p><h3>Kapitel 5: Perspektiven der Mitarbeitenden: Ärztinnen und Ärzte und Pflege im Smart Hospital&nbsp;</h3><p>Die digitale Transformation verändert nicht nur die Patientenerfahrung, sondern hat auch tiefgreifende Auswirkungen auf den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden. Insbesondere Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte profitieren von smarter Unterstützung, die ihnen wieder mehr Zeit für das Wesentliche gibt: die Zuwendung zu den Patientinnen und Patienten.&nbsp;</p><p>Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet die Integration digitaler Systeme eine spürbare Entlastung bei administrativen Tätigkeiten. Die automatisierte Dokumentation medizinischer Maßnahmen, das Clinical Decision Support System (CDSS) und die strukturierte Verfügbarkeit aller relevanten Informationen ermöglichen eine fundierte Entscheidungsfindung – ohne zeitraubende Recherche. Befunde, Laborwerte und Bilddaten stehen konsolidiert und strukturiert zur Verfügung, sodass sich Ärztinnen und Ärzte auf das medizinisch Wichtige konzentrieren können. Die Kommunikation im Behandlungsteam wird durch digitale Tools erleichtert, interprofessionelle Zusammenarbeit gestärkt. So gewinnen Ärztinnen und Ärzte Zeit, um sich intensiver mit ihren Patientinnen und Patienten auszutauschen und individuelle Therapieentscheidungen zu treffen.&nbsp;</p><p>Auch für Pflegekräfte bedeutet die Digitalisierung einen echten Fortschritt. Viele Routineprozesse – wie die Vitalzeichenkontrolle oder Dokumentation – erfolgen teilautomatisiert und sprachgesteuert. Informationen über Patientinnen und Patienten sind direkt am Bett digital abrufbar, wodurch Doppelungen, Laufwege und Papierarbeit reduziert werden. Unterstützt durch sensorbasierte Frühwarnsysteme und mobile Endgeräte kann die Pflege schneller reagieren und mehr Zeit in persönliche Betreuung investieren. Zudem wird durch die digitale Erfassung aller pflegerischen Maßnahmen auch deren Sichtbarkeit und Relevanz im interprofessionellen Team gestärkt.&nbsp;</p><p>Darüber hinaus schaffen digitale Schulungsangebote, Wissensdatenbanken und Kommunikationsplattformen neue Möglichkeiten der kontinuierlichen Weiterbildung und Vernetzung. Die Mitarbeitenden werden so zu aktiven Mitgestalterinnen und Mitgestaltern der digitalen Transformation – unterstützt durch eine lernorientierte, partizipative Unternehmenskultur, die Innovation ermöglicht und Sicherheit im Wandel gibt.&nbsp;</p><h2>Abschließende Gedanken&nbsp;</h2><p>Wir blicken stolz auf die Entwicklung von Sana zurück – ein Weg, der geprägt ist von mutigen Schritten in Richtung Digitalisierung, Vernetzung und Innovation. Diese Transformation ist keine leichte Aufgabe, aber sie eröffnet uns die Chance, die Gesundheitsversorgung von morgen aktiv zu gestalten: smarter, effizienter und vor allem konsequent patientenzentriert.&nbsp;<br>Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck: Sie schafft Raum für mehr Zeit mit den Patientinnen und Patienten, entlastet Mitarbeitende und macht Abläufe sicherer und transparenter. Doch Technologie allein reicht nicht – es sind die Menschen, ihr Engagement und ihre Offenheit für Neues, die diesen Wandel lebendig machen.&nbsp;<br>Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren viel erreicht. Doch die digitale Reise ist noch lange nicht zu Ende. Jetzt geht es darum, das Erreichte weiter auszubauen, neue digitale Möglichkeiten mutig zu nutzen und Prozesse noch stärker zu vernetzen. So schaffen wir eine Gesundheitswelt, die allen zugutekommt – Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden und der gesamten Gemeinschaft.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h2>Autorin: Stefanie Kemp&nbsp;</h2><p><img class="image-style-align-left" style="width:200px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2914/8d3e1d24-93f8-41c4-bfaa-7bce9219cdb9/500_ka-sv-24578_01_original.jpg?x=1779350659825" width="200" alt="Stefanie Kemp, Vorstandsmitglied der Sana Kliniken AG, Chief Transformation Officer (CTO)">Ihre berufliche Laufbahn begann die 1963 geborene Stefanie Kemp als Kinderkrankenpflegerin. Vor über 35 Jahren wechselte sie dann über die Pharmabranche in den Bereich der Informations-Technologie – sowohl auf Lieferanten- als auch auf Anwenderseite. 2011 erhielt Stefanie Kemp den „Global Exchange Award“ und wurde als „CIO des Jahres“ ausgezeichnet. Nach Stationen bei RWE/innogySE und Lowell gründete sie 2019 ihr eigenes Unternehmen. Von 2020 bis 2022 leitete sie die Geschäfte für das Technologieunternehmen Oracle in Deutschland. Stefanie Kemp führt seit dem 1. September 2022 als Chief Transformation Officer (CTO) das Vorstandsressort Transformation der Sana Klinken AG. In dieser Funktion treibt sie die Weiterentwicklung des Konzerns zum integrierten Gesundheitsdienstleister voran.&nbsp;<br>&nbsp;</p><h2>Literatur&nbsp;</h2><ul><li data-list-item-id="e63de696c381407b8bf5b73bd9d0b47e9">Birkinshaw J, Gibson C (2004) Building Ambidexterity Into an Organization. Harvard Business Review</li><li data-list-item-id="ea6b1d6a493e4dfe772162867e5bf42ea">Edmondson AC (2004) Learning from Failure in Health Care: Frequent Opportunities, Pervasive Barriers In: Quality and Safety in Health Care 13(2), ii3–ii9</li><li data-list-item-id="e60bf3128632e8d09b7858d513eb267e7">Kane GC et al. (2015) Strategy, Not Technology, Drives Digital Transformation. MIT Sloan Management Review</li><li data-list-item-id="e7eebb25e480008c2f82bcd13ac5b96f2">Schein EH (2010) Organizational Culture and Leadership. (4th ed.)</li><li data-list-item-id="ec59383e41bb29a5deadc691f61c55c53">Westerman G, Bonnet D, McAfee A (2014) Leading Digital: Turning Technology Into Business Transformation&nbsp;</li></ul>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,50jahre,buch,Kemp,Stefanie Kemp,Gastbeitrag]]></category>
            <pubDate>Wed, 18 Mar 2026 16:13:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Stefanie Kemp im Podcast HealthCareBrain</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/stefanie-kemp-im-podcast-healthcarebrain/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/stefanie-kemp-im-podcast-healthcarebrain/</guid><pp:caseid>678215</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span style="text-align:left;">Stefanie Kemp, Chief Transformation Officer der Sana Kliniken AG, sprach im Podcast HealthCareBrain über die Herausforderungen und Fortschritte der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Motivation und Unterstützung der Mitarbeitenden sei dabei ganz besonders wichtig, wie auch Verständnis von Prozessen und Transparenz. Zwar sei das Gesundheitswesen technologisch rückständig, aber es gebe Fortschritte etwa &nbsp;beim Thema Cloud, beim Krankenhausinformationsystem und auch beim Verständnis von agilen Prozessen. Steffi Kemp betonte die Wichtigkeit von Datensicherheit und ethischen Aspekten bei der Nutzung von KI. Sie kritisierte die “German Angst” und forderte eine schnellere Adaption von Innovationen im Gesundheitswesen.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>In dieser Folge von HealthCareBrain begrüßen Kerstin und Lennart eine ausgewiesene Expertin in der digitalen Transformation von Organisationen und Gesundheitsversorgern. Stefanie Kemp ist seit 2022 Chief Transformation Officer (CTO) und Vorstandsmitglied der Sana Kliniken AG. Ihre berufliche Laufbahn begann Steffi als Kinderkrankenpflegerin. Vor über 35 Jahren wechselte sie dann in den Bereich der Informations-Technologie - sowohl auf Lieferanten- als auch auf Anwenderseite.<span>&nbsp; </span>2011 war Steffi Preisträgerin des "Global Exchange Award" und "CIO des Jahres". Seit 2013 arbeitete sie in unterschiedlichen Top-Level-Positionen im Bereich Transformation, Innovation und Digitalisierung bei Unternehmen wie RWE / innogySE sowie zuletzt bei Oracle Deutschland. Im Gespräch mit HealthCareBrain teilt Steffi ihre wertvollen Einblicke und Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit und diskutiert die größten Herausforderungen und Chancen bei der Implementierung neuer Technologien in den Sana Kliniken. Dabei gibt sie Einblick in konkrete Projekte der Sana Kliniken z. B. für die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) in der Radiologie und Neurologie sowie die Entscheidung der Einführung eines neuen Krankenhausinformationssystems (KIS).</p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Podcast,Kemp,Stefanie Kemp]]></category>
            <pubDate>Wed, 18 Dec 2024 18:42:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Kemp zur Digitalisierung: Wenn nicht jetzt, wann dann?</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/kemp-zur-digitalisierung-wenn-nicht-jetzt-wann-dann/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/kemp-zur-digitalisierung-wenn-nicht-jetzt-wann-dann/</guid><pp:caseid>657441</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Sana-Vorstand Stefanie Kemp, Chief Transformation Officer, beschreibt im Podcast Healthcare out of the box, wie Sana bei der Digitalisierung vorgeht, welche Projekte Priorität haben und welche Rolle Transparenz im Change hat.&nbsp;</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/8b88d5c5-9fc1-4ea2-af93-96509a09aa00/1920_podcaststefaniekemp.jpg?29619"><p><a href="https://www.tobias-krick.de/" target="_blank">Tobias Krick</a> interviewt im Podcast <a href="https://open.spotify.com/episode/1eN8nm98uMY5kd2lg0weck?go=1&sp_cid=40be4bb48dc4a7ce4bca516868052e25&utm_source=embed_player_p&utm_medium=desktop&nd=1&dlsi=b6c2988bccae43d0" target="_blank">Healthcare out of the box </a>Sana-Vorständin Stefanie Kemp, Chief Transformation Officer. Seine Top-Drei-Learnings:</p><p>"Learning Nummer eins. Und das ist: Bei Transformationen im Krankenhaus darf man auch gerne mal groß denken. Was meine ich damit? Die Sana-Kliniken machen mit ihrem Projekt, Impetus, einen mutigen, richtig großen ersten Schritt, auf den andere schauen und entweder klappt das Ganze, dann wird es ein Vorzeigeprojekt sein und es wird vielleicht auch übertragbar sein auf andere Klinikketten oder den Gesamtmarkt. Es wird entweder den Weg ebnen oder es scheitert grandios und dann werden natürlich wieder diejenigen kommen, die mit dem Finger zeigen und sagen: „Nein, das hat alles nicht geklappt und hättet ihr es mal gelassen, und die alles immer besser wissen. Aber es braucht einfach diese Institution, diese Menschen, die sagen: „Okay, ja, es könnte schiefgehen, aber wir gehen jetzt mal mutig voran. Und das finde ich großartig.&nbsp;</p><p>Und mein Learning Nummer zwei in dem Kontext bezieht sich auf dieses ganze Thema Prozesse. Ich fand das sehr interessant, dass Steffi gesagt hat, eine ihrer Hauptaufgaben ist es im Endeffekt erst mal gewesen, die ganzen Prozesse sich anzuschauen im Krankenhaus, die ganzen Stakeholder … Natürlich war die Kernerkenntnis: Die sind alle nicht einheitlich, logischerweise. Und dann dieses Bottom-up-Prinzip zu sagen: „Okay, wir definieren jetzt erst mal, wie sollten Maximalprozesse aussehen? Wie können wir die standardisieren? Wie können wir sie digitalisieren? Dieses ganze Thema Prozesse im Klinikum ist einfach unheimlich wichtig und darüber auch mal Transparenz zu schaffen und das Ganze dann zu standardisieren. Das wird uns in Zukunft weiterbringen oder es bleibt halt einfach weiter Wildwuchs. Man kann sich entscheiden, entweder diesen Weg gehen, den ich für sehr richtig halte, oder eben weiter so wie bisher. Mein Learning Nummer drei bezieht sich auf die Führungsprinzipien, die Steffi benannt hat. Also wenn es Change geht und letztendlich sind Digitalprojekte immer Change-Projekte, dann hat sie mehrere Punkte benannt, zwei will ich hervorheben, insbesondere das ganze Thema Transparenz. Transparenz mit den ganzen involvierten Stakeholdern, keine Geheimnisse machen, nichts hinter vorgehalten Hand, keine Informationen nicht teilen aus sonstigen Gründen, sondern einfach transparent im Team mit allen involvierten Menschen sprechen, als Erfolgsprinzip Nummer eins. Und das zweite hat sie gesagt, kein Controlletti sein. Finde ich auch sehr relevant. Man kann als moderne Führung Kraft nicht alles steuern. Man muss auch den Menschen Freiheiten, Kreativität ermöglichen und es muss auch akzeptiert werden, dass dabei mal Misserfolge auftreten, dass Scheitern stattfindet und dass das Teil des normalen Prozesses ist.</p><p>Und das sind moderne Führungsprinzipien des Changes. Steffi hat das ganz ordentlich sehr gut aufgezeigt und hat auch ihr Team noch mal gelobt und hervorgehoben. Das gehört ja auch dazu. Vielleicht das als letztes Prinzip, auch mal öffentlich Danke zu sagen, denn wir können das alle nur im Team schaffen. Letztendlich sind wir alle ein ganz großes gemeinsames Gesundheitswesen-Team, im besten Fall. Und gemeinsam können wir was verändern, aber alleine eben nicht. Das waren meine drei Learnings. &nbsp;</p><p>Ich fand die Folge hervorragend, hat mir sehr, sehr gut gefallen und auch vorbildlich. Ich hoffe, dass viele Kliniken da Learnings rausnehmen, das für sich mitnehmen und anwenden. Wenn dir die Folge auch gut gefallen hat, dann gerne eine positive Bewertung bei den Podcast-Plattformen. Alle Infos zu mir und auch zu Stefanie Kemp findest du wie immer in der Beschreibung der Folge und wir hören uns beim nächsten Mal wieder bei Health Care Out of the Box."</p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Kemp,Stefanie Kemp,Podcast,Digitalisierung]]></category>
            <pubDate>Tue, 10 Sep 2024 22:47:02 +0200</pubDate>
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                        <title>Stefanie Kemp</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/stefanie-kemp/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/stefanie-kemp/</guid><pp:caseid>570192</pp:caseid><pp:subtitle>Vorstandsmitglied der Sana Kliniken AG, Chief Transformation Officer (CTO)</pp:subtitle><description><![CDATA[<img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/8d3e1d24-93f8-41c4-bfaa-7bce9219cdb9/1920_ka-sv-24578_01_original.jpg?76030"><p style="text-align:justify;">Die 1963 geborene Stefanie Kemp begann ihre berufliche Laufbahn als Kinderkrankenpflegerin. Vor über 35 Jahren wechselte sie über die Pharmabranche in den Bereich der Informationstechnologie. 2011 wurde sie mit dem „Global Exchange Award“ sowie als „CIO des Jahres“ ausgezeichnet.&nbsp;</p><p style="text-align:justify;">2013 wechselte Stefanie Kemp zu RWE / innogy SE. Im März 2018 übernahm sie den neu gegründeten Bereich Transformation, Innovation und Digitalisierung bei Lowell Financial Services. Im November 2019 gründete sie ihr eigenes Unternehmen, in dem sie Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützt. Von Juni 2020 bis Juli 2022 leitete sie die Geschäfte des Technologieunternehmens Oracle in Deutschland.</p><p style="text-align:justify;">Seit dem 1. September 2022 ist Stefanie Kemp Chief Transformation Officer (CTO) bei der Sana Kliniken AG und verantwortet dort das Vorstandsressort Transformation. In dieser Funktion treibt sie die Weiterentwicklung des Konzerns zu einem integrierten Gesundheitsdienstleister maßgeblich voran.</p><h2><span>Verantwortungsbereiche bei Sana</span></h2><ul><li data-list-item-id="ea3181c4dae044dd9e759292e50ee924a">Sana change it! GmbH</li><li data-list-item-id="e28b76409701361085b542531794906e7">Sana IT Services GmbH</li><li data-list-item-id="ef38251c6264ee18a5fde65716ac3d30d">Sana Data Solutions GmbH</li><li data-list-item-id="eb37ed8173e85473e18cc906b304a2528">Information Security</li><li data-list-item-id="e19cbe738297a9a9a833d0f3cd5d06a36">Data Office</li><li data-list-item-id="e1598b4e833542ccd1266b41c34c86dbb">Datenschutz und Datensicherheit</li></ul><h2 style="margin-left:0cm;"><span>Weitere Tätigkeiten</span></h2><p>Stefanie Kemp berät renommierte Private Equity Unternehmen in Sachen Digitalisierung und KI und besetzt Aufsichtsrats- und Beiratsmandate in mehreren renommierten Technologieunternehmen, unter anderem der Adesso SE. Sie ist Executive Sponsor des Rotonda Business Club Düsseldorf und engagiert sich als Mentorin der Initiative Women into Leadership e. V. (IWiL).</p><p style="text-align:justify;">&nbsp;</p><p><i>Zum Download sowie zum Copyright-Hinweis bitte auf das jeweilige Bild klicken.</i></p><p>&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[VorstandsCV,Stefanie Kemp,Vorstand,CTO,Digitalisierung,Transformation,CV,uk-hol,Kemp]]></category>
            <pubDate>Thu, 15 Aug 2024 05:12:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Standards, Einbindung der Mitarbeitenden, Praxisnähe - das sind die Erfolgsfaktoren</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/standards-einbindung-der-mitarbeitenden-praxisnaehe---das-sind-die-erfolgsfaktoren/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/standards-einbindung-der-mitarbeitenden-praxisnaehe---das-sind-die-erfolgsfaktoren/</guid><pp:caseid>636479</pp:caseid><pp:subtitle>Gastbeitrag von Stefanie Kemp, Vorständin, Chief Transformation Officer in ku Gesundheitsmanagement</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p>Die digitale Transformation des Gesundheitswesens schreitet unaufhaltsam voran, angetrieben von Technologien wie Künstlicher Intelligenz. In diesem Zusammenhang spielt die Rolle der Krankenhausinformationssysteme (KIS) eine zentrale Rolle. Die Sana Kliniken führen mit ihrem intersektoralen Managementsystem (SIMS) eine Plattform ein, die die ambulante und stationäre Versorgung enger miteinander verzahnt. Durch Pilotprojekte und eine schrittweise Entwicklung mit den Nutzern streben wir eine Akzeptanz und effektive Integration an. Der Erfolg von SIMS beruht auf standardisierten Prozessen, der Einbindung der Mitarbeitenden und einem praxisnahen Testlauf. Dieser ganzheitliche Ansatz verspricht nicht nur eine Steigerung der Effizienz, sondern auch eine Verbesserung der Versorgungsqualität und der Mitarbeiterzufriedenheit.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Das Gesundheitswesen in Deutschland befindet sich unter einem nie dagewesenen Veränderungsdruck. Wir arbeiten in einem System, das einerseits Spitzenleistungen hervorbringt und international angesehen ist, das in der Breite eine Versorgung bietet, die weltweit seines Gleichen sucht. Andererseits sind die Menschen hierzulande nicht gesünder als in vergleichbaren Staaten. Wir produzieren mit viel materiellem und finanziellen Aufwand eine Gesundheitsversorgung, die sehr viel effizienter sein müsste. Und alle Akteure wissen doch: Ein Weiter-so kann es nicht geben – weder werden künftig die finanziellen Ressourcen dafür zur Verfügung stehen, noch die Fachkräfte.</p><p>Gleichzeitig erleben wir atemberaubende technologische Fortschritte: Künstliche Intelligenz in Wissenschaft, Forschung, Diagnostik, Medizin Pflege … personalisierte Medizin, Robotik, Telemedizin, Ambulantisierung und intersektorale Zusammenarbeit, zunehmende Bedeutung von Prävention und des Themas Gesundheit insgesamt. Bis zum Ende des Jahrzehnts – und das sind nur wenige Jahre – wird sich die Gesundheitsversorgung deutlich ändern und auch ändern müssen.&nbsp;</p><p>Diese Transformation wird oft mit Digitalisierung gleichgesetzt. Dies greift meines Erachtens allerdings zu kurz. Am Anfang steht der Gedanke: Wir stellen den Mensch in den Mittelpunkt – ob als Patient oder Beschäftigter. Die Erwartungen der Patienten haben sich verändert. Sie fordern einen bequemen Zugang zu medizinischer Versorgung, eine unkomplizierte Terminbuchung und die Möglichkeit zur Online-Beratung von zu Hause aus. Und auch die Beschäftigten erwarten von Digitalisierung Unterstützung bei ihren Prozessen und nicht, dass sie ihre Prozesse der Technik anpassen.&nbsp;</p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/bfc6e87b-5d0e-451e-9658-97b887569c80/1920_img-0859.jpeg?10000"><p>Die User Centricity ist entscheidend für die Akzeptanz neuer Technik. Nur dann kann es gelingen, innovative Technik zu nutzen, um Pflege und Medizin in eine neue Ära in der Gesundheitsversorgung zu transformieren. Davon ausgehend betrachten wir die Prozesse von der Terminvereinbarung, über die Anamnese, das Onboarding, die medizinische und pflegerische Versorgung bis hin zur Nachsorgen und Weiterbehandlung – und dies auch über die unterschiedlichen Sektoren hinweg.&nbsp;</p><h2><strong>Die Rolle der Digitalisierung und des Krankenhausinformationssystems (KIS)</strong></h2><p>Die Ausgangslage ist allerdings ist allerdings nicht günstig. Letztlich muss man konstatieren, dass der Stand der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens zwei Jahrzehnte dem der Industrie hinterherhängt. Eine DVD mit Patientendaten ist zwar digital, spiegelt aber eben auch den Stand der Technik zur Jahrtausendwende.&nbsp;</p><p>Bisherige Diskussionen in Zusammenhang mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens kreisten oft um Themen wie die elektronische Patientenakte oder das Gesundheitsdatennutzungsgesetz. Dabei wurde darüber hinweg gesehen, dass die grundlegende Infrastruktur in den allermeisten Kliniken und Praxen auf einem Stand ist, der nicht annähernd die aktuellen Möglichkeiten ausschöpft. Damit sind vor allem in die Jahre gekommene Praxisverwaltungssysteme (PVS) und Krankenhausinformationssysteme (KIS) gemeint. Erst vor Kurzem zeigte eine Umfrage, dass nur etwas mehr als ein Viertel der niedergelassenen Ärzte mit ihren PVS zufrieden sind. Und auch die KIS spiegeln einen technologischen Stand wieder, der nicht zu unseren aktuellen und zukünftigen Anforderungen passt.&nbsp;</p><h2><strong>Digitalisierung bei den Sana Kliniken: Das neue Sana intersektorale Managementsystem (SIMS)</strong></h2><p>In diesem Kontext haben wir uns dazu entschieden, eine neue Strategie zu verfolgen. Wir haben beschlossen, ein neues Sana intersektorales Managementsystem (SIMS) einzuführen. Dieses auf mehrere Jahre angelegte Projekt soll die ambulante und stationäre Versorgung enger miteinander verzahnen und mittelfristig Klinisches Arbeitsplatzsystem (KAS), KIS und PVS ablösen. Geplant ist zunächst eine Pilotierung in drei der über 40 Krankenhäuser, gefolgt von einem konzernweiten Rollout voraussichtlich ab dem Jahr 2025.</p><p>Sana versteht sich als integrierter Gesundheitsdienstleister. Dies erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Das Sana Intersektorale Managementsystem (SIMS) ist als zentrale Plattform konzipiert, die nicht nur die technischen Anforderungen erfüllt, sondern auch die Bedürfnisse von Patienten und Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt. Die Vision von SIMS umfasst eine zukunftsfähige State-of-the-Art-Software mit einer Plattform-Architektur, die die Sektorengrenzen überwindet und die Patientenreise unterstützt.</p><h2><strong>Die Umsetzung: Ein genetisches Alphaprodukt und schrittweise Entwicklung</strong></h2><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/2e226724-e80d-4cc8-8da6-e8d0220a4e29/1920_img-0881.jpeg?10000"><p>Um diese Vision zu realisieren, pilotiert Sana ein genetisches Alphaprodukt – also etwas komplett Neues. Zusammen mit Partnern entwickeln wir entlang der von unseren klinischen Experten definierten Kriterien die Prozesse, die dann digital abgebildet werden. Der Ansatz besteht nicht darin, bei Null anzufangen, sondern auf einer bestehenden Plattform aufzubauen und Stück für Stück ein eigenes intersektorales Managementsystem zu entwickeln. Durch die schrittweise Integration von eigenen Modulen für Patientenadministration und -abrechnungen sowie für den ambulanten Sektor wird SIMS kontinuierlich erweitert und verbessert.</p><h2><strong>Die Zukunft: Ein ganzheitlicher Ansatz für eine umfassende Transformation</strong></h2><p>SIMS ist nicht nur ein IT-Projekt, sondern Teil einer umfassenderen Transformation, die viele Arbeitsprozesse tangieren wird. Dies erfordert nicht nur technische Anpassungen, sondern auch eine Vereinheitlichung von Prozessen und eine stärkere Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Patienten und Mitarbeitenden. Sana erwartet, dass diese Transformation nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Qualität der Versorgung verbessert und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöht.</p><h2><strong>Umsetzung von SIMS: Erfolgsfaktoren für eine effektive Integration</strong></h2><p>Um sicherzustellen, dass das Sana intersektorale Managementsystem erfolgreich implementiert wird, setzen die Sana Kliniken auf eine Reihe von Schritten, um die User Centricity zu gewährleisten:</p><p>1. Standardisierte Prozesse und strukturierte Daten:</p><p>Im Rahmen des Pilotprojektes werden sämtliche verfügbaren Daten strukturiert und workflow-basiert zur Verfügung gestellt. Dies ermöglicht eine bessere Steuerung der Arbeitsabläufe und eine qualitative Verbesserung der Patientenversorgung. Ziel ist es, dass sich die standardisierte Datenstruktur über alle Einrichtungen von Sana erstreckt und den Austausch von Best Practices sowie evidenzbasierte Entscheidungsprozesse fördert.</p><p>2. Der Mensch im Mittelpunkt:</p><p>SIMS ist darauf ausgerichtet, alle Mitarbeitenden bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen und die Patientenversorgung durch kontinuierliche Innovationen zu verbessern. Die Einbindung der Mitarbeitenden in den Entwicklungsprozess sowie ein innovatives Schulungskonzept stellen sicher, dass die Plattform praxisnah gestaltet und zukunftsfähig ist.</p><p>3. Dry Run:</p><p>Vor dem geplanten ersten Go-Live-Termin haben wir einen innovativen Ansatz gewählt und einen Dry Run durchgeführt, also einen Trocken-Durchlauf, um den aktuellen Stand der Klinikplattform in einer realitätsnahen Umgebung zu testen. Die zukünftigen Nutzer aus den Pilothäusern spielten dabei unter möglichst praxisnahen Bedingungen verschiedene Szenarien von der Aufnahme bis zur Entlassung durch. Dies ermöglichte direktes Feedback der Endanwender und unterstützt eine kontinuierliche Verbesserung der Plattform.</p><p>4. Pilotprojekte</p><p>In drei fachlich und von der Größe her unterschiedlichen Kliniken wird SIMS in diesem Sommer eingeführt. Durch diese Streuung werden etwa 80 Prozent aller in den Sana Kliniken anfallenden Prozesse abgedeckt, so dass wir vor dem weiteren Rollout auch dadurch Erfahrungen der Nutzenden – auf Seiten der Beschäftigten, wie auch auf Patientenseite – in die weitere Entwicklung einfließen lassen können.&nbsp;</p><h2><strong>Ein Ausblick&nbsp;</strong></h2><p>Durch diese strategischen Maßnahmen streben die Sana Kliniken an, SIMS erfolgreich in ihre Organisation zu integrieren und&nbsp;<span style="background-color:white;">damit eine Data Workflow Engine zu kreieren, also eine Maschine, die in der Lage ist, alles an Daten, die wir am Patienten und in der Verwaltung erheben bzw. erarbeiten, über einen ordentlichen Ablauf funktional umzusetzen. Meine Vision ist, dass es zugleich eine technologische Plattform ist, an die wir alles anschließen können, was wir für spezifische Bereiche brauchen. Eine zusätzliche Vision ist: Wir werden der modernste und innovativste, technologie-bestausgestattete Arbeitgeber im Gesundheitswesen."</span></p><p>Mit dem SIMS-Projekt betritt Sana Neuland in der deutschen Gesundheitsbranche. Es ist ein Schritt nicht ohne Risiken, der jedoch notwendig ist, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen und die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern. Durch eine konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Patienten und Mitarbeitenden sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Innovation wird Sana weiterhin eine führende Rolle in der deutschen Gesundheitslandschaft einnehmen.</p><p><i>Der Text ist zuerst erschienen in ku Gesundheitsmanagement am 2. Juli 2024</i></p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Stefanie Kemp,Digitalisierung,Standardisierung,Kemp]]></category>
            <pubDate>Tue, 02 Jul 2024 08:31:00 +0200</pubDate>
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                        <title>20 Jahre Rückstand in 6 Jahren aufholen</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/20-jahre-rueckstand-in-6-jahren-aufholen/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/20-jahre-rueckstand-in-6-jahren-aufholen/</guid><pp:caseid>636434</pp:caseid><pp:subtitle>Digitalisierung im Gesundheitswesen dringend notwendig</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><i>Die Gesundheitsversorgung in Deutschland leidet unter Arbeitskräftemangel, veralteter IT-Systeme und ist zu teuer. Beim Befund sind sich alle einig. Für die Therapie gibt es verschiedene Ansätze. Einer ist Standardisierung, vereinfachte Prozesse, Digitalisierung … die große Transformation. Ein Gastbeitrag für "manage it" von Sana-Vorständin Stefanie Kemp, Chief Transformation Officer (CTO).</i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Wir haben uns eine einfache Maxime gegeben: Wir wollen den Menschen keine Lebenszeit wegnehmen. Das bedeutet natürlich einerseits medizinische und pflegerische Exzellenz, so dass die Patienten möglichst schnell gesunden. Das bedeutet auch: Wir wollen niemanden mit Doppeluntersuchungen belasten, niemanden den Aufnahmebogen zum x-ten Mal ausfüllen lassen und auch niemanden lange auf Termine oder Untersuchungen warten lassen.&nbsp;</p><p>Das zu gewährleisten verlangt, die Prozesse im Griff zu haben – in den Krankenhäusern (wir bei Sana haben über 40) und genauso in den weiteren Sektoren: In der Prävention, über die ambulante Versorgung beim niedergelassenen Arzt, etwa in unseren über 50 Medizinischen Versorgungszentren, bis hin zu einem effizienten Entlassmanagement aus dem Krankenhaus sowie bei der Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln Das spiegelt sich auch in der Strategie von Sana wider – und letztlich in unseren Aktivitäten. Wir sind längst nicht mehr nur ein Klinikkonzern, sondern einer der größten Anbieter ambulanter Versorgung in Deutschland. Und die Palette reicht noch weit darüber hinaus – von Einkauf und Logistik bis zu Managementleistungen für Dritte, um nur einige zu nennen.</p><p>Wir müssen die Prozesse auch deshalb optimieren, weil wir effizienter werden müssen. Dafür gibt es zwei einfache Gründe: Deutschland hat eines der teuersten Gesundheitswesen weltweit. Verglichen mit den entwickelten Ländern liefert es aber nur mittelmäßige Ergebnisse. Ein einfaches „Weiter so“ werden wir uns nicht mehr leisten können. Gleichzeitig stehen wir aber vor dramatischen demografischen Veränderungen. Das führt zu weniger Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften bei einer gleichzeitig alternden und krankheitsanfälligeren Gesellschaft. Generell werden wir bei heutigen Strukturen und Arbeitsabläufen zu wenig Arbeitskräfte haben. Und das kommt nochmals verschärft in ländlichen Regionen zum Tragen.&nbsp;</p><p>Was also tun? Es gibt viele Ansätze – zwei greife ich heraus. Erstens: Der bürokratische Aufwand muss deutlich reduziert werden. Rund ein Drittel der Arbeitszeit verbringt das medizinische und pflegerische Personal derzeit mit Administrations- und Bürokratietätigkeiten. Zweitens: Es braucht andere Prozesse, die durch digitale Lösungen unterstützt werden. Den Bürokratieabbau haben wir nicht selbst in der Hand, bei der Digitalisierung können wir jedoch viel bewegen. Aber das muss schnell kommen, bis Ende dieses Jahrzehnts, und das sind nur noch sechs Jahre, ansonsten überrollt uns der demografische Wandel. Dabei gilt es, 20 Jahre Rückstand aufzuholen, den die Gesundheitsbranche verglichen mit weiteren Teilen der Industrie zurückliegt. Auch im internationalen Vergleich mit anderen Industrienationen liegt Deutschland hinten.</p><p>Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz, dem Digital-Gesetz und dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz hat der Gesetzgeber hier in den vergangenen Jahren einige grundlegende Weichen richtig gestellt. Ob diese Rahmenbedingungen früher hätten geschaffen müssen, bleibt eine müßige Diskussion. Wir sind als Versorger aufgerufen, die Digitalisierung konkret mit Leben zu erfüllen. Von elementarer Bedeutung wird dabei sein, die zentralen Systeme im ambulanten und stationären Bereich in die Cloud zu transferieren.</p><p>Die intersektorale Vernetzung, insbesondere zwischen ambulant und stationär, wird durch die Cloud erst ermöglicht. Das wird aber nur funktionieren, wenn wir unsere Kernsysteme, also die Krankenhausinfomations-, die Klinischen Arbeitsplatz-- und die Praxiswaltungssysteme, darauf ausrichten. Wir arbeiten intensiv daran, eine neue Plattform zu etablieren, an die wir unterschiedliche Systeme andocken können. Dabei handelt sich unter anderem um bestehende Abrechnungssysteme, Anwendungen für Terminvereinbarungen und fürs Entlassmanagement. Wir wollen eine Software, die State of the Art ist, ohne Altlasten, mit offenen Schnittstellen. Und letztlich geht es bei einem Konzern mit mehr als 40 Krankenhäusern und einer Vielzahl medizinischer Versorgungszentren auch um Skalierbarkeit. Momentan erproben wir die neue Plattform bei drei unserer Krankenhäuser.&nbsp;</p><p>Ich werde nicht müde, immer wieder zu betonen: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Deshalb geht es im ersten Schritt nicht um Technik. Es geht darum zu verstehen, wie die Arbeit sinnvoll organisiert wird. Wir schauen uns die Prozesse an. Erst dann erfolgt die Frage nach der dazu passenden Technik. Viel zu lange sind die Prozesse nach der vorhandenen Technik modelliert worden.&nbsp;</p><p>Mit moderner Technik und standardisierten Prozessen werden wir auch in der Lage sein, die potentiell aufschlussreichen Daten als Ressource nutzbar zu machen – vor allem in Sinne einer besseren Patienten-Versorgung. Damit dies gelingen kann, braucht es auch eine richtige Architektur und ein Datenökosystem. Die Vision ist: All diejenigen, die Entscheidungen treffen, haben Zugriff auf die Daten in der richtigen Form, zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Qualität.&nbsp;</p><p>Dabei haben wir im Blick: Es gibt kaum etwas Sensibleres als Gesundheitsdaten. Diese vor Missbrauch zu schützen ist oberste Maxime. Auch hier kommt der richtigen Architektur eine tragende Rolle zu – auch mit Blick auf den Datenschutz. Wird dieser nämlich von Anfang an mitgedacht und nicht erst am Ende, wird er zum Gestalter.&nbsp;</p><p>Meine Vision ist: Alle Akteure eint das Verständnis, der Mensch steht im Mittelpunkt. Alle begreifen Gesundheit als umfassenden Prozess – mit Prävention, Hausärztinnen und - ärzten, Krankenhäusern –, in dem es möglich ist, einfach von einem zum Nächsten zu wechseln. Die Fesseln für Innovationen sollten fallen – es gibt so viele tolle Ideen und Produkte, um unsere Gesundheit zu stärken, aber leider noch viel zu viele Barrieren. Wir brauchen ein barrierefreies Gesundheitssystem.</p><p><i>Dieser Gastbeitrag ist zuerst am 19. Juni 2024 in “manage it” erschienen.&nbsp;</i></p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Kemp,Stefanie Kemp,Digitalisierung]]></category>
            <pubDate>Fri, 28 Jun 2024 13:14:00 +0200</pubDate>
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                        <title>„AI und Robotik werden in Medizin und Pflege zu Game Changern“</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/ai-und-robotik-werden-in-medizin-und-pflege-zu-game-changern/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/ai-und-robotik-werden-in-medizin-und-pflege-zu-game-changern/</guid><pp:caseid>636392</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Die Digitalisierung im Gesundheitswesen gilt als große Herausforderung. In Kliniken, Praxen und Gesundheitseinrichtungen dominieren heterogene IT-Infrastrukturen mit einer Vielzahl von Altsystemen und proprietären Lösungen. Wie sie diese Probleme für Sana Kliniken löst, berichtet CTO Stefanie Kemp im Interview mit connect professional.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p style="margin-left:0px;text-align:start;"><i><strong>connect professional:</strong><span><strong>&nbsp;</strong></span>Wie sieht Digitalisierung in Ihrem Unternehmen aus?</i></p><p style="margin-left:0px;text-align:start;"><strong>Steffi Kemp:</strong><span>&nbsp;</span>Wir verfügen über eine große IT-Landschaft. Diese ist allerdings alles andere als homogen, modern, schnittstellenoffen und patienten- oder mitarbeiterzentriert. Dennoch müssen wir diese Systeme am Laufen halten. Gleichzeitig versuchen wir große Schritte nach vorne zu kommen. Die Stichworte lauten: Die Menschen in den Mittelpunkt stellen, Standardisierung, Plattformisierung, Cloud-Lösungen. Wir haben also eine doppelte Herausforderung: Einerseits müssen wir bei Tempo 120 weiter sicher geradeaus fahren, aber gleichzeitig den Motor wechseln.</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;"><i><strong>connect professional:</strong><span>&nbsp;</span>Was waren die größten Hindernisse bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategie?</i></p><p style="margin-left:0px;text-align:start;"><strong>Kemp:</strong><span>&nbsp;</span>Die Altsysteme sind ein großes Hindernis. Sie lassen keine Modernität in unserem Sinne zu. Für unsere Anforderungen haben wir am Markt kein Kernsystem fürs Krankenhaus gefunden, kein sogenanntes Krankenhausinformationssystem. Deshalb bauen wir jetzt mit Partnern eine auf uns zugeschnittene Data Workflow Engine. Neben der Technik gibt es weitere Faktoren, die uns ausbremsen: eine überbordende Regulatorik mit Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien. Gleichzeitig fehlen wichtige Rahmenbedingungen: Wohin geht es mit der Krankenhausreform? Wie geht es mit der Ambulantisierung weiter? Und last not least fehlen uns auch Fachkräfte.</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;"><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/3a001c3f-5bb2-42a2-b922-5187f22dc13c/1ag-0289gespiegelt/" target="_blank"><i><span><strong><img class="image_resized image-style-align-left" style="aspect-ratio:500/auto;width:500px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2914/3a001c3f-5bb2-42a2-b922-5187f22dc13c/1920_1ag-0289gespiegelt.jpg?x=1718264815251" alt="Stefanie Kemp, Vorständin der Sana Kliniken AG, Chief Transformation Officer (CTO)" width="500" height="auto"></strong></span></i></a><i><span><strong>connect professional:</strong>&nbsp;Welche innovativen Technologien, wie beispielsweise AI, setzen Sie bereits in ihrem Unternehmen ein oder wollen Sie in absehbarer Zeit einsetzen?</span></i></p><p style="margin-left:0px;text-align:start;"><span><strong>Kemp:</strong>&nbsp;Es gibt in Deutschland eine gute MedTech-Szene, auch spannende Startups. Die Herausforderung ist es, aus der Technik wirtschaftlich wie medizinisch oder logistisch nachhaltige Cases zu entwickeln. Wir setzen etwa in Lübeck eine KI-basierte Anwendung ein, die in der Diagnostik im Rahmen bildgebender Verfahren unsere Neurologen sehr gut unterstützen kann. Aufgrund unserer heterogenen IT-Struktur können wir derartige Anwendungen leider noch nicht skalieren. Daran arbeiten wir. Ein anderes Beispiel: Es gib hervorragende Operationsroboter. Unter den aktuellen Kostenstrukturen lohnt es allerdings nicht, sie einzusetzen. Wir tun es trotzdem, um Erfahrungen zu sammeln und attraktiv zu sein. Insgesamt: AI und Robotik werden in Medizin und Pflege zu Game Changern. Noch sind wir aber dabei, die Grundlagen für deren sinnvollen Einsatz zu schaffen.</span></p><p style="margin-left:0px;text-align:start;"><i><span><strong>connect professional:</strong>&nbsp;Wie schätzen Sie den Digitalisierungsgrad Ihrer Branche ein?</span></i></p><p style="margin-left:0px;text-align:start;"><span><strong>Kemp:</strong>&nbsp;Die Gesundheitsbranche hinkt dem Industriestandard etwa zwei Jahrzehnte hinterher. Und vergleichen wir das deutsche Gesundheitswesen mit den entwickelten Industrienationen, dann steht Deutschland am Ende der Skala. Gleichzeitig stehen wir vor riesigen Herausforderungen, künftig einfach nicht mehr ausreichend Personal zu haben. Bereits heute gibt es Lücken in der medizinischen Versorgung in Deutschland. Was tun? Es gibt drei große Stellschrauben: Bürokratielasten runter, bessere Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen und Effizienzgewinne durch Digitalisierung und Robotik.</span></p><p style="margin-left:0px;text-align:start;"><i><span>Das Interview ist zuerst bei </span></i><a href="https://www.connect-professional.de/markt/ai-und-robotik-werden-in-medizin-und-pflege-zu-game-changern.330361.html" target="_blank"><i><span>connect professional&nbsp;</span></i></a><i><span> am 12. Juni 2024 erschienen.</span></i></p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Kemp,Stefanie Kemp,Digitalisierung,Kuenstliche Intelligenz]]></category>
            <pubDate>Thu, 13 Jun 2024 10:00:19 +0200</pubDate>
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                        <title>Sana komplettiert Führung des Transformations-Teams</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/sana-komplettiert-fuehrung-des-transformations-teams/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/sana-komplettiert-fuehrung-des-transformations-teams/</guid><pp:caseid>632752</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>• </span>Tobias Eimermacher übernimmt Co-Geschäftsführung der Sana IT Services.</p><p><span>•&nbsp;</span>Oliver Weimann führt die Sana change it!</p><p><span>•&nbsp;</span>Bernd Christoph Meisheit fungiert als Head of Staff.</p><p><span>•&nbsp;</span>Julius Otten leitet neuen Bereich für Prozessmanagement.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Die Sana Kliniken AG komplettiert zum 1. Juli die Leitungsebene im Vorstands-Ressort Transformation. Dieses leitet Stefanie Kemp, Vorstandsmitglied und Chief Transformation Officer (CTO). Die größte Einheit im CTO-Ressort, die Sana IT Services GmbH (SIT), erhält mit Tobias Eimermacher einen neuen Co-Geschäftsführer und Chief Information Officer (CIO). Er wird gemeinsam mit Falk Friese die SIT leiten. An die Spitze der Sana change it! GmbH, die die wesentlichen Veränderungsprojekte steuert, wird Oliver Weimann rücken. Er ersetzt Bernd Christoph Meisheit, der als Head of Staff Stefanie Kemp als Stabschef direkt unterstützen wird. Ihm obliegt auch die Weiterentwicklung der CTO-Strategie. Die Strategieentwicklung verantwortete bislang Julius Otten. Er wird künftig den neuen Bereich „Prozessmanagement & Dokumentenlenkung“ leiten.</p><p>„Sana steht – wie die gesamte Gesundheitsbranche – mitten in einer großen Transformation“, so Stefanie Kemp. „In diesem Sinne müssen wir flexibel auf die sich verändernden Herausforderungen reagieren und unsere Strukturen anpassen. Mit den jetzt gefundenen Lösungen sind wir gut aufgestellt, um den sicheren Betrieb zu gewährleisten, die großen Aufgaben im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes zu bewältigen sowie gleichzeitig Prozesse anzustoßen, um Sana zur technologie-innovativsten Krankenhaus-Gruppe in Deutschland zu entwickeln.“</p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/b5bc8e3f-99cb-480b-92de-0c002f1e07a4/1920_eimermacher-t-med360-2204611.jpg?10000"><p>Der neue Co-Geschäftsführer der SIT, Tobias Eimermacher, wird seine künftige Funktion bis auf Weiteres parallel zu seiner bisherigen als Leiter „Digitale Services der Med 360° SE“ ausüben. Die Med 360° gehört seit Mitte 2023 mehrheitlich zur Sana Kliniken AG, die mit 51 MVZ-Gesellschaften und knapp 600 Arztsitzen zu den größten ambulanten Versorgern Deutschlands zählt. „Tobias Eimermacher ist nicht nur ein ausgewiesener Experte und Leader, sondern bringt zudem die Erfahrung aus dem ambulanten Bereich ein und ergänzt uns damit perfekt“, so Stefanie Kemp. <a href="https://www.sana.de/newsroom/media-library/" target="_blank"><i>Download des Fotos von Tobias Eimermacher</i></a><i>&nbsp;</i></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/e9e510b5-0e32-44d0-9d10-2dd0d536c510/1920_falkfriesequad.jpg?10000"><p>Bereits seit März dieses Jahres ist Falk Friese Co-Geschäftsführer der SIT. Er wurde seitdem interimistisch unterstützt von Martin Sprengart, Leiter Konzerncontrolling der Sana. Stefanie Kemp: „Ich danke Martin sehr für seine sehr hilfreiche, jedoch vorübergehende Unterstützung und wünsche dem neuen Führungsteam alles Gute.“ Die SIT beschäftigt rund 320 Personen und steht für den sicheren IT-Betrieb der Sana Kliniken AG und ihrer verbundenen Unternehmen. <a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/c79e494e-e516-4bc4-92c2-718ae649e590/falkfriese/" target="_blank"><i>Download des Fotos von Falk Friese</i></a><i>&nbsp;</i></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/dcfb9208-a1a4-48a9-ad7c-a5c205265b94/1920_oliverweimann.jpeg?10000"><p>Oliver Weimann hat Sana seit einem Jahr als Berater in zentralen Transformationsprojekten unterstützt. Er hat mehrere IT-Firmen mit gegründet und geführt. Außerdem investiert er in junge Unternehmen zu einem frühen Zeitpunkt und ist als Digital-Berater tätig. Er übernimmt die Geschäftsführung der Sana change it! GmbH. In diesem Unternehmen hat Sana die großen Veränderungsprojekte gebündelt, wie etwa Entwicklung eines „Sana intersektoralen Managementsystems“. Mit dieser Plattform sollen künftig Klinisches Arbeitsplatzsystem, Krankenhausinformationssystem und ambulante Praxisverwaltungssysteme abgelöst werden. „Oliver Weimann ist ein Gewinn für Sana, der uns insbesondere bei den Themen Innovationsfreude und -geschwindigkeit nach vorne bringen wird“, sagt Stefanie Kemp. <a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/dcfb9208-a1a4-48a9-ad7c-a5c205265b94/oliverweimann/" target="_blank"><i>Download des Fotos von Oliver Weimann</i></a></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/b673d4f6-9dda-465d-a26b-0ba30afe9cb5/1920_berndchristophmeisheit.jpeg?10000"><p>Er folgt auf Bernd Christoph Meisheit. Er hat über viele Jahre die SIT geführt und die vergangenen anderthalb Jahre die change it! aufgebaut. „Bernd Christoph Meisheit kennt die Sana und die Branche wie kaum ein zweiter, mit ihm an meiner Seite werden wir unsere Schlagkraft erhöhen“, so Stefanie Kemp. Meisheit werde sie eng beraten, Sonderaufgaben übernehmen und ein wichtiger Botschafter nach innen und außen sein. <a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/99200177-d141-4708-9522-44a81a4b2a93/meisheit-2/" target="_blank"><i>Download des Fotos von Bernd Christoph Meisheit</i></a><i>&nbsp;</i></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/07399b06-2d20-400c-8761-227da7524aa2/1920_juliusotten.jpeg?10000"><p>Julius Otten hatte in den vergangenen anderthalb Jahren die Strategie des CTO-Ressort entwickelt. Da dieser Schritt nun abgeschlossen ist, wird er sich neuen Aufgaben zuwenden: Leitung des neu geschaffenen Bereiches „Prozessmanagement & Dokumentenlenkung“. Stefanie Kemp kommentiert: „Wir haben Transformation immer als Entwicklung von Prozessen verstanden, bei denen IT unterstützen kann. Deshalb werden das Management und die Standardisierung von Prozessen künftig eine wichtige Rolle einnehmen und ich freue mich, dass Julius Otten sich dieser Aufgabe annehmen wird.“ <a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/88132bd9-2f73-4b01-b85a-48e3074f443f/juliusotten/" target="_blank"><i>Download des Fotos von Julius Otten</i></a><i>&nbsp;</i></p><p><strong>Über die Sana Kliniken AG</strong><br><br><span>Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich mehr als drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.&nbsp;</span></p>]]></description><category><![CDATA[PM,uk-hol,SIT,change it,Kemp,Stefanie Kemp,CTO]]></category>
            <pubDate>Mon, 10 Jun 2024 12:01:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Stefanie Kemp über die digitale Transformation im Gesundheitswesen</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/stefanie-kemp-ueber-die-digitale-transformation-im-gesundheitswesen/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/stefanie-kemp-ueber-die-digitale-transformation-im-gesundheitswesen/</guid><pp:caseid>634579</pp:caseid><pp:subtitle>Sana-Vorständin spricht im Podcast &quot;Visionäre der Gesundheit&quot; über KI im Gesundheitswesen, die Verbesserung von Prozessen und ihre Vision</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p>In der neuesten Folge des „Visionäre der Gesundheit“ Podcasts spricht Inga Bergen mit Stefanie Kemp, Chief Transformation Officer der<span>&nbsp;</span>Sana Kliniken. Mit einem Hintergrund in sowohl medizinischen als auch technologischen Bereichen, bringt Stefanie Kemp wertvolle Einblicke und innovative Ideen mit, die die Zukunft der Gesundheitsversorgung prägen könnten. Im Gespräch beleuchtet sie die Bedeutung von verbesserten Prozessen, die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihre Vision für die Zukunft des Gesundheitswesens.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/21f05399-07ee-441f-9097-6e7ee2538b7e/1920_ingabergenundstefaniekemp4x3.jpg?10000"><p style="text-align:start;"><i>Inga Bergen, Visionäre der Gesundheit, und Stefanie Kemp, Vorstand der Sana Kliniken AG, Chief Transformation Officer (CTO)</i></p><p style="text-align:start;">&nbsp;</p><p style="text-align:start;">Stefanie Kemp begann ihre Karriere im Gesundheitswesen als Krankenschwester und Medizinerin, bevor sie ins Produktmanagement bei SAP wechselte. Diese breite Palette an Erfahrungen hat ihr tiefgehendes Verständnis für die operativen und technologischen Anforderungen im Gesundheitssektor ermöglicht. Heute ist sie eine der wenigen Frauen in Führungspositionen im Bereich Gesundheitstechnologie und spielt eine entscheidende Rolle bei der<span>&nbsp;</span><a href="https://visionaere-gesundheit.de/dr-nicola-buhlinger-goepfarth/"><u>Transformation</u></a><span>&nbsp;</span>der Sana Kliniken.</p><h2 style="text-align:start;"><strong>Die Bedeutung verbesserter Prozesse im Gesundheitswesen</strong></h2><p style="text-align:start;">Im Gespräch betont Stefanie Kemp die Notwendigkeit, bestehende Prozesse im Gesundheitswesen zu überdenken und zu optimieren. Traditionelle Systeme sind oft ineffizient aufgrund ihrer Komplexität und mangelnden Transparenz. Kemp fordert eine gründliche Analyse der bestehenden Prozesse, um deren Effizienz zu maximieren, bevor technologische Lösungen eingeführt werden. „<i>Wir müssen uns fragen, ob der aktuelle Prozess ohne Technologie und Digitalisierung bereits optimal ist,“</i>&nbsp;erklärt Kemp. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, dass viele Krankenhausinformationssysteme (KIS) nicht mehr zeitgemäß sind und daher einen Wandel benötigen.</p><h2 style="text-align:start;"><strong>Die Rolle der Künstlichen Intelligenz</strong></h2><p style="text-align:start;">Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, das Gesundheitswesen revolutionär zu verändern, jedoch nur, wenn qualitativ hochwertige und zugängliche Daten zur Verfügung stehen.&nbsp;<i>„KI ist ohne Daten nichts,“</i>&nbsp;betont Kemp. Die Bedeutung von Datenqualität und -verfügbarkeit ist entscheidend für den erfolgreichen Einsatz von KI. In der Radiologie beispielsweise kann KI zur Befundung eingesetzt werden, um genauere Diagnosen zu ermöglichen. Ebenso kann KI in der Pflege helfen, administrative Aufgaben zu reduzieren und Pflegekräfte zu entlasten.</p><h2 style="text-align:start;"><strong>Die Idee hinter der entwickelten Software</strong></h2><p style="text-align:start;">Die von unter anderem Stefanie Kemp entwickelte Software zielt darauf ab, die Effizienz und Transparenz in Krankenhäusern zu erhöhen. Eine zentrale Komponente ist die Schaffung einer offenen, interoperablen Plattform, die es ermöglicht, Daten nahtlos zu integrieren und zu nutzen. Diese Plattform sorgt dafür, dass Daten nur einmal erfasst und für verschiedene Zwecke wiederverwendet werden können. Kemp beschreibt die Vision einer Data Workflow Engine, die Daten an jeder Stelle der Patientenversorgung verfügbar macht, ohne dass sie mehrfach erfasst werden müssen.</p><h2 style="text-align:start;"><strong>Herausforderungen und Lösungen</strong></h2><p style="text-align:start;">Ein großes Hindernis bei der Umsetzung dieser Vision sind die bestehenden Strukturen und die „<i>German Angst“</i>&nbsp;vor Datenschutzproblemen. Stefanie Kemp argumentiert, dass diese Ängste oft übertrieben sind und Innovationen behindern. Sie plädiert für eine Start-up-Mentalität, bei der neue Lösungen entwickelt und anschließend auf regulatorische Konformität geprüft werden. Ein weiterer Punkt ist die Einbeziehung der medizinischen Fachkräfte in den Implementierungsprozess neuer Technologien. „<i>Nur wenn du die Sprache der Anwender sprichst, kannst du sie am Ende des Tages auch erfolgreich abholen</i>,“ sagt sie.</p><h2 style="text-align:start;"><strong>Zukunftsvisionen</strong></h2><p style="text-align:start;">Stefanie Kemp hat eine klare Vision für die Zukunft des Gesundheitswesens. Sie sieht eine Transformation hin zu mehr Transparenz, Effizienz und Qualität in der Patientenversorgung. Ein wichtiger Bestandteil dieser Vision ist die personalisierte Medizin, die durch den Einsatz von KI und datengetriebenen Ansätzen ermöglicht wird. Kemp glaubt, dass sich die Vergütungsstrukturen im Gesundheitswesen ändern werden, um diesen neuen Ansatz zu unterstützen.&nbsp;<i>„Wir müssen uns auf eine Veränderung in den Vergütungsstrukturen vorbereiten,“</i>&nbsp;sagt sie.</p><p style="text-align:start;">Ein weiteres spannendes Thema ist die Neugestaltung von Rollen im Gesundheitswesen. Durch die Einführung neuer Technologien und optimierter Prozesse kann die Aufgabenverteilung effizienter gestaltet werden. Dies könnte dazu führen, dass Pflegekräfte mehr Verantwortung übernehmen und Ärzte entlastet werden, was insgesamt zu einer besseren Patientenversorgung beiträgt.</p><p style="text-align:start;"><i>Der Podcast und dieser Text sind zuerst am 30. Mai 2024 auf der Website “Visionäre der Gesundheit” veröffentlicht worden.&nbsp;</i></p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Stefanie Kemp,Kemp,Visionaere der Gesundheit]]></category>
            <pubDate>Fri, 31 May 2024 10:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>&quot;Vielleicht macht eine Krankenschwester bald nur noch Homeoffice&quot;</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/vielleicht-macht-eine-krankenschwester-bald-nur-noch-homeoffice/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/vielleicht-macht-eine-krankenschwester-bald-nur-noch-homeoffice/</guid><pp:caseid>632613</pp:caseid><pp:subtitle>Podcast &quot;So techt Deutschland&quot; mit Sana-Vorstand Stefanie Kemp</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p>Frauke Holzmeier und Andreas Laukat interviewen im Podcast “So techt Deutschland” Sana-Transformations-Vorständin" Stefanie Kemp. Sie fragen nach ihrem ersten Handy, dem Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen und den Plänen von Sana.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Bereits als junge Kinderkrankenschwester war Stefanie Kemp fasziniert davon, mit innovativen Technologien das Leben von Patienten und Kollegen zu verbessern. "Ich würde es heute eher machen als damals", sagt sie über ihren ersten Beruf. Heute, mehr als 35 Jahre später, treibt sie als Chief Transformation Officer der Sana Kliniken die digitale Zukunft des drittgrößten Klinikunternehmens Deutschlands voran.</p><p>Kemp weiß, wovon sie spricht: Seit 35 Jahren ist sie in der IT zu Hause, hat zahlreiche Transformationsprojekte in Pharmaindustrie und Krankenversicherungen gestemmt. "Ich behaupte, das Gesundheitssystem hinkt 25 Jahre hinterher - in Sachen offene Schnittstellen, Standards, Open Source." Für Kemp ist klar: Die Zukunft des Krankenhauses ist digital, aber nicht papierlos. "Das papierlose Büro gibt es heute nicht und wird es auch in Zukunft nicht geben." Schon 60 bis 70 Prozent weniger Zettelwirtschaft wären ein Gewinn.</p><p>Den größten Hebel sieht die Expertin bei der elektronischen Patientenakte: "Wir können die Daten direkt über eine Standardschnittstelle reinspielen - aber der Patient muss zustimmen." Ob Roboter auf Stationen, Exoskelette zur Entlastung des Personals oder KI-basierte Befundung von Röntgenbildern - für Kemp ist vieles keine Vision mehr, sondern bald Realität. "Warum kann ich nicht mit einer digitalen Signatur arbeiten? Warum kann ich nicht ein Rezept in Zukunft dem Patienten direkt ins Patientenportal bringen?", fragt die energiegeladene Rheinländerin.</p><p>Und wenn die Patienten dank Sensortechnik Vitaldaten auch zu Hause erheben, löst sich die Arbeit der Krankenschwestern bald vom Bett: "Stell dir vor, eine Krankenschwester macht in zehn Jahren nur noch Homeoffice." Das klingt nach Revolution, doch Kemps Ansatz ist behutsam: "Du arbeitest immer am offenen Herzen", so die gelernte Kinderkrankenschwester. Bei Digitalisierung gehe es um den Nutzen für Patienten und Mitarbeiter. Wie das konkret aussehen kann, wo die berühmte "German Angst" im Gesundheitsbereich noch sehr ausgeprägt ist und was wir von anderen Ländern lernen können, erzählt Stefanie Kemp in der neuen Folge von "<a href="https://plus.rtl.de/podcast/so-techt-deutschland-der-ntv-tech-podcast-b91ttlna6fekd/neue-folge" target="_blank">So techt Deutschland</a>".&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Podcast,Stefanie Kemp,Kemp]]></category>
            <pubDate>Thu, 23 May 2024 16:37:56 +0200</pubDate>
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                        <title>Verbesserte Gesundheitsergebnisse dank Künstlicher Intelligenz</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/verbesserte-gesundheitsergebnisse-dank-kuenstlicher-intelligenz/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/verbesserte-gesundheitsergebnisse-dank-kuenstlicher-intelligenz/</guid><pp:caseid>630077</pp:caseid><pp:subtitle>Dieter Weisshaar, CEO von myneva, im Gespräch mit Stefanie Kemp, CTO von Sana</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span style="text-align:start;">Künstliche Intelligenz zieht mehr und mehr in die Healthcare-Branche ein, so auch bei der myneva group, Produzent von Softwarelösungen für die Pflege. Deren CEO, Dieter Weishaar, hat über die Bedeutung von KI und Datenschutz für die Gesundheitsbranche mit Stefanie Kemp gesprochen, Vorständin der Sana Kliniken AG und Chief Transformation Officer (CTO).</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p style="text-align:start;"><i><span>Stefanie, wir kennen uns seit langem. Du bist Vorständin und CTO der Sana Group. Lass uns heute zu den drängenden Fragen der Digitalisierung im Gesundheitswesen sprechen. Welche Aspekte im Zusammenspiel zwischen Datenschutz und Digitalisierung im Healthcare Bereich sind für Dich die entscheidenden?&nbsp;</span></i></p><p style="text-align:start;"><span>Ganz oben steht der Datenschutz im Healthcare-Bereich. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung und der verstärkten Nutzung von Technologien wie eHealth und KI-Tools ist es schwer genug, da Schritt zu halten. Dabei gibt es verschiedene Aspekte dieses Themas, die berücksichtigt werden müssen:&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Am wichtigsten ist die Sicherheit von Patientendaten: Es leuchtet jedem ein, dass diese unbedingt vor unbefugtem Zugriff und Missbrauch geschützt werden müssen. Das gilt besonders für persönliche Gesundheitsinformationen, medizinische Befunde, Behandlungspläne. Die Schlagworte lauten hier sichere Speicherung, Verschlüsselungstechnologien und Zugriffskontrollen.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Darüber hinaus müssen Patienten umfassend informiert werden, wie ihre Daten verwendet werden, und sie sollten der Nutzung ihrer Daten zustimmen können. Dies erfordert klare und verständliche Datenschutzrichtlinien sowie Transparenz darüber, welche Daten gesammelt, zu welchem Zweck sie verwendet und mit wem sie geteilt werden, eben die Souveränität über die eigenen Daten.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><i><span>Welche Rolle spielen KI-Tools dabei?&nbsp;</span></i></p><p style="text-align:start;"><span><img class="image_resized image-style-align-right" style="aspect-ratio:547/287;border-width:0px;height:auto;width:547px;" src="https://www.myneva.eu/hs-fs/hubfs/24-04-02-sana-100.jpg?width=547&height=287&name=24-04-02-sana-100.jpg" alt="stefanie-kemp-sana-kliniken-ag" srcset="https://www.myneva.eu/hs-fs/hubfs/24-04-02-sana-100.jpg?width=274&height=144&name=24-04-02-sana-100.jpg 274w, https://www.myneva.eu/hs-fs/hubfs/24-04-02-sana-100.jpg?width=547&height=287&name=24-04-02-sana-100.jpg 547w, https://www.myneva.eu/hs-fs/hubfs/24-04-02-sana-100.jpg?width=821&height=431&name=24-04-02-sana-100.jpg 821w, https://www.myneva.eu/hs-fs/hubfs/24-04-02-sana-100.jpg?width=1094&height=574&name=24-04-02-sana-100.jpg 1094w, https://www.myneva.eu/hs-fs/hubfs/24-04-02-sana-100.jpg?width=1368&height=718&name=24-04-02-sana-100.jpg 1368w, https://www.myneva.eu/hs-fs/hubfs/24-04-02-sana-100.jpg?width=1641&height=861&name=24-04-02-sana-100.jpg 1641w" sizes="100vw" width="547" height="287">KI-Tools bieten ein enormes Potenzial für die Verbesserung der Diagnose, Dokumentation und Verwaltung im Gesundheitswesen. Aber wir dürfen Datenschutzaspekte dabei nicht vernachlässigen. Dies umfasst die Gewährleistung von Datenintegrität, -sicherheit und -vertraulichkeit sowie die Vermeidung von Diskriminierung oder Voreingenommenheit in den Ergebnissen.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><i><span>Sorgt dafür nicht ohnehin der Gesetzgeber?&nbsp;</span></i></p><p style="text-align:start;"><span>Ja, natürlich müssen Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen im Gesundheitswesen die geltenden Datenschutzgesetze und -vorschriften einhalten, sei es die DSGVO in Europa oder HIPAA in den USA. Aber das erfordert eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung an sich ändernde rechtliche Anforderungen sowie die Einrichtung von Mechanismen zur Überprüfung der Einhaltung und zur Reaktion auf Datenschutzverletzungen.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Und nicht zu vergessen: Beim Datenschutz im Gesundheitswesen geht es auch um ethische Überlegungen. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten ethische Grundsätze wie Datenschutz, Autonomie und Nicht-Malefizienz respektieren und dass transparente Kommunikation und offene Dialoge gefördert werden. Nur so kann zwischen den beteiligten Parteien das notwendige Vertrauen entstehen.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Du siehst, der Schutz von Patientendaten und Personaldaten im Gesundheitswesen ist ein extrem komplexes Thema. Schnellschüsse sind nicht hilfreich, wenn wir die Balance zwischen Innovation und Datenschutz wahren und gleichzeitig die Rechte und das Wohlergehen der Einzelpersonen respektieren wollen. Ein multidisziplinärer Ansatz, der rechtliche, technologische, ethische und soziale Aspekte berücksichtigt, ist unerlässlich, um die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Datenschutz im Gesundheitswesen erfolgreich zu bewältigen.&nbsp;</span></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/9abd3c9f-2c9c-4518-837a-082ad973127f/1920_newfile1.jpg?10000"><p style="text-align:start;"><i><span>Datenschutz ist nur ein Faktor im Umgang mit Daten im Gesundheitswesen. Ein zweiter, immer öfter diskutierter, Aspekt ist die Nutzung von vorhanden Daten und die Souveränität von Daten im Zusammenhang mit der Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Welche Aspekte sollte man hier betrachten?&nbsp;</span></i></p><p style="text-align:start;"><span>Zuerst einmal steht außer Frage, dass die Nutzung von Daten im Gesundheitssystem, insbesondere in Verbindung mit KI-Technologien und Souveränität über Daten, eine Reihe von Vorteilen bietet.&nbsp;&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>So können durch die Analyse großer Datenmengen KI-Modelle Muster und Trends erkennen, die menschliche Ärzte unterstützen. Dies kann zu einer genaueren Diagnose und einem effektiveren Behandlungsplan führen, was letztendlich die Gesundheitsergebnisse verbessert.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Daten ermöglichen eine personalisierte Herangehensweise an die Gesundheitsversorgung. Durch die Analyse von individuellen Gesundheitsdaten kann KI dazu beitragen, maßgeschneiderte Behandlungspläne zu entwickeln, die den spezifischen Bedürfnissen jedes Patienten gerecht werden.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>KI kann auch helfen, Krankheitsrisiken&nbsp;frühzeitig&nbsp;zu erkennen, indem sie Anomalien oder Muster identifiziert, die auf eine potenzielle Gesundheitsgefährdung hinweisen. Dies erleichtert eine rechtzeitige Intervention und Prävention von Krankheiten, ganz im Sinne der Patienten und natürlich des Gesundheitswesens.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>KI hilft auch in der Forschung und Entwicklung: Durch die Analyse von umfangreichen Datenbeständen können Forschende neue Erkenntnisse gewinnen und Fortschritte in der medizinischen Forschung und Entwicklung erzielen. Dies kann zu neuen Therapien, Medikamenten und Behandlungsmethoden führen, die dazu beitragen, Krankheiten besser zu verstehen und zu bekämpfen.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><i><span>Was bedeutet das für die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen?</span></i></p><p style="text-align:start;"><span>Ihr Arbeitsalltag verändert sich, sie können sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. KI verbessert die Effizienz im Gesundheitswesen. Die Automatisierung von Prozessen durch KI kann die Arbeitsbelastung für medizinisches Personal verringern, die Wartezeiten für Patienten verkürzen und die Kosten senken – für den Leistungserbringer wie auch für die Gemeinschaft.</span></p><p style="text-align:start;"><span>Bei allen Vorteilen ist jedoch wichtig sicherzustellen, dass Datenschutz- und Sicherheitsstandards eingehalten werden, um die Integrität und Vertraulichkeit der Daten zu gewährleisten.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Um im Gesundheitswesen effizienter zu werden und damit die Gesamtsituation zu verbessern, wird über sogenannte digitale Ökosysteme gesprochen. Dies bedeutet Austausch von Daten zwischen Teilnehmern im Gesundheitssystem. Was ist Deine Sicht auf die zentralen Punkte des Arbeitens in Ökosystemen?</span></p><p style="text-align:start;"><span>Der Datentransfer im eHealth-Ökosystem spielt eine entscheidende Rolle für die Effizienz, Sicherheit und Wirksamkeit der Gesundheitsversorgung. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten.&nbsp;&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Beim Intersektoralen Datentransfer werden Gesundheitsdaten zwischen verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen übertragen, wie beispielsweise zwischen Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken und Laboren. Ein effektiver intersektoraler Datentransfer ermöglicht eine nahtlose Zusammenarbeit und Koordination der Gesundheitsversorgung über verschiedene Einrichtungen hinweg.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Gerade in der Öffentlichkeit wird immer wieder über die Elektronischen Patientenakten (ePA) diskutiert. Das sind digitale Plattformen der Krankenkassen, auf denen Patientendaten zentral gespeichert und verwaltet werden können. Diese Plattformen ermöglichen es Patienten, ihre Gesundheitsdaten von verschiedenen Gesundheitsdienstleistern sicher und effizient zu teilen. EPA können dazu beitragen, die Kontinuität der Versorgung zu verbessern und Doppeluntersuchungen zu vermeiden.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Und dann gibt es Patientenportale, also Online-Plattformen, die es Patienten ermöglichen, auf ihre persönlichen Gesundheitsdaten zuzugreifen, diese zu verwalten und mit ihren Gesundheitsdienstleistern zu teilen. Durch den Zugang zu ihren eigenen Daten können Patienten aktiver in ihre Gesundheitsversorgung einbezogen werden und eine bessere Kontrolle über ihre Gesundheit erlangen.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><i><span>Wie bewertest Du diese unterschiedlichen Methoden?</span></i></p><p style="text-align:start;"><span>Unabhängig von der jeweiligen Methode des Datentransfers ist es wichtig, dass Datenschutz- und Sicherheitsstandards eingehalten werden, um die Vertraulichkeit und Integrität der Daten zu gewährleisten. Dies umfasst die Verschlüsselung von Daten während des Transfers, die Implementierung von Zugriffskontrollen und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften wie der Datenschutz-Grundverordnung DSGVO in Europa oder dem Health Insurance Portability and Accountability Act HIPAA in den USA.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><span>Darüber hinaus ist eine interoperable Dateninfrastruktur entscheidend, um sicherzustellen, dass Daten nahtlos zwischen verschiedenen Systemen und Plattformen ausgetauscht werden können. Die Förderung von Standards und Richtlinien für den Datenaustausch ist daher von entscheidender Bedeutung, um die Zusammenarbeit und Integration im eHealth-Ökosystem zu erleichtern und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.&nbsp;</span></p><p style="text-align:start;"><i><span>Herzlichen Dank, liebe Stefanie Kemp, für die Einblicke. Es ist klar, dass an der Schnittstelle zwischen der Gesundheitsversorgung und Pflege digitale Ökosysteme zu deutlichen Vorteilen in der Qualität der Versorgung durch Austausch von Daten und der Reduktion der administrativen Aufgaben führen können.</span></i></p><p style="text-align:start;">Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf der <a href="https://www.myneva.eu/de/news-and-updates/k%C3%BCnstliche-intelligenz-bietet-die-chance-auf-deutlich-verbesserte-gesundheitsergebnisse" target="_blank">myneva-Website.</a></p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Kuenstliche Intelligenz,KI,Kemp]]></category>
            <pubDate>Mon, 29 Apr 2024 07:49:25 +0200</pubDate>
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                        <title>Dinge infrage stellen, nach Lösungen suchen, offen sein für Neues</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/dinge-infrage-stellen-nach-loesungen-suchen-offen-sein-fuer-neues/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/dinge-infrage-stellen-nach-loesungen-suchen-offen-sein-fuer-neues/</guid><pp:caseid>623240</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Sana-Vorständin Stefanie Kemp im Interview mit dem Lünendonk-Magazin über die Notwendigkeit, Prozesse zu überarbeiten, und die Aufholjagd bei der Digitalisierung</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><i>Lünendonk: Frau Kemp, Sie sind Vorstandsmitglied und Chief Transformation Officer der Sana Klinken. Die Sana Kliniken AG ist sowohl eine der größten Klinikgruppen in Deutschland als auch ein integrierter Gesundheitsdienstleister in der Spitzenmedizin. Was bedeutet das genau? Welche Leistungen sind hier&nbsp;</i><br><i>beinhaltet?</i>&nbsp;</p><p>Stefanie Kemp: Meine berufliche Laufbahn habe ich als Kinderkrankenschwester begonnen. Dann habe ich diverse leitende Funktionen in der IT-Branche innegehabt und bin nun seit rund anderthalb Jahren bei Sana. In einem der ersten Workshops haben wir ein Postulat aufgestellt: Wir wollen den Menschen keine Lebenszeit wegnehmen. Das bedeutet natürlich einerseits die medizinische und pflegerische Exzellenz, die Lebenszeit verlängert, es bedeutet aber vor allem: Wir wollen niemanden mit Doppeluntersuchungen belasten, niemanden den Aufnahmebogen zum x-ten Mal ausfüllen lassen und auch niemanden lange auf Termine oder Untersuchungen warten lassen.&nbsp;</p><p>Dabei kommt es ganz viel auf die Prozesse in den&nbsp;Krankenhäusern an. Immer wichtiger wird das&nbsp;Zusammenspiel aller Bereiche der Gesundheitsversorgung.&nbsp;Das umfasst die Prävention und geht über&nbsp;die ambulante Versorgung in einem medizinischen Versorgungszentrum oder beim niedergelassenen&nbsp;Arzt oder der Ärztin bis hin zum Krankenhaus. Und&nbsp;danach geht es noch weiter – gegebenenfalls über ein&nbsp;effizientes Entlassmanagement sowie Heil- und&nbsp;Hilfsmitteln Das spiegelt sich auch in der Strategie&nbsp;von Sana wider – und letztlich in unseren Aktivitäten.&nbsp;Wir sind längst nicht mehr nur ein Klinikkonzern,&nbsp;sondern einer der größten Anbieter ambulanter Versorgung.&nbsp;Und die Palette reicht noch weit darüber&nbsp;hinaus.</p><p><i>Lünendonk: Als Chief Transformation Officer kennen&nbsp;Sie alle relevanten Meilensteine in der Digitalisierung&nbsp;der Gesundheitswirtschaft. Wo stehen wir bei der&nbsp;Transformation des Gesundheitssektors?&nbsp;</i></p><p>Stefanie Kemp: Als man mich im vergangenen Jahr nach einem Eingriff aus dem Krankenhaus entließ,&nbsp;wurden mir einige DVDs mit den Befunden mitgegeben.&nbsp;Das ist zwar digital, entspricht aber dem Grad der&nbsp;Digitalisierung der späten 90er-Jahre. Das ist niemandem&nbsp;in der Klinik anzulasten, aber wir agieren in einer Systemlogik, die die Digitalisierung nicht gerade&nbsp;befördert. Ein Beispiel: Wir könnten Menschen, die&nbsp;etwa nach einer Operation noch überwacht werden&nbsp;müssen, auch nach Hause schicken. Dazu würden wir&nbsp;ihnen ein mit Sensoren ausgestattetes Pflaster auf die&nbsp;Brust kleben, das die wesentlichen Vitaldaten erfasst.&nbsp;Diese würden ans Krankenhaus übertragen. Sollten&nbsp;sich Werte dramatisch verändern, würde die betreffende&nbsp;Person einbestellt. So wären Patientinnen und&nbsp;Patienten früher in ihrer gewohnten Umgebung, das&nbsp;relativ teure Krankenhausbett würde nicht benötigt,&nbsp;die Versorgung wäre gesichert. Aber derartige Innovationen&nbsp;sind derzeit nicht in der Finanzierungslogik&nbsp;vorgesehen.&nbsp;</p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/a1e50395-8f83-448c-bdba-88a0c35bf685/1920_1ag-0341.jpg?10000"><p>Allgemein muss man zum Stand der Digitalisierung&nbsp;leider feststellen: Der Rückstand der Gesundheitsbranche&nbsp;verglichen mit weiteren Teilen der&nbsp;Industrie beträgt etwa zwei Jahrzehnte. Auch im&nbsp;internationalen Vergleich liegt Deutschland hinten.&nbsp;Gleichzeitig stehen wir aber vor dramatischen demografischen&nbsp;Veränderungen. Das führt zu weniger&nbsp;Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften bei einer gleichzeitig&nbsp;älteren und krankheitsanfälligeren Gesellschaft.&nbsp;</p><p>Was also tun? Da gibt es zwei Ansätze. Erstens:&nbsp;Der bürokratische Aufwand muss deutlich reduziert&nbsp;werden. Rund ein Drittel der Arbeitszeit verbringt das medizinische und pflegerische Personal derzeit mit&nbsp;Administrations- und Bürokratietätigkeiten. Zweitens:&nbsp;Es braucht andere Prozesse, die durch digitale&nbsp;Lösungen unterstützt werden. Den Bürokratieabbau&nbsp;haben wir nicht selbst in der Hand, bei der Digitalisierung&nbsp;können wir jedoch viel bewegen. Aber das muss&nbsp;schnell kommen, bis Ende dieses Jahrzehnts, und das&nbsp;sind nur noch sechs Jahre, um 20 Jahre Rückstand aufzuholen&nbsp;– ansonsten überrollt uns der demografische&nbsp;Wandel.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Welche Technologien haben Ihrer Meinung nach derzeit die größte Bedeutung im Gesundheitswesen?&nbsp;</i></p><p>Stefanie Kemp: Sie fragen sicherlich nach der Künstlichen &nbsp;Intelligenz. Aber ich antworte erst einmal mit einem zwei Jahrzehnte alten Klassiker, der elektronischen Patientenakte. Sie ist wichtig, um endlich voranzukommen. Hier ist in der konkreten Umsetzung noch viel zu tun, aber es ist gut, dass sie nun endlich kommt. Und ich begrüße auch ausdrücklich die Diskussion um den Datenschutz in diesem Zusammenhang. Datenschutz ist meines Erachtens eher ein Standortvorteil als ein Nachteil. Man muss ihn nur von Anfang an mitdenken und die Kolleginnen und Kollegen nicht erst einbinden, wenn Produkte quasi fertig sind.&nbsp;</p><p>Von elementarer Bedeutung wird ferner sein, die zentralen&nbsp;Systeme im ambulanten und stationären Bereich&nbsp;in die Cloud zu transferieren. Die intersektorale Vernetzung,&nbsp;also zwischen ambulant und stationär, wird&nbsp;durch die Cloud viel einfacher und schneller. Das&nbsp;wird aber nur funktionieren, wenn wir unsere Kernsysteme,&nbsp;also die Krankenhausinfomations- und die&nbsp;Patientenverwaltungssysteme, darauf ausrichten. Und wenn wir diese Hausaufgaben bewältigt haben,&nbsp;dann ist die Basis geschaffen, dass KI ihre Wirkungen&nbsp;entfalten kann. Das hindert uns aber nicht,&nbsp;jetzt schon bestimmte KI-Anwendungen einzusetzen.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Welche dieser Technologien werden bei&nbsp;Ihnen im Konzern bereits flächendeckend genutzt?&nbsp;</i></p><p>Stefanie Kemp: Wir arbeiten intensiv daran, eine&nbsp;neue Plattform zu etablieren, an die wir unterschiedliche&nbsp;Systeme andocken können. Dabei handelt sich&nbsp;unter anderem um bestehende Abrechnungssysteme&nbsp;oder Anwendungen für Terminvereinbarungen oder&nbsp;fürs Entlassmanagement. Wir wollen eine Software,&nbsp;die State of the Art ist, ohne Altlasten.&nbsp;</p><p>Und wir wollen eine Plattform, auf der wir unsere&nbsp;Prozesse sinnvoll abbilden können – sei es im Krankenhaus&nbsp;oder ambulant. Es geht uns um die Patient&nbsp;Journey, den Patientenpfad durch die Gesundheitsversorgung.&nbsp;Die Plattform muss cloudbasiert und für&nbsp;Anwendungen Dritter, also Microservices, offen sein.&nbsp;Und letztlich geht es bei einem Konzern mit mehr als&nbsp;40 Krankenhäusern und einer Vielzahl medizinischer&nbsp;Versorgungszentren auch um Skalierbarkeit. Momentan&nbsp;erproben wir die neue Plattform bei drei unserer&nbsp;Krankenhäuser.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Digitale Technologien sind immer nur so&nbsp;gut, wie sie auch genutzt werden. Wie mussten sich&nbsp;die internen Prozesse und das Mindset bei Ihnen im&nbsp;Konzern verändern, um die Nutzung und damit auch&nbsp;die Mehrwerte zu ermöglichen?&nbsp;</i></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/8b3e6b58-430b-436c-b002-0efadc05c437/1920_1ag-0319.jpg?26555"><p>Stefanie Kemp: Ich werde nicht müde, immer wieder&nbsp;zu betonen: Der Mensch steht im Mittelpunkt.&nbsp;Deshalb geht es im ersten Schritt nicht um Technik.&nbsp;Es geht darum zu verstehen, wie die Arbeit sinnvoll organisiert wird. Wir schauen uns die Prozesse an.&nbsp;Erst dann erfolgt die Frage nach der dazu passenden&nbsp;Technik. Viel zu lange sind die Prozesse nach der&nbsp;vorhandenen Technik modelliert worden. Eine Stationsleiterin&nbsp;in Düsseldorf hat mir mal gezeigt, wie&nbsp;sie bestimmte Pflegedokumentationen in die Systeme&nbsp;eingeben muss. Ihre Quintessenz: Das könnte alles viel effizienter laufen, wenn sie den Prozess selbst&nbsp;bestimmen könnte.&nbsp;</p><p>Und das ist genau das Mindset, das wir brauchen&nbsp;und fördern: Dinge infrage stellen, nach Lösungen&nbsp;suchen, offen sein für Neues. Ja, wir brauchen ein&nbsp;digitales Mindset. Ich stelle allerdings auch fest, dass&nbsp;ein solches vielerorts bereits vorhanden ist – teils aus&nbsp;purer Not, weil die Kolleginnen und Kollegen mit den&nbsp;aktuellen Prozessen oftmals unzufrieden sind. Sie&nbsp;sehnen sich nach Veränderung.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Im Jahr 2020 trat das Krankenhauszukunftsgesetz&nbsp;(KHZG) in Kraft, um die Digitalisierung&nbsp;und die Vernetzung innerhalb der Krankenhäuser voranzutreiben.&nbsp;Dazu gehört auch die elektronische Patientenakte,&nbsp;um eine Digitalisierung über die gesamte&nbsp;Patient Journey hinweg zu ermöglichen.&nbsp;Welche Chancen sehen Sie in der Einführung der elektronischen&nbsp;Patientenakte (ePA) und welche Rolle spielt&nbsp;sie für die Sana Klinken?&nbsp;</i></p><p>Stefanie Kemp: Wir wollen deutlich weiter gehen&nbsp;und den gesamten Prozess digitalisieren. Ein Beispiel:&nbsp;Startpunkt ist die digitale Terminvereinbarung.&nbsp;Weiter geht es über die Anamnese, die auch schon in&nbsp;weiten Teilen zu Hause stattfinden könnte – eventuell&nbsp;telemedizinisch unterstützt. Wenn man ins Krankenhaus&nbsp;kommt, weiß man vorab, welches Zimmer für&nbsp;einen vorgesehen ist, wie der Tag strukturiert ist und&nbsp;das Mittagessen ist auch schon ausgewählt. Alle Pflegekräfte&nbsp;wie auch die Ärztinnen und Ärzte sind über&nbsp;die Patientin oder den Patienten bestens informiert,&nbsp;alle Daten liegen vor. Und auch nach einer Behandlung&nbsp;wird der Arztbrief weitgehend automatisiert&nbsp;erstellt und liegt pünktlich digital vor. Keiner muss&nbsp;mehr mit DVDs, auf denen die Aufnahmen gespeichert&nbsp;sind, nach Hause gehen. Der weiterbehandelnde&nbsp;Arzt beziehungsweise die Ärztin ist informiert und&nbsp;die Terminvereinbarung ist auch schon erfolgt.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Um die elektronische Patientenakte&nbsp;einzuführen, sind vollständige, strukturierte Daten&nbsp;sowie eine durchgängige Datenarchitektur erforderlich.&nbsp;Dabei gewinnt schnell das Thema Datensicherheit und Regulatorik an Relevanz. Oftmals lassen sich&nbsp;Datenvorfälle aber nicht vollständig verhindern. Wie&nbsp;ist Ihre Einschätzung dazu?&nbsp;</i></p><p>Stefanie Kemp: Wir haben unter anderem zwei neue Einheiten geschaffen: den Chief Data Analyst&nbsp;und den Lead Enterprise Architect. Wir sitzen auf&nbsp;potenziell sehr aufschlussreichen Daten. Es gilt aber,&nbsp;den Zugang dazu zu schaffen und diese Daten als&nbsp;Ressource nutzbar zu machen. Damit dies gelingen&nbsp;kann, braucht es eine richtige Architektur und ein&nbsp;Datenökosystem. Die Vision ist: All diejenigen, die&nbsp;Entscheidungen treffen, haben Zugriff auf die Daten&nbsp;in der richtigen Form, zum richtigen Zeitpunkt und in&nbsp;der richtigen Qualität.&nbsp;</p><p>Dabei haben wir im Blick: Es gibt kaum etwas Sensibleres&nbsp;als Gesundheitsdaten. Diese vor Missbrauch zu&nbsp;schützen ist oberste Maxime. Auch hier kommt der&nbsp;richtigen Architektur eine tragende Rolle zu – auch&nbsp;mit Blick auf den Datenschutz. Wird dieser nämlich&nbsp;von Anfang an mitgedacht und nicht erst am Ende,&nbsp;wird er zum Gestalter. Ich will immer wissen, was&nbsp;geht, und nicht, was nicht geht.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Wie gehen die Sana Klinken bei zunehmender&nbsp;Digitalisierung mit Datenschutz und Regulatorik&nbsp;um?&nbsp;</i></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/3d97bcf6-e935-4a07-afc9-969081550aaf/1920_1ag-0289.jpg?51796"><p>Stefanie Kemp: Wir sind – wie alle anderen Krankenhäuser&nbsp;und Unternehmen – täglichen Angriffen&nbsp;auf unsere IT ausgesetzt. Dagegen wehren wir uns&nbsp;selbstverständlich mit allen verfügbaren Mitteln.&nbsp;Es wäre aber naiv anzunehmen, dass wir unverwundbar&nbsp;wären. Deshalb gilt es eben, auch dafür vorzusorgen,&nbsp;dass bei einem Vorfall die Schäden so gering&nbsp;wie möglich bleiben.&nbsp;</p><p>Wir verstehen IT-Sicherheit als integriertes Managementsystem.&nbsp;Das funktioniert nur dann, wenn&nbsp;Datenschutz, Qualitätsmanagement, Compliance,&nbsp;Risikomanagement und IT-Governance an einem&nbsp;Strang ziehen. Gleichzeitig dürfen Entscheidungsprozesse&nbsp;nicht „overengineered“ und zu komplex&nbsp;sein. Ansonsten werden Innovationen negativ beeinflusst,&nbsp;man verliert den Anschluss zum Markt und&nbsp;zum Kampf gegen Cyberkriminalität.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen&nbsp;haben das Ziel, die digitale Transformation&nbsp;voranzutreiben, sind aber aufgrund veralteter IT-Systeme,&nbsp;fehlender Fachkräfte und geringer Budgets nicht&nbsp;in der Lage dazu. Welche weiteren Behinderungsfaktoren&nbsp;sehen Sie für die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche?&nbsp;Welche neuen Anforderungen entstehen&nbsp;dabei für die Dienstleister?&nbsp;</i></p><p>Stefanie Kemp: Bei veralteten IT-Systemen gebe ich&nbsp;Ihnen recht. Das Thema „fehlende Fachkräfte“ wird&nbsp;durch KI gerade gedreht. Geringe Budgets: Wir haben&nbsp;zum Glück mit den privaten Krankenversicherungen&nbsp;Eigentümer, die in die Zukunft investieren. Zudem greift momentan noch das Krankenhauszukunftsgesetz,&nbsp;mit dem Bund und Länder 4,3 Milliarden Euro&nbsp;zur Verfügung stellen. Aber nach einer Anschubphase&nbsp;bleiben die laufenden Kosten für die IT. Diese müssten&nbsp;nach unserem Verständnis über die Fallpauschalen&nbsp;entgolten werden – dem ist aber nicht so.&nbsp;</p><p>Eine große Barriere stellt die Regulatorik dar. Zwei&nbsp;Beispiele: Bislang hat es kein ausländischer Anbieter&nbsp;geschafft, mit einem Krankenhausinformationssystem&nbsp;auf dem deutschen Markt in nennenswertem&nbsp;Umfang Fuß zu fassen. Gleichzeitig macht es die&nbsp;Regulatorik unglaublich aufwendig, bestehende Systeme&nbsp;zu modernisieren. Alles in allem wird Innovation&nbsp;gehemmt. Zweitens: Die europäische Richtlinie&nbsp;für Medizinprodukte verlangt neue Zertifizierungsverfahren.&nbsp;Die Folge ist, dass eingeführte Produkte&nbsp;vom Markt genommen werden, weil die Rezertifizierung&nbsp;zu teuer wird.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Durch die digitale Transformation ändern&nbsp;sich auch die Prozesse und Rollen innerhalb einer Organisation.&nbsp;Die IT und die Fachbereiche stehen vor neuen&nbsp;Herausforderungen und Aufgaben. Welche organisatorischen&nbsp;Änderungen haben sich bei den Sana Klinken&nbsp;durch neue Technologien und die Digitalisierung von&nbsp;Prozessen ergeben?&nbsp;</i></p><p>Stefanie Kemp: Zuerst zwei weiche Faktoren: Wir&nbsp;sind schneller geworden, haben Entscheidungen&nbsp;dorthin verlagert, wo auch die Kompetenz sitzt. Und&nbsp;wir arbeiten an einer Fehlerkultur und auch daran,&nbsp;nicht alles perfekt zu machen, sondern auch mal mit&nbsp;80-Prozent-Lösungen zu starten – selbstverständlich&nbsp;nicht, wenn es um Patientensicherheit geht; da müssen&nbsp;es 100 Prozent sein.&nbsp;</p><p>Organisatorisch haben wir die Einheit für Datenschutz&nbsp;und Datensicherheit beibehalten. Neu hinzugekommen&nbsp;sind Einheiten für Strategie und für&nbsp;IT-Architektur und ein Datenökosystem. Deutlich&nbsp;aufgewertet haben wir die Information Security –&nbsp;sowohl in den Kompetenzen als auch bezüglich der Teamstärke. Der wesentliche Umbau betraf das Kerngeschäft:&nbsp;Die Sana IT GmbH fokussiert sich heute&nbsp;aufs laufende Geschäft. Ausgegliedert wurde alles,&nbsp;was Change bedeutet. Deshalb haben wir die neue&nbsp;Einheit „Sana change it!“ genannt – bewusst mit&nbsp;Ausrufezeichen und „change“ als Verb. Wir wollen&nbsp;verändern.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Dabei bedeutet digitale Transformation&nbsp;nicht allein die Einführung neuer Technik. Die Unternehmenskultur&nbsp;und das entsprechende Mindset der&nbsp;Mitarbeitenden ist essenziell, damit die digitale Transformation&nbsp;gelingt. Wie schaffen es die Sana Klinken,&nbsp;das richtige Mindset unter den Mitarbeitenden zu&nbsp;erzeugen?&nbsp;</i></p><p>Stefanie Kemp: Das muss von oben, vom Vorstand&nbsp;kommend, vorgelebt werden. Es ist aber nicht nur&nbsp;unsere Aufgabe, sondern Ausdruck unseres neuen&nbsp;Führungsverständnisses. Wir wollen eine positive&nbsp;Fehlerkultur als integralen Bestandteil des Lernprozesses&nbsp;und die Bereitschaft, Neues zu wagen. Das&nbsp;sind entscheidende Elemente einer erfolgreichen&nbsp;Transformation. Zudem bieten wir auch Kurse an&nbsp;und haben Lernkonzepte umgestellt – viel intuitiver&nbsp;und innovativer als bislang.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Zum Schluss möchten wir Sie gerne nach&nbsp;Ihrer Vision für den Gesundheitssektor fragen. Wenn&nbsp;Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?&nbsp;</i></p><p>Stefanie Kemp: Alle Akteure eint das Verständnis:&nbsp;Der Mensch steht im Mittelpunkt. Alle begreifen&nbsp;Gesundheit als umfassenden Prozess – mit Prävention,&nbsp;Hausärztinnen und -&nbsp;ärzten, Krankenhäusern –,&nbsp;in dem es möglich ist, einfach von einem zum Nächsten&nbsp;zu wechseln. Die Fesseln für Innovationen sollten&nbsp;fallen – es gibt so viele tolle Ideen und Produkte, um&nbsp;unsere Gesundheit zu stärken, aber leider noch viel&nbsp;zu viele Barrieren. Wir brauchen ein barrierefreies&nbsp;Gesundheitssystem.&nbsp;</p><p><i>Lünendonk: Vielen Dank für das Gespräch.</i></p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Stefanie Kemp,Digitalisierung,Prozesse,Kemp]]></category>
            <pubDate>Mon, 25 Mar 2024 08:14:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Ab Sommer verfügbar: das Patientenportal &quot;MeineSana&quot;</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/ab-sommer-verfuegbar-das-patientenportal-meinesana/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/ab-sommer-verfuegbar-das-patientenportal-meinesana/</guid><pp:caseid>625013</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>• </span>Auftrag für letzte Komponenten vergeben</p><p><span>• </span>Prototyp startet im Leipziger Land</p><p><span>• &nbsp;</span>Avelios mit Erstellung der Portalkomponenten beauftragt</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Das digitale Patientenportal der Sana Kliniken AG wird ab Sommer für Patienten verfügbar sein. Damit <span>verbessert Sana </span>die medizinische Versorgung der Patienten und treibt den digitalen Fortschritt im Gesundheitswesen weiter voran. Die letzte notwendige Vergabe ist vor wenigen Tagen erfolgt. Alle Komponenten sind erstellt oder können jetzt konfiguriert werden.</p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/87c82afa-ac4e-4fca-842a-1249e6fb21a9/1920_sana-288.jpg?10000"><p>„Das Patientenportal „MeineSana” ist ein Meilenstein im fortlaufenden Digitalisierungsprozess von Sana“, sagt Vorständin Stefanie Kemp, Chief Transformation Officer. „Es wird Patienten die Planung von Untersuchungen und Operationen sowie der Nachsorge erleichtern. Dabei können sie einen Großteil der Prozesse von zu Hause aus zu erledigen. Auch während des Aufenthalts werden alle Beteiligten besser informiert sein, was zu einer verbesserten Patientenbetreuung führt. Gleichzeitig wird es uns helfen, die internen Prozesse zu verbessern und Mitarbeitende zu entlasten.“ <a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/acb74fa8-8089-45f5-8032-11f5824f9c90/sana-280/" target="_blank"><i>Download des Fotos</i></a><i>&nbsp;</i></p><h2>Rollout über alle Standorte in den kommenden Monaten</h2><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/7f9a8292-5ebf-4d0e-8984-b6c9c59f6adf/1920_aveliospatientenportal.jpg?10000"><p>„MeineSana“ besteht aus mehreren Komponenten, die den gesamten Behandlungspfad eines Patienten, die sogenannte Patient Journey, abbilden. Dies beginnt bei Präventionsmaßnahmen, geht über die ambulante Versorgung bis hin zum Aufenthalt im Krankenhaus, und auch Nachsorge und Hilfsmittelversorgung schließen sich an. „Unsere Vision ist, dass bei jedem einzelnen Schritt allen Beteiligten die richtigen Informationen zur richtigen Zeit vorliegen“, erläutert Stefanie Kemp. Erste Teile von „MeineSana“ kommen in der Sana Klinik Leipziger Land ab Sommer zum Einsatz, bis Jahresende werden viele weitere Sana-Standorte folgen. <a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/7f9a8292-5ebf-4d0e-8984-b6c9c59f6adf/aveliospatientenportal/" target="_blank"><i>Download der Illustration</i></a></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/bb403854-7af8-4818-ae14-1f4c211c7c2b/1920_sanapm11.png?10000"><p>Mit den sogenannten Portalkomponenten wurde nun die Firma Avelios Medical GmbH beauftragt. Dieses Modul stellt die Bedienoberflächen und die App dar, verbindet alle anderen Module und lässt sie wie aus einem Guss erscheinen. Zu diesen Modulen zählt die Patientenprofilanlage.&nbsp;<span> </span>Das Profil enthält alle Informationen zum Krankenhausaufenthalt. Im Einzelnen können Gesundheitsprofile angelegt werden, Informationen <span>über bevorstehende Therapien </span>bereitgestellt oder auch Empfehlungen für weitere Behandlungen oder Services von Sana bzw. Dritten gegeben werden. <a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/bb403854-7af8-4818-ae14-1f4c211c7c2b/sanapm11/" target="_blank"><i>Download des Bildes</i></a></p><h2>Fünf Komponenten für „MeineSana“</h2><p>Für die weiteren vier Komponenten hatte Sana die Aufträge bereits vergeben. Auf Doctolib fiel die Wahl beim Terminmanagement und der Videosprechstunde. Diese Komponente ermöglicht eine schnelle und intuitive Terminbuchung rund um die Uhr. Für Sana ist damit eine höhere Verbindlichkeit bei Terminen verbunden, und Ersatztermine lassen sich so leichter koordinieren. Auch die niedergelassenen Ärzte profitieren davon, da sie als Zuweiser schneller und besser Termine buchen können. Informationsgespräche zur geplanten Behandlung können auch per Video erfolgen und ersparen Patienten somit Wege und Aufwand.</p><p>Der Auftrag für das Entlassmanagement ging an die Recare Deutschland GmbH. Aufgrund des großen Netzwerks an Nachversorgern kann sich die Verweildauer im Krankenhaus verringern – im Sinne der Patienten und einer besseren Bettenauslastung des Krankenhauses. Reha-Einrichtungen und Sanitätshäuser werden ebenfalls eingebunden, so dass die Zeit nach einer stationären Behandlung schon während dieser organisiert werden kann – inklusive Termin bei nachsorgenden Ärzten über die Terminbuchung via Doctolib.</p><h2>Hohe Datensicherheit und -verfügbarkeit</h2><p>Sozusagen unter der Motorhaube wirken Komponenten der Firmen VISUS Health IT GmbH und der InterSystems GmbH. Letztere stellt den Datenspeicher für patientenbezogene klinische Gesundheitsdaten. Dabei werden Daten aus mehreren Quellen gesammelt und für verschiedene Zwecke zur Verfügung gestellt – unter zentraler Zugriffskontrolle für die gesamte Systemlandschaft und in standardisierten Formaten. Ziel ist es, herstellerunabhängig Daten vorzuhalten und wieder zu nutzen, bei hoher Datenqualität und -verfügbarkeit.</p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/ae3d9b62-c78f-4080-8a1b-4482562491ca/1920_finanziertvondereu.jpg?10000"><p>Dafür bedarf es auch eines großen Archivs. Dieses wird von VISUS gestellt. Das zentrale Datenspeichersystem dient dazu, Daten langfristig zu erhalten und zu schützen. Dabei handelt es sich um digitale Inhalte unterschiedlicher Art: Texte, Bilder, Tabellen, Dokumente und weitere Dateien. Diese Daten werden in standardisierten und interoperablen Formaten gespeichert, so dass auch andere Systeme darauf zugreifen können.</p><p>Das Patientenportal „MeineSana“ wird zu großen Teilen finanziert durch Mittel des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG), das sich aus Geldern des Bundes und der Länder sowie der Europäischen Union speist. Der Fördertopf ist insgesamt mit 4,3 Milliarden Euro dotiert, wovon die Länder 1,3 Milliarden Euro beisteuern. Die Sana Kliniken AG hat insgesamt Fördermittel im Umfang von 100 Millionen Euro aus dem KHZG beantragt und bewilligt bekommen.</p><p><strong>Über die Sana Kliniken AG</strong><br><br>Die Sana Kliniken AG ist führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Neben B2B-Services in Einkauf und Logistik bietet Sana Beratung, Implementierung und Instandhaltung in den Bereichen Medizintechnik und Medizinprodukte sowie Managementleistungen für externe Kliniken an. 2022 erwirtschafteten die rund 34.500 Beschäftigten einen Umsatz von drei Milliarden Euro. Zur Sana Kliniken AG zählen mehr als 120 Gesundheitseinrichtungen, darunter Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 44 Krankenhäuser, in denen jährlich rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten behandelt werden, sowie mehr als 50 Sanitätshäuser. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 private Krankenversicherungen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Ismaning bei München.</p>]]></description><category><![CDATA[PM,uk-hol,Patientenportal,MeineSana,Stefanie Kemp,Kemp]]></category>
            <pubDate>Wed, 20 Mar 2024 08:44:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Wir sind am Vorabend einer Revolution im Gesundheitswesen</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/wir-sind-am-vorabend-einer-revolution-im-gesundheitswesen/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/wir-sind-am-vorabend-einer-revolution-im-gesundheitswesen/</guid><pp:caseid>622524</pp:caseid><pp:subtitle>Gastbeitrag von Sana-Vorstaändin Stefanie Kemp im Fachmagazin f&amp;w</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p>Sana-Vorständin Stefanie Kemp stellt zehn Thesen auf, wie Technologie den Alltag im Gesundheitswesen für Patienten und Beschäftigte bis 2030 ändern wird. &nbsp;&nbsp;</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Am Ende des Jahrzehnts werden uns zehntausende, wenn nicht gar über einhunderttausend Beschäftigte in Arztpraxen, auf Stationen und in OPs fehlen. Gleichzeitig wächst der ökonomische Druck auf alle Versorger im Gesundheitswesen. Auf der anderen Seite haben wir auch die Möglichkeit, aus weniger mehr zu machen, weil wir einen massiven Vormarsch neuer technischer Möglichkeiten in Diagnose und Therapie, bei Operationen, in der Pflege und der Logistik erleben.</p><p>Wir stehen am Vorabend einer Revolution in der Versorgung von Patienten, der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte und der Integration von Technik in die medizinische Praxis. Wir werden vielfältige Innovationen sehen, die die Effizienz steigern, die Patientenerfahrung verbessern und für Pflegekräfte die Arbeit erleichtern. Bei aller Alltagstristesse des Jahres 2024 mit bürokratischer Überforderung, ökonomischem Druck, Personalmangel und veralteter Infrastruktur: Es ist Zeit für einen visionären Blick auf die vielversprechenden Entwicklungen in zehn Bereichen, die das Gesundheitswesen in Deutschland bis 2030 und darüber hinaus prägen werden.</p><h2><strong>1. Individualisierte Patientenversorgung</strong></h2><p>Während Corona ist es dank wissenschaftlicher Expertise, dank Rechenleistung und Künstlicher Intelligenz gelungen, in nie zuvor erlebter Geschwindigkeit neue Wirkstoffe zu entwickeln. Diese Technologien stehen für einen großen Trend: die personalisierte Medizin. Möglich wird das durch den Einsatz fortschrittlicher Diagnosetechnik, Genomsequenzierung und Big-Data-Analysen. Ärztinnen und Ärzte werden damit in die Lage versetzt, noch viel stärker als heute auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden Patienten zugeschnittene Behandlungen zu entwickeln.</p><h2><strong>2. Digitale Gesundheitsplattformen</strong></h2><p>Heute liegen die Patientendaten in diversen Hängeregistern und Personal Computern von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern. Der Patient hat keinen Überblick, geschweige denn eine Autonomie über seine Daten. Das wird sich bis zum Ende des Jahrzehnts dramatisch ändern. Digitale Gesundheitsplattformen werden einen zentralen Platz in der Patientenversorgung einnehmen. Telemedizinische Konsultationen können zum Alltag werden, Patient, Arzt und Pflegekraft können gemeinsam an den Gesundheitszielen arbeiten. Dies schafft nicht nur die Patientenautonomie, es wird auch Prävention enorm erleichtern.&nbsp;</p><h2>&nbsp;</h2><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/a33e0a1d-e14e-4670-82b4-dc85ba0dcffc/1920_kempfw-zitat-lang-igfeedpost1.jpg?10000"><h2><strong>3. Pflegekräfte und ihre digitalen Helfer</strong></h2><p>Die Pflege steht vor einer tiefgreifenden Transformation. Viele Tätigkeiten im adminstrativ-bürokratischen Bereich und in der Logistik können durch Sensorik, Künstliche Intelligenz, assistierende Technologien und Robotik ersetzt werden. Viele repetitive Aufgaben könnten entfallen bzw. substituiert werden. Pflege könnte sich wieder auf den Kern der Tätigkeit, auf anspruchsvollere und menschenbezogene Aspekte der Arbeit konzentrieren, was zu einer verbesserten Patientenversorgung führt.</p><h2><strong>4. Telemedizin und virtuelle Dienste</strong></h2><p>Durch Corona erlebte sie schon mal einen Aufschwung, ebbt gerade wieder ab, aber Telemedizin wird bis 2030 normal werden – gerade in Regionen, in denen die Versorgung nicht engmaschig ist. Dann kommt der Arzt zur virtuellen Visite ins Haus. Fernüberwachung wesentlicher Parameter ermöglicht eine hochwertige und lückenlose Versorgung. Die elektronische Patientenakte schafft eine nahtlose und effiziente Kommunikation zwischen Patienten und medizinischem Fachpersonal. Damit werden Gesundheitsdienste für die Patienten leichter erreichbar. Gleichzeitig wird auch die Belastung von Kliniken und Arztpraxen und dem Personal reduziert.</p><h2><strong>5. Präventiv statt reaktiv</strong></h2><p>In einer Zeit, in der (Fach-) Kräfte gesucht sind, wird es umso wichtiger, in die Gesundheit des Stammpersonals zu investieren. Das geschieht bereits und wird zunehmen. Dazu zählen Check-ups in Firmen, vergünstigte Angebote für Fitness und vieles mehr. Auch im privaten Bereich zählt gesundes Leben zu einem der Megatrends. Dabei werden über Sensoren in Wearables mehr und mehr Gesundheitsdaten erhoben und in Apps gespeichert sowie analysiert. Sie dienen oftmals der Selbstoptimierung, stellen daneben einen wichtigen Datenpool für präventive Maßnahmen dar. Das kontinuierliche Tracking wichtiger Gesundheitsparameter ermöglicht frühzeitige Interventionen. Das Gesundheitssystem wird darauf ausgerichtet sein, Prävention zu fördern.</p><h2><strong>6. Intersektorale Zusammenarbeit</strong></h2><p>Alles, was sich ambulantisieren lässt, wird eher früher denn später ambulantisiert. Die Ökonomie und der medizinische Fortschritt werden diesen Trend befördern – und die Technologie tut es auch, wenn eine Beobachtung der Vitalparameter dank Sensorik und Telemedizin auch dann erfolgen kann, wenn der Patient zuhause ist. Das Zusammenspiel von ambulant und stationär wird dabei noch viel mehr als heute relevant werden. Bis 2030 werden die verschiedenen Sektoren viel stärker interagieren - einschließlich Gesundheitswesen, Forschung, Technologie und Wirtschaft. Der intersektorale Ansatz fördert zugleich eine umfassende Gesundheitsversorgung.&nbsp;</p><h2>&nbsp;</h2><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/25121733-b465-413e-9733-b39b156f3dea/1920_kempfw-zitat-lang-igfeedpost.jpg?10000"><h2><strong>7. KI in Diagnose und Forschung</strong></h2><p>Die Künstliche Intelligenz fördert nicht nur eine individualisierte Patientenversorgung, sondern wird (nahezu) alle Bereiche des Gesundheitswesens erfassen. KI wird die Genauigkeit von Diagnosen beschleunigen und dabei helfen, besser zu werden. Zudem werden Forschungsprozesse erheblich verkürzt und qualifiziert. Gleichzeitig wird die Forschung enorm beschleunigt. Wir stehen vor vielen bahnbrechenden Entdeckungen in der medizinischen Forschung.</p><h2><strong>8. Aufstieg der Robotik</strong></h2><p>Robotik wird die Pflege transformieren, indem viele repetitive Aufgaben übernommen werden. Roboter können auch logistische Aufgaben übernehmen, wie etwa die Bettenversorgung, in der Raumpflege, bei Service- oder Transportaufgaben. Darüber hinaus können sie auch bei der Rehabilitation und Unterstützung von Patienten eine entscheidende Rolle spielen. Und: Bei physisch anspruchsvollen Tätigkeiten können Roboter die Pflegekräfte entlasten und gleichzeitig die soziale Interaktion mit den Patienten fördern.</p><h2><strong>9. Ethik und Datenschutz im Fokus</strong></h2><p>Die neuen technischen Möglichkeiten, werfen neue ethische Fragen auf: Welchen Einfluss von KI gestatten wir bei Entscheidungen? Welchen Bias wird KI haben, wie erkennen wir diesen und gehen damit um? Und wie gehen wir mit den Ergebnissen viel früher einsetzender Diagnostik um? Wie gewährleisten wir auch künftig einen allgemeinen Zugang zu medizinischen Spitzenleistungen? Daneben stellen sich neue Anforderungen an das Thema Sicherheit beim Umgang mit den sich vervielfachenden Datenmengen. Wer hat welche Rechte an den Daten, welchen Zugriff und welche Verwendungsmöglichkeiten? Was geschieht mit jenen, die ihre Gesundheitsdaten nicht preisgeben wollen? Und vor allem: Wie kann einerseits die Verfügbarkeit und gleichzeitig die Sicherheit der Daten gewährleistet werden. Bis 2030 wird es notwendig sein, hier klare Gesetze und Richtlinien zu entwickeln. Dabei muss die Integrität der Patientendaten geschützt und ethische Standards eingehalten werden.</p><h2><strong>10. Bildung und Schulung&nbsp;</strong></h2><p>Auch heute schon ist kontinuierliche Fortbildung in Medizin und Pflege eine wichtige Aufgabe. Bei der Fülle an Entwicklungen kommen die bisherigen Konzepte jedoch an ihre Grenzen. Deshalb werden Programme zur Fortbildung sich an neue Techniken anpassen müssen. Es wird kontext- und praxisbezogener, auch intuitiver werden müssen. Und für diese Fortbildungen müssen auch die Freiräume im Arbeitsalltag geschaffen werden. Es muss sichergestellt sein, dass Fachkräfte mit neuesten Entwicklungen Schritt halten können.</p><h2><strong>Neue Ära der Gesundheitsversorgung</strong></h2><p>Bis zum Ende des Jahrzehnts sind es nur noch wenige Jahre. Bis dahin wird sich das deutsche Gesundheitssystem massiv verändert haben. Dabei sollte stets ein Ziel im Blick sein: Der Mensch steht im Mittelpunkt – ob als Patient oder Beschäftigter. Nur dann kann es gelingen, innovative Technik zu nutzen, um Pflege und Medizin in eine neue Ära in der Gesundheitsversorgung zu transformieren. Die Zukunft wird von einer zunehmend personalisierten, präventiven und digital unterstützten Medizin und Pflege geprägt sein.</p><p><a href="https://www.bibliomedmanager.de/fw/artikel/49938-wie-technologien-den-klinikalltag-revolutionieren" target="_blank">Der Beitrag erschien zuerst im Fachmagazin “f&w Führen und Wirtschaften im Krankenhaus”</a></p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Stefanie Kemp,Kemp,f&amp;w]]></category>
            <pubDate>Fri, 08 Mar 2024 08:00:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Plattformlösung: Hinter dem Horizont</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/plattformloesung-hinter-dem-horizont/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/plattformloesung-hinter-dem-horizont/</guid><pp:caseid>617699</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><a href="https://www.bibliomedmanager.de/fw/artikel/49705-hinter-dem-horizont" target="_blank">Gastbeitrag im Fachmagazin f&w</a> von <a href="https://www.sana.de/newsroom/stefanie-kemp/" target="_blank">Stefanie Kemp&nbsp;</a> und <a href="https://www.linkedin.com/in/sascha-simon-773b7253/" target="_blank">Sascha Simon</a>:&nbsp;Angesichts der Veränderungen in der Arbeitswelt und im KIS-Markt bauen die Sana Kliniken ein neues intersektorales Managementsystem (SIMS) auf, um ambulante und stationäre Versorgungsbereiche mehr miteinander zu verzahnen. Es ist das bisher größte Projekt bei Sana. Die Pilotierung soll in drei der über 40 Krankenhäuser erfolgen, der konzernweite Rollout voraussichtlich ab 2025.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/acb74fa8-8089-45f5-8032-11f5824f9c90/1920_sana-280.jpg?43398"><p>Bereits in wenigen Jahren wird sich das&nbsp;heutige Gesundheitssystem wandeln.&nbsp;Die Demografie schlägt zu und das &nbsp;Personal&nbsp;wird fehlen, um das heutige Niveau&nbsp;aufrechtzuerhalten. Ärzte werden&nbsp;zu zehntausenden und das Pflegepersonal&nbsp;mit über einhunderttausend Menschen&nbsp;bis zum Ende des Jahrzehnts in&nbsp;den Ruhestand treten. Der Nachwuchs&nbsp;wird das nicht ausgleichen können –&nbsp;auch nicht bei forcierter Zuwanderung. Gleichzeitig werden die finanziellen&nbsp;Mittel eher knapper. Zwar hat Deutschland&nbsp;im internationalen Vergleich ein gutes&nbsp;Versorgungsniveau, aber zu hohe&nbsp;Kosten, wie die jährlichen Untersuchungen&nbsp;der Organisation für wirtschaftliche&nbsp;Zusammenarbeit und Entwicklung&nbsp;(OECD) immer wieder ausweisen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Einerseits wird die Gesundheitsversorgung&nbsp;relativ teuer produziert, andererseits&nbsp;fällt Deutschland mit einem im internationalen&nbsp;Vergleich geringen Digitalisierungsgrad&nbsp;auf. Würden diese Potenziale&nbsp;gehoben, könnte mit deutlich weniger&nbsp;Personal bei gestiegener Qualität die Versorgung&nbsp;gesichert werden. Dabei wurden&nbsp;in der jüngeren Vergangenheit vor allem&nbsp;die elektronische Patientenakte oder das&nbsp;Gesundheitsdatennutzungsgesetz thematisiert.&nbsp;Das sind wichtige Themen, aber&nbsp;ohne das digitale Kernelement jedes&nbsp;Krankenhauses bleibt es Stückwerk. Das&nbsp;Krankenhausinformationssystem (KIS)&nbsp;rückt deshalb in den Fokus.&nbsp;</p><h2>Neues IT-Herzstück&nbsp;</h2><p>Wenn ein neues Patientendatenmanagementsystem&nbsp;(PDMS), eine digitale Terminvereinbarung&nbsp;oder ein digitales Entlassmanagement&nbsp;eingeführt werden,&nbsp;müssen sie an die IT-Landschaft angeschlossen&nbsp;werden, um Wirksamkeit entfalten&nbsp;zu können. Insofern ist die Frage&nbsp;nach der richtigen KIS-Strategie zentral&nbsp;für die Digitalisierung der Krankenhäuser&nbsp;– und auch darüber hinaus. So, wie&nbsp;Digitalisierung einer der großen Trends&nbsp;ist, ist es auch die intersektorale Versorgung,&nbsp;also die Verzahnung von ambulanter&nbsp;und stationärer Versorgung. Sana&nbsp;versteht sich als integrierter Gesundheitsdienstleister,&nbsp;der eine intersektorale&nbsp;Strategie verfolgt, also ambulant und&nbsp;stationär zusammendenkt.&nbsp;</p><p>Dies alles antizipierend hat sich Sana&nbsp;zum Ziel gesetzt, ein Sana intersektorales&nbsp;Managementsystem – SIMS – zu&nbsp;schaffen – als zentrale Plattform. Sie&nbsp;sollte folgenden Kriterien entsprechen:&nbsp;</p><ul><li>nicht die Technik steht im Mittelpunkt,&nbsp;sondern die Menschen und ihre Ansprüche – die von Patienten &nbsp;sowie von Beschäftigten&nbsp;</li><li>zukunftsfähige State-of-the-Art-Software ohne Altlasten&nbsp;</li><li>Plattform-Architektur&nbsp;</li><li>Überwindung der Sektorengrenzen und Unterstützung einer gelungenen Patientenreise (Patient Journey)&nbsp;</li><li>Cloud-Readiness&nbsp;</li><li>Micro-Services-Architektur&nbsp;</li><li>Skalierbarkeit und Usability&nbsp;</li></ul><h2>Genetisches Alphaprodukt&nbsp;</h2><p>Im Ergebnis dient der Ansatz der Aufnahme&nbsp;von Geschwindigkeit, Anpassungsfähigkeit&nbsp;und Innovationskraft.&nbsp;Der Software-Markt im deutschsprachigen&nbsp;Raum hält nach die Expertise zurzeit&nbsp;kein Produkt bereit, das diese Anforderungen&nbsp;abbildet. Sana pilotiert deshalb&nbsp;ein genetisches Alphaprodukt –&nbsp;also kein Produkt von der Stange, sondern&nbsp;eine Entwicklung speziell entlang&nbsp;der vorgenannten Kriterien. Angefangen&nbsp;wird nicht bei Null, es wird keine&nbsp;Software neu entwickelt. Basierend auf&nbsp;einer Plattform wird schrittweise ein eigenes&nbsp;intersektorales Managementsystem&nbsp;aufgebaut.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/3effd3ca-3b75-41ff-8eef-871078d44108/1920_saschasimon.jpg?10000"><p>In einem ersten Schritt dockt diese&nbsp;Plattform an die bestehende Lösung für&nbsp;Patientenadministration und -abrechnung&nbsp;SAP IS-H an, über das zunächst&nbsp;die Abrechnungen weiterhin erfolgen.&nbsp;Gleichzeitig kann die Plattform aber&nbsp;auch schon Prozesse automatisiert und&nbsp;KI-unterstützt abbilden. Orientierung&nbsp;geben die von den Praktikern gewünschten&nbsp;Prozesse, um die Software entsprechend&nbsp;zu konfigurieren. Das besondere&nbsp;Augenmerk bei der Unterstützung von&nbsp;Arbeitsweisen liegt auf der medizinischen&nbsp;-und pflegerischen Dokumentation.&nbsp;</p><p>Insbesondere gilt es, bürokratische&nbsp;Zwänge und zusätzliche Aufwände – etwa&nbsp;für die Codierung zur Abrechnung –&nbsp;automatisiert ohne zusätzliche Ressourcenbindung&nbsp;zu realisieren. Die Plattform&nbsp;wird in weiteren Schritten um eigene&nbsp;Module für Patientenadministration und&nbsp;-abrechnungen sowie für den ambulanten&nbsp;Sektor erweitert.&nbsp;Drei der über 40 Sana-Krankenhäuser&nbsp;sind als Piloten ausgewählt. 80 Prozent&nbsp;der insgesamt bei Sana anfallenden&nbsp;Prozesse werden dort abgebildet. Die&nbsp;technischen Voraussetzungen sind&nbsp;grundsätzlich geschaffen. Und das&nbsp;Wichtigste: Mit allen Beteiligten wurden&nbsp;crossfunktional umfangreiche Gespräche&nbsp;geführt, wie sinnvolle Prozesse&nbsp;die Arbeit erleichtern könnten. Im ersten&nbsp;Quartal dieses Jahres werden diese Prozesse&nbsp;nun auf der Plattform abgebildet&nbsp;und justiert. Es folgen Schulungen und&nbsp;Trainings, die mit umfassenden Online-&nbsp;Formaten und intelligenten Hilfefunktionen&nbsp;mittels Digital Adoption Plattform&nbsp;zusätzlich unterstützt werden. Im&nbsp;zweiten Quartal ist für diesen Proof of&nbsp;Concept der Go-Live geplant: Das neue&nbsp;System wird sich in der Praxis beweisen&nbsp;müssen. Mit einer hohen Lernkurve in&nbsp;Betrieb und Support wird gerechnet.&nbsp;</p><p>Nach erfolgreicher Pilotierung folgt&nbsp;dann (spätestens) 2025 der Rollout für&nbsp;die weiteren 40 Sana-Krankenhäuser –&nbsp;das größte Projekt in der fast fünfzigjährigen&nbsp;Geschichte von Sana.&nbsp;Umfassende Transformation&nbsp;Dabei wird nicht nur ein KIS ersetzt:&nbsp;Derzeit hat der Konzern mehrere Systeme&nbsp;mit unterschiedlichen Release-Ständen&nbsp;im Einsatz. Diese haben auch dazu&nbsp;geführt, dass sich Prozesse konzernweit&nbsp;deutlich unterscheiden. Diese gilt es,&nbsp;nun auch zu vereinheitlichen – stets unter&nbsp;der Maßgabe, dass Patienten und Beschäftigte&nbsp;im Mittelpunkt stehen. Deshalb&nbsp;geht es nicht nur um den Austausch&nbsp;von Technik, sondern um eine umfassendere&nbsp;Transformation, die viele Arbeitsprozesse&nbsp;tangieren wird. Das wird&nbsp;mehrere Jahre dauern und mit Investitionen&nbsp;im kleineren bis mittleren zweistelligen&nbsp;Millionen-Euro-Volumen verbunden sein.&nbsp;</p><p>Den Investitionen stehen eine Reihe&nbsp;erwarteter Effekte gegenüber: medizinische,&nbsp;pflegerische, personalpolitische&nbsp;und wirtschaftliche. Ärzte sind nicht&nbsp;Arzt geworden, um administrativ-bürokratisch&nbsp;tätig zu sein, wie es jetzt zu gut&nbsp;einem Drittel der Arbeitszeit der Fall ist.&nbsp;Gleiches gilt für das Pflegepersonal.&nbsp;Ziel ist, zu entlasten und damit Freiraum&nbsp;für Patienten zu schaffen sowie die Zufriedenheit&nbsp;der Mitarbeitenden zu stärken,&nbsp;also den Menschen in den Mittelpunkt&nbsp;der Überlegungen stellen – sei es&nbsp;als Patient oder Mitarbeitender. Ein&nbsp;durchaus gewünschter Nebeneffekt&nbsp;<br>wird sein, auf dem zunehmend enger&nbsp;werdenden Arbeitsmarkt als attraktiv&nbsp;wahrgenommen zu werden.&nbsp;</p><p>Die Überzeugung ist, dass die Datenqualität&nbsp;steigen wird. Damit stehen dem&nbsp;medizinischen und pflegerischen Personal&nbsp;bessere Informationen schneller zur&nbsp;Verfügung, so dass auch die Versorgung&nbsp;der Patientinnen und Patienten qualitativ&nbsp;gesteigert werden kann. Und auch&nbsp;die Steuerung eines Krankenhauses&nbsp;wird durch das Vorhandensein zeitnaher&nbsp;Daten verbessert – sei es bei Personaleinsatz,&nbsp;Belegung, medizinischer Qualität&nbsp;wie auch Wirtschaftlichkeit.&nbsp;</p><p>Letztlich ist es auch wirtschaftlicher,&nbsp;viele Prozesse zu standardisieren und eine&nbsp;homogenere IT-Landschaft zu administrieren.&nbsp;Sana verspricht sich eine höhere&nbsp;Geschwindigkeit, neue Prozesse und&nbsp;Produkte zu implementieren. Denn viele&nbsp;medizinische Produkte sind heute auch&nbsp;IT-Produkte. In diesem Sinne ist es ein&nbsp;wirtschaftlicher und medizinischer Vorteil,&nbsp;schneller auf sich verändernde Rahmenbedingungen&nbsp;reagieren zu können.&nbsp;</p><h2>Neuland betreten&nbsp;</h2><p>Mit Blick auf andere Branchen wird&nbsp;nachgeholt, was weite Teile der Industrie&nbsp;bereits in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten realisiert haben.&nbsp;Gleichwohl bedeutet die Strategie in der&nbsp;deutschen Gesundheitsbranche Neuland.&nbsp;</p><p>Somit verlangt dieser Schritt auch&nbsp;Mut, eingetretene Pfade zu verlassen&nbsp;und Risiken einzugehen. Das Risiko eines&nbsp; „Weiter-so“ wird allerdings als höher&nbsp;erachtet. Es ist aktuell ein schwieriges Fahrwasser und die gesamte Branche&nbsp;steht (wirtschaftlich) vor nie&nbsp;gekannten Herausforderungen.</p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,KIS,Avelios,Impetus,Kemp,Simon]]></category>
            <pubDate>Thu, 08 Feb 2024 10:01:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Großauftrag für Clinomic: Sana Kliniken bestellen 200 digitale Assistenz- und Telemedizinsysteme</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/grossauftrag-fuer-clinomic-sana-kliniken-bestellen-200-digitale-assistenz--und-telemedizinsysteme-mona/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/grossauftrag-fuer-clinomic-sana-kliniken-bestellen-200-digitale-assistenz--und-telemedizinsysteme-mona/</guid><pp:caseid>618629</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>• <strong>Vielzahl von Intensivstationen erhält „Mona“</strong>&nbsp;</span></p><p><span>• <strong>Sana treibt Digitalisierung voran</strong></span></p><p><span>• <strong>Künstliche Intelligenz unterstützt im Akutbereich</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Die </span><a href="https://www.sana.de/unternehmen"><span>Sana Kliniken AG</span></a><span><u> </u>bestellt für eine Vielzahl ihrer Intensivstationen beim MedTech-Unternehmen </span><a href="https://www.clinomic.ai/de/" target="_blank"><span>Clinomic Group GmbH </span></a><span>das </span><a href="https://www.clinomic.ai/de/mona/" target="_blank"><span>digitale Assistenz- und Telemedizinsysteme Mona</span></a><span> (Medical On-Site Assistant). Der Auftrag umfasst die Bereitstellung und Anbindung von über 200 Terminals. Das ist die bisher größte Order für die mehrfach prämierte und zertifizierte Lösung von Clinomic. Beide Unternehmen bauen damit ihre strategische Partnerschaft aus. Diese umfasste bislang einen ersten Test-Einsatz von Mona-Terminals sowie eine Beteiligung der Sana seit einer Finanzierungsrunde von Clinomic im Juli vergangenen Jahres.</span></p><p><span>Das Assistenz- und Telemedizinsystem Mona für Intensivstationen bietet medizinischem und Pflegepersonal Unterstützung von der Patientenaufnahme bis zur Entlassung. So können mit den Terminals Patientendaten – unter anderem verabreichte Medikamente, klinische Messungen, Befunde oder Verfahren – vollständig dokumentiert werden. Die Erfassung erfolgt direkt am Terminal, mitunter auch per Spracheingabe. Eine strukturierte Benutzeroberfläche ermöglicht einen Überblick über den Zustand der Patienten und reduziert beispielsweise die dargestellte Informationsmenge, wodurch Unklarheiten bezüglich des Workflow-Status vermieden werden. In Summe ermöglicht Mona es dem Personal der Intensivstation, besser den Überblick über alle klinischen Maßnahmen zu behalten. Außerdem reduziert das System den Dokumentationsaufwand.&nbsp;</span></p><h2><span>Sektorübergreifendes Datenökosystem</span></h2><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/acb74fa8-8089-45f5-8032-11f5824f9c90/1920_sana-280.jpg?43398"><p><span>„Technischer Fortschritt ist für die Gesundheitsversorgung von großer Bedeutung“, sagt Stefanie Kemp, Vorständin der Sana Kliniken AG, Chief Transformation Officer (CTO). „Damit wir in Deutschland künftig die Patientenversorgung gerade im Akutbereich bedarfsgerecht sicherstellen können, brauchen wir eine digitale Unterstützung mit einem sektorübergreifenden Datenökosystem aus einem Guss. Die Digitalisierung von Sana treiben wir in diesem Sinne seit Jahren voran. Innovationen wie die von Clinomic tragen dazu einen entscheidenden Teil bei.“</span></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/ab50e7e7-3d96-4b12-a56d-ba9f23c892ca/1920_profdrgisbertknichwitz.jpg?10000"><p><span>„Mona entlastet Pflegekräfte und Ärzte im Intensivalltag durch den Wegfall der Papierkurve deutlich, so dass deutlich mehr Zeit für die Patienten bleibt“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Gisbert Knichwitz vom Sana-Krankenhaus Hürth, das das Intensivmedizinmodul von Mona mit ersten Teilfunktionen bereits 2023 einführte. „Die durch das System unterstützte Intensivbehandlung läuft bisher reibungslos und effizient ab. Wir sehen daher ein großes Potential für die beabsichtigten KI-Funktionen.“</span></p><h2><span>Treiber der Transformation des Gesundheitswesens</span></h2><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/d0fa8e7d-cffb-4e62-ad04-ca7054a2b2c4/1920_clinomic-georg-griesemann-ceo-quer.jpg?10000"><p><span>„Die Sana Kliniken haben bereits mit ihrem Investment in Clinomic im Sommer 2023 deutlich gemacht, dass die Digitalisierung ein Schlüsselinstrument der Gruppe ist. Die nun sukzessiv erfolgende Ausstattung zahlreicher Einrichtungen mit unseren Mona-Terminals ist die konsequente Fortführung des Engagements und der aktiven Transformation des Gesundheitswesens durch Sana“, erklärt Georg Griesemann, CEO der Clinomic Group, und ergänzt: „Wir sind stolz darauf, auf Basis des weitreichenden Vertrauens der Sana Kliniken Clinomic zu einem führenden Anbieter für digitale Gesundheitslösungen auszubauen.“</span></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/76167b4a-d229-48bb-860c-bd273547e093/1920_clinomic-01-gruender-arne-peine-links-lukas-martin-rechts-und-der-neue-ceo-georg-griesemann-mitte-print.jpg?10000"><p><span><strong>Über Clinomic</strong>:</span></p><p><span>Mit Wurzeln in der europäischen Intensivmedizin, der Digitalisierung der Medizin und der Telemedizin revolutioniert das MedTech-Unternehmen </span><a href="https://www.clinomic.ai/de/" target="_blank"><span>Clinomic</span></a><span> seit 2019 die Akut- und Intensivmedizin. Die Clinomic Group schafft innovative Lösungen für kritisch kranke Patienten, indem sie translationale medizinische Forschung mit modernen Technologien wie KI und Datenwissenschaft kombiniert. Clinomic gestaltet damit aktiv die Entwicklung hin zu einem intelligenten, effizienten und digitalen Gesundheitswesen.</span></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/a4eea795-9560-4f18-a219-79bef7e83baa/1920_mona-pdms-huerth.jpg?10000"><p><span><strong>Bildbeschreibungen von oben nach unten:</strong>&nbsp;</span></p><ul><li><span>Stefanie Kemp, Vorständin Sana Kliniken AG, Chief Transformation Officer (CTO) </span><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/87c82afa-ac4e-4fca-842a-1249e6fb21a9/sana-288/" target="_blank">Download und Copyright</a></li><li><span>Prof. Dr. Gisbert Knichwitz, Chefarzt am Sana-Krankenhaus Hürth </span><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/316d88e5-2a9a-4026-8b6e-ea0b0d6e5d11/doctor-uses/" target="_blank"><span>Download und Copyright</span></a></li><li><span>Georg Griesemann, CEO der Clinomic Group GmbH </span><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/d0fa8e7d-cffb-4e62-ad04-ca7054a2b2c4/clinomic-georg-griesemann-ceo-quer/" target="_blank"><span>Download und Copyright</span></a></li><li><span>Gründerteam von Clinomic: </span><span style="background-color:rgb(255,255,255);"><span style="text-align:left;">Clinomic-Gründer Arne-Peine (links) Lukas Martin (rechts) und der CEO Georg Griesemann</span></span><span> </span><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/76167b4a-d229-48bb-860c-bd273547e093/clinomic-01-gruender-arne-peine-links-lukas-martin-rechts-und-der-neue-ceo-georg-griesemann-mitte-print/" target="_blank"><span>Download und Copyright</span></a></li><li><span style="background-color:rgb(255,255,255);"><span style="text-align:left;">Dr. Torsten Schwalm bedient ein Mona PDMS Terminal auf Station im Sana-Krankenhaus Hürth.</span></span><span> </span><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/a4eea795-9560-4f18-a219-79bef7e83baa/mona-pdms-huerth/" target="_blank"><span>Download und Copyright</span></a><span>&nbsp;</span></li></ul><p><strong>Nicht &nbsp;abgebildet:</strong></p><ul><li><span>Mona im Sana-Krankenhaus Hürth </span><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/ab50e7e7-3d96-4b12-a56d-ba9f23c892ca/profdrgisbertknichwitz/" target="_blank"><span>Download und Copyright</span></a></li><li><span>Clinomic-Logo </span><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/1c96d768-fb75-44cf-9e04-a20d897741c6/clinomic-grouplogo-2022-06-16/" target="_blank"><span>Download und Copyright</span></a></li></ul>]]></description><category><![CDATA[PM,uk-hol,Mona,Clinomic,Huerth,Kemp]]></category>
            <pubDate>Mon, 05 Feb 2024 10:00:00 +0100</pubDate>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2914/a4eea795-9560-4f18-a219-79bef7e83baa/mona-pdms-huerth.jpg?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Mona PDMS auf Station in H&amp;uuml;rth]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Dr. Torsten Schwalm bedient ein Mona PDMS Terminal auf Station in H&amp;uuml;rth.]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Ichilov und Sana vereinbaren Partnerschaft</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/ichilov-und-sana-vereinbaren-partnerschaft/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/ichilov-und-sana-vereinbaren-partnerschaft/</guid><pp:caseid>619387</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>• Tel Aviv Sourasky Medical Center - Ichilov arbeitet mit mehr als 100 Start-ups zusammen</span></p><p><span>• Zusammenarbeit verschafft israelischen Start-ups Plattform für Deutschland</span></p><p><span>• Kemp: “Innovationen für bestmögliche Patienten-Versorgung”</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p style="margin-left:0cm;"><span>Ichilov, die führende Gesundheitseinrichtung in Israel, und die Sana Kliniken AG, führender integrierter Gesundheitsdienstleister in Deutschland, haben gestern eine Absichtserklärung zur Förderung der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen unterzeichnet. Diese strategische Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Entwicklung digitaler Lösungen voranzutreiben, die die Patientenversorgung deutlich verbessern und die Effizienz steigern. Indem die beiden renommierten Institutionen ihre Stärken und ihr Fachwissen kombinieren, werden sie Synergien für Innovation und Fortschritt im Gesundheitswesen erzeugen.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Eine der wichtigsten Initiativen im Rahmen der neuen Partnerschaft ist die Öffnung des deutschen Marktes für israelische Start-ups. Diese Zusammenarbeit wird israelischen Start-ups im Gesundheitswesen eine Plattform bieten, um ihre innovativen Technologien und Lösungen in der deutschen Gesundheitslandschaft zu präsentieren, grenzüberschreitende Innovationen zu fördern und Möglichkeiten für beidseitiges Wachstum zu schaffen.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Ichilov, das für Höchstleistungen, führende Forschung und innovative Gesundheitslösungen bekannt ist, steht an der Spitze des medizinischen Fortschritts in Israel. Ichilov arbeitet mit mehr als 100 Start-ups im Bereich der Gesundheitstechnologie in Israel zusammen. Das Unternehmen setzt sich dafür ein, mit digitalen Lösungen die Versorgung der Patienten und die betrieblichen Abläufe zu verbessern.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Stefanie Kemp, Sana-Vorständin, Chief Transformation Officer (CTO): „Die Zusammenarbeit mit Ichilov fügt sich nahtlos in unsere Mission ein, die Grenzen des Gesundheitswesens zu erweitern. Gemeinsam werden wir unsere Stärken für Innovationen im Gesundheitswesen nutzen und den Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten."</span></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/cb3de6df-261d-44ec-b6b3-d663b1984597/1920_mou.jpg?10000"><p><i><span>Unterzeichnung eines Memorandums of Understanding zwischen Tel Aviv Sourasky Medical Center Ichilov&nbsp; und der Sana Kliniken AG - Prof. Dr. Ronni Gamzu, CEO, Stefanie Kemp, Vorstand CTO, Michael Hübner, Manager Innovationen und Digitalisierung</span></i></p><p><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/cb3de6df-261d-44ec-b6b3-d663b1984597/mou/" target="_blank">Gemeinschaftsbild: Download und Copyright</a>&nbsp;</p><p><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/3055fe77-310b-4b24-ac2d-3ba43a8b9f9d/mouichilov/" target="_blank">Bild Prof. Dr. Ronni Gamzu Download und Copyright</a></p><p><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/574dabe3-6046-46e3-b712-824a14d5932c/mousana/" target="_blank">Bild Stefanie Kemp, Michael Hübner Download und Copyright</a></p>]]></description><category><![CDATA[PM,uk-hol,Ichilov,CTO,Kemp,Startups]]></category>
            <pubDate>Thu, 01 Feb 2024 08:00:00 +0100</pubDate>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2914/3055fe77-310b-4b24-ac2d-3ba43a8b9f9d/mouichilov.jpg?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Unterzeichnung Memorandum of Understanding Ichilov/Sana]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Unterzeichnung eines Memorandums of Understanding zwischen Tel Aviv Sourasky Medical Center Ichilov  und der Sana Kliniken AG, Prof. Dr. Ronni Gamzu, CEO Ichilov]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Wie wollen wir künftig arbeiten?</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/wie-wollen-wir-kuenftig-arbeiten/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/wie-wollen-wir-kuenftig-arbeiten/</guid><pp:caseid>613677</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Vorstand Stefanie Kemp im “kma Kompass”-Podcast: Wie stellen wir uns unsere Zukunft vor? Welche Szenarien gibt es und welche Fantasien? &nbsp;Allerdings: Die digitale Transformation unserer Kliniken liegt rund 15 bis 20 Jahre hinter dem aktuellen Industriestandard. Warum das so ist und wie die Sana Kliniken diesen Herausforderungen begegnen, verrät Chief Transformation Officer Stefanie Kemp.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<h2>Einleitung</h2><p>kma Kompass, der Podcast für alle, die das Krankenhaus der Zukunft gestalten. Wie stellen wir uns unsere Zukunft vor? Welche Szenarien gibt es und welche Fantasien? Fest steht, dass wir uns häufig dabei hochtechnologisierte Lebenswelten vorstellen. Beim Krankenhaus der Zukunft spielen Automatisierung und Digitalisierung auch eine entscheidende Rolle. Allerdings muss man sagen, die digitale Transformation unserer Kliniken liegt rund 15 bis 20 Jahre hinter dem aktuellen Industriestandard. Warum das so ist und wie die Sana Kliniken diesen Herausforderungen begegnen, verrät uns Chief Transformation Officer Stefanie Kemp.</p><h5>Jeremy Dähn, Chief Digital Officer der Johanniter GmbH</h5><p>Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zu einer weiteren Podcastfolge von kma Kompass. An meiner Seite wieder die liebe Lisa. Liebe Lisa, wen haben wir denn dieses Mal in unserem Podcast dabei?</p><h5>Lisa-Marie Hofmann, Content Mangerin Thieme Gruppe, kma</h5><p>Hallo Jeremy und natürlich auch herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer. Schön, dass Sie wieder dabei sind. Heute bei uns ist Expertin Stefanie Kemp. Die gelernte Kinderkrankenschwester hat schon Stationen gemacht bei Vorwerk der Innogy SE und beim Softwarehersteller Oracle seit September 2022 ist sie Vorstandsmitglied und Chief Transformation Officer der Sana Kliniken AG mit den Schwerpunkten Datenschutz und Datensicherheit, IT sowie digitale Transformation. Und seit Januar 2023 ist sie außerdem Aufsichtsrätin bei der Adesso SE. Sie ahnen es schon, liebe Hörerinnen und Hörer. Heute geht es in Richtung Digitales, aber vor allem auch in Richtung Transformationsprozesse. Und damit herzlich willkommen, Frau Kemp.</p><p>----------</p><h2>Interview</h2><h5>&nbsp;</h5><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Ganz herzlichen Dank, Lisa. Ich habe noch eine kleine, raue Stimme von einer Erkältung. Ich hoffe, das passt. Und ich möchte mich herzlich bedanken für die Einladung zu dem Podcast heute Morgen.</p><h5>Lisa-Marie Hofmann</h5><p>Ja, sehr gerne. Das passt auf jeden Fall. Und dann würde ich direkt rein starten. Steffi, du hast Transformation quasi im Job Titel. Kannst du für unsere Hörerinnen und Hörer vielleicht kurz umreißen, welche Transformationsschwerpunkte es in der deutschen Kliniklandschaft und damit auch bei Sanna aktuell gibt?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Ja, gerne. Also Transformation ist ja ein sehr, sehr weitläufiger Begriff und ich denke schon auch, dass es manchmal von außen gesehen schwierig ist, das zuzuordnen. Was sind eigentlich die Aufgaben, die dahinter stecken? Und ich komme jetzt mal von einem ganz banalen Thema, was uns alle beschäftigt, egal ob das Krankenhauslandschaft oder Industrie ist, das ist das Thema Prozesse. Die Frage in der Transformation ist doch immer, wie wollen wir arbeiten? Und das Und das „Wie wollen wir arbeiten“ hat sicherlich immer damit zu tun, einmal zu verstehen, was tun wir täglich? Was können wir optimieren, ohne dass wir über Technologie oder Digitales sprechen? Und natürlich dazu gehört auch eine wie auch immer geartete Einstellung oder Haltung. Also wir sprechen eigentlich vom Mindset, wie wir in Zukunft unseren Arbeitsumfeld gestalten wollen. Und das sind die Themen eigentlich grundsätzlich, die in dieses Transformations-Ressort bei der Sana gehören. Wir fangen an bei Veränderungsprozessen mit der Thematik Prozesse. Wir fangen dann natürlich auch an mit der Thematik: Wie wollen wir Projekte gestalten und wie wollen wir auch neue Methoden nutzen? Aber am Ende stellt sich immer die Frage: Können wir dies mit einer optimierten Technologie, besseren Services tun. Und letztlich stellt sich die Frage: Können wir diese Themen auch noch digitalisieren?</p><p>Gleichzeitig müssen wir immer berücksichtigen, dass wir in einem regulierten Umfeld stehen. Und natürlich gehören auch dazu die Themen Datenschutz, Rechtssicherheit, aber auch das Thema Security. Und zwar nicht nur Information Security, sondern natürlich auch die technologische Security - da wir ja nun auch heute immer wieder vom Thema Cybercrime hören und auch in unserem Umfeld schon einige Negativbeispiele erlebt haben.</p><h5>Lisa-Marie Hofmann</h5><p>Das sind sehr tiefgreifende Transformationsprozesse, von denen du da auch sprichst. Jetzt kommen von außen noch Sachen hinzu wie Ambulantisierung, neue Versorgungsmodelle, digitale Transformation. Was sind die größten Herausforderungen, die sich daraus ergeben für den Klinikbereich?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Ja, die größte Herausforderung meines Erachtens ist die Fragestellung, wie erleben wir ein integriertes Gesundheitssystem? Und jetzt denken wir das einmal vom Patienten aus – und wir sprechen ja hier im modernen Kontext von der Patient Journey. Was erlebt der Patient, wenn er heute ins Gesundheitssystem eintritt? Und das kann auch schon über Präventionsmaßnahmen geschehen und dann tatsächlich über einen Krankheitszustand verlaufen, bei dem es Hilfestellung braucht. Und es betrifft nicht nur das Krankenhaus, es beginnt ja eigentlich auch schon beim Hausarzt oder Facharzt. Und die große Herausforderung wird sein, wie wir den Patienten, den wir vielleicht auch mal als Kunde definieren, entlang dieser unterschiedlichen, heute nicht integrierten, Einheiten ordentlich, transparent und gut aufgeklärt über diese Patient Journey begleiten.</p><p>Und für uns ist natürlich Ambulantisierung ein großes Thema. Nicht nur, dass sich durch dieses Thema Krankenhausreform auch der Schwerpunkt ein Stück in die Ambulanzen verlegt, sondern natürlich auch: Wie bringe ich transparent die Daten des Patienten oder Kunden mit von A nach B? Und das ist natürlich in der Umstellung logischerweise auch für jedes Unternehmen keine einfache Aufgabe. Und an der arbeiten wir auch sehr intensiv gerade.</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Ich finde es sehr spannend, Du hast ja viele Dinge gerade erwähnt. Ein wunderschönes Thema ist für mich, den Patienten auch als Kunden wahrzunehmen, denn ich habe ganz oft das Gefühl, man hat absichtlich das Wort Patient verwendet, so wie alle Industrien von Mandanten sprechen, weil dann muss man ja nicht kundenorientiert sein. Deswegen fand ich es aber auch sehr schön zu sagen, ein Erfolgsfaktor ist ein crosssektoraler, integrierter Leistungsträger zu sein, sozusagen diese Wahrnehmung Vollversorger zu sein. Wie relevant ist da die Verzahnung von ambulant/stationär und digital für die Sana? Wie zeigt sich das?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Wenn wir mal in den Sana-Kosmos schauen, dann ist ja unser Geschäft tatsächlich sehr stark ausgelegt auf das klassische Thema Krankenhaus. Jetzt kommt im großen Stil auch das Thema Ambulantisierung hinzu. Unser Bestreben ist Folgendes: Unabhängig davon, wo der Patient erstmals auftaucht, ob in der Ambulanz oder möglicherweise stationär und vielleicht von stationär auch wieder ambulant geht - diese Verbindung soll eine durchgehende Kette sein, ob es jetzt intersektoral ist oder crosssektoral, ist völlig egal für den Patienten. Es muss ein einheitlicher Behandlungspfad sein. Und wir versuchen aktuell auch über neue Plattformen dies einheitlich zu gestalten. Das geschieht nicht nur über das Patienten-Portal, sondern wir bilden diesen Behandlungsfahrt auch intern so weit möglich ab – wir denken das Ganze in einem Prozess. Natürlich ist immer maßgeblich, dass wir hier den Patientent wieder in den Mittelpunkt stellen und er entscheidet, wann er seine Daten von ambulant zu stationär mitnimmt. Das ist eine große Herausforderung. Wenn wir intern darüber nachdenken, stellt sich das für uns extrem einfach dar. Das kann man heute mit modernen Technologien machen … die sind nur gar nicht im aktuellen Gesundheitssystem verfügbar.</p><p>Aber am Ende müssen wir berücksichtigen, dass es nach der Datenschutzgrundverordnung logischerweise der Patient das Recht hat zu entscheiden, wie wir mit seinen Daten arbeiten. Und ich glaube, diese zwei Themen, die müssen wir sauber übereinander bringen.</p><h5>&nbsp;</h5><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/8b3e6b58-430b-436c-b002-0efadc05c437/1920_1ag-0319.jpg?26555"><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Ich sehe aber, wenn ich mir jetzt die Kliniklandschaft ansehe, eher eine große Herausforderung in den Themen Agilität und Interoperabilität. Und du kommst ja gerade aus agilen, interoperablen Unternehmen und bist jetzt zurück in der Krankenhauslandschaft. Wie sehr spiegeln denn jetzt die Punkte agil und interoperabel die Kliniklandschaft wieder?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Ich würde mit der generellen Sicht auf den Technologiestandard oder den Digitalisierungsgrad die Krankenhauslandschaft anschauen. Mit Blick auf Sana kann ich sagen: Wir sind da sehr vergleichbar mit vielen anderen. Die Krankenhauslandschaft ist meines Erachtens verglichen mit der Industrie 15 bis 20 Jahre hinterher. Agilität ist eigentlich noch im großen Stil ein Fremdwort und Interoperabilität wird ja alleine schon durch die gegebenen Plattformen vernichtet, ist ja gar nicht existent. Hier ist eigentlich die größte Hebelwirkung, dieses System einmal neu zu denken, nämlich tatsächlich interoperable Plattformen zu bauen, wo wir heute Industriestandards nutzen können – mit Microservices, offenen Schnittstellen, an denen ich tatsächlich über die Sektoren hinweg einen sauberen, ordentlichen, schnellen, gesicherten Datentransfer ermögliche. Das erlebe ich aktuell in der Situation nicht. Und wenn du mich dann fragst, wie ich diesen Digitalisierungsgrad vergleichen würde mit der Industrie, da liegt die Industrie heute, durchaus in einer Skala von 1 bis 10, eher schon bei 6 bis 7. Und da sind wir im Gesundheitssystem leider eher auf der Skala zwischen 2 und 3.</p><p>Und das gilt auch für das Thema Agilität. Was bedeutet das eigentlich? Das heißt ja nicht nur, wir bauen die Projektmethode, sondern der gesamte Angang, wie wir etwas erarbeiten und wie wir Entscheidungen treffen, wie flexibel wir sind, mit welcher Geschwindigkeit wir daherkommen. Das alles ist ja im Thema Agilität verankert und dazu braucht es eine Systematik, eine Technologie oder digitale Plattform, die das auch erlaubt. Das sind zwei Extreme, die uns jetzt vor eine Herausforderung stellen.</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Laut des IT-Monitors, durchgeführt von Roland Berger, sind circa 80 Prozent der IT Chefs in den Kliniken mit ihrem Krankenhaus-Informationssystem zufrieden, wohingegen nur 45 Prozent der Krankenhaus-Manager es so sehen. Wahrscheinlich würden die Anwender das auch nochmals kritischer sehen. Woher kommt dieser starke Unterschied?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Die Frage ist doch immer: Haben wir wirklich verstanden, was unsere Anwender brauchen? Und das finde ich schön, dass du mal den Anwender, nämlich unsere Mediziner, unsere Pflegefachkräfte, aber auch alle, die in Tertiärprozessen arbeiten, im Krankenhaus fragst, ob sie eigentlich mit den Anwendungen, mit den Logiken der Systeme, die heute verfügbar sind, glücklich sind. Da kann ich nur sagen: Nach meinen jetzigen Erfahrungen, mehr als ein Jahr bei Sana, würde ich sagen - 80 Prozent sind unzufrieden, weil es einfach statisch geschlossene, also proprietäre Systeme sind, die auch mit einer modernen Anwender-Oberfläche, wir reden ja hier von Usability, wenig zu tun haben.</p><p>Ja, es mag stabil sein das, was die Kernanbieter, die heute ein Krankenhaus-Informationssystem bereitstellen. Aber seien wir mal ehrlich: Die kommen eigentlich von einer Abrechnungslogik und sollen heute modern ein Krankenhaus managen. Und da stellt sich für mich schon die große Herausforderung: Können die das? Und ich gebe gerne mal ein kleines Beispiel. Wir haben in Düsseldorf zwei Sana Kliniken, in der einen, Düsseldorf-Gerresheim, habe mir das Haus angeschaut, war auf Station und eine der Stationenschwester sprach mich dann mal an und sagte „Komm, ich zeig dir mal was und brachte mich also hinten ins Schwesternzimmer zu so einem Krankenhaus-Informationssystem. Und da war ich erst wenige Monate bei Sana und ich muss auch wirklich sagen, wenn man dann die Logiken sieht, wie so eine Führung in so einem System ist, wie viele Klicks, wie viel manuelle Eingaben, in diesem nicht anwenderfreundlichen System es braucht, war die Aussage, die dann kam, wenig überraschend: Ich würde ja meine Prozesse anders bearbeiten, wenn die Software es mir erlauben würde. Und da muss bei jedem IT Verantwortlichen alle Glocken klingeln und er muss sagen, da muss was passieren. Und genau das war auch für mich dieser Tag, dieses Erlebnis zu sagen, das muss anders gehen. Da gibt es heute ganz andere Systeme, ganz andere technologische Möglichkeiten.</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Das ist ganz spannend. Wie können wir das überwinden oder wie begegnet Sana diesen Herausforderungen ganz konkret?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Wir stehen vor die Herausforderung, dass wir einfach mal Systeme anders denken. Erst den Prozess verstehen und dann wirklich mit den Fachkräften, mit den Anwendern selber einmal durch den optimalen Prozess der Zukunft gehen - wie wir die Patientenaufnahme machen, wie wir möglicherweise auch Befundungen und Diagnostik machen im medizinischen Bereich, wie wir natürlich auch die Aufnahme und die Behandlung auf Station, also die Pflegedokumentation durchführen, die Medikation durchführen. Das mussten wir erst einmal voranstellen. Und dann haben wir logischerweise Gespräche geführt mit der Fragestellung: Ist heute am Markt etwas verfügbar, mit dem wir genau das abbilden können? Und nachdem wir uns hier ausführlich die Karten gelegt haben und viele Gespräche geführt haben und Systeme angeschaut haben, war klar: Ein solches System ist derzeit nicht existent. Dann haben wir entschieden, uns einmal am Markt zu orientieren mit der Frage: Gibt es irgendwo Anbieter, die schon mal grundsätzlich generisch dynamische Plattformen anbieten, mit denen ich sowohl die administrativen aber natürlich auch die Behandlungsprozesse optimieren kann? Und da muss ich sagen, waren wir sehr glücklich. Wir haben ein Unternehmen gefunden, das das ermöglicht, nämlich schon mit 60 Prozent zumindest mal im rudimentären Ansatz.</p><p>Es ist ein Münchner Unternehmen, ein kleines Haus, für die wir uns jetzt entschieden haben, den klassischen Proof of Concept durchzuführen, mit drei unserer Häuser einmal 100 Prozent des klassischen Krankenhausbetriebes abdecken zu können. Und das ist tatsächlich eine Plattform A – und ich glaube, das ist auch wichtig –, die heute zum Beispiel Cloud native entwickelt ist, also von Anfang an auch Cloud Services anbieten kann, die aber auch vom Grundstock mehr oder weniger so eine, ich mag den Begriff ungern in einem Podcast nutzen, weil viele Zuhörer das manchmal nicht wirklich einsortieren, aber es ist eine offene Data Workflow Engine, die eben auch die modernen Technologien integrieren kann, seien einfache Integrationen von kleineren Lösungen, Anbindung von allen möglichen Datenzulieferern. Und wenn wir über Daten sprechen, ist das die nächste Komponente, sich mal in ein klassisches Datenökosystem zu begeben und wie ich Daten besser aufbereiten kann, wie ich Daten im richtigen Augenblick an der richtigen Stelle unverändert zur Information bereitstelle. Und jetzt gucken wir noch ein Stück weiter. Kann ich automatisieren? Kann ich zum Beispiel künstliche Intelligenz nutzen in Zukunft? Und kann ich zum Beispiel für unsere Anwender, insbesondere Pflegefachkräfte, aber auch unsere Mediziner, das ganze Arbeitsumfeld viel attraktiver gestalten.</p><p>Also du siehst, wir haben uns da extrem viele Gedanken gemacht. Wir haben eine 360-Grad-Betrachtung gehabt. Wer kann das nutzen? In welchem Umfang? Wie können wir einen besseren Service bereitstellen? Wie kann ich viel einfacher skalieren? Und wie kann ich trotzdem eine Standardplattform nutzen, aber dem Anwender die Möglichkeit lassen, seinen Prozess über diese Plattform optimal zu gestalten? Und wenn uns das gelingt, dann behaupte ich mal, könnten wir ein Game-Changer auch in der deutschen Krankenhauslandschaft sein.</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Jetzt hast du mich natürlich so interessiert gemacht. Da kommen jetzt gleich zwei Fragen. Wer ist dieses Unternehmen und wie macht ihr das mit Schnittstellen in diese Krankenhaus-Informationssysteme, in diese wirklich geschlossenen Systeme?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Ja, also die erste Idee, das Unternehmen ist ein Startup aus München. Ich bin im Moment immer sehr verhalten, den Namen zu publizieren, weil du kannst dir vorstellen, was dann passiert, weil die natürlich jetzt mit dem jungen Unternehmen eine sehr starke Priorisierung forcieren, dass die sich in diesen Fokus begeben. Aber das Unternehmen ist bekannt und wer da so ein bisschen, ich sage mal, den klassischen Google-Aspekt nutzt, wird da auch sehr schnell darauf kommen.</p><p>Unser Projekt heißt Impetus und das ist eigentlich sehr schön übertragbar: Impetus ist der Aufbruch, also das Nach-vorne-schauen und das gibt so ein bisschen wieder, was es ist. Und wie gehen wir mit den Schnittstellen in die Krankenhaus-Informationssysteme um? Wir werden logischerweise diese Plattform nutzen, sowohl den Ambulanzprozess, wie aber auch den Krankenhausprozess komplett abzubilden. Das heißt, du managst eigentlich auf dieser neuen Plattform alles rund um den Patient. Aktuell ist die einzige Herausforderung, dass wir uns auf – und Sana hat ja nicht nur ein KIS – auf ein KIS einigen, in dem noch der Aufnahmeprozess stattfindet und auch dieses KIS als Abrechnungssystem genutzt wird, weil hier braucht es die Zertifizierung. Wenn das irgendwann auch möglicherweise mal in der neuen Plattform dazu kommt, dass ich abrechnen kann, dann kann ich natürlich auch zukünftig, wenn ich das Patienten-Portal nutze, das wir gleichzeitig entwickeln, dann kann ich logischerweise irgendwann auch sagen, ich kann alle KIS abschalten. Also da laufen drei, vier parallele Streams, die alle sehr komplex sind.</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Absolut visionär, muss ich sagen. Und das muss ich einfach sagen aus den Worten einer IT- und Transformationschefin im Krankenhaus wirklich sehr, sehr neu. Da kommt gleich meine Frage, weil wir auch über die Anwender*innen gesprochen haben. Wie nehmen Sie Chefärztinnen, Chefärzte und Stationsleitung wirklich als Treiber des Erfolges mit?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Vielleicht noch mal ein kurzes Statement zurück, Jeremy. Also wenn du in andere Industrien schaust, dann ist das, was wir tun, also was wir gerade auch mit der Plattform bauen und entwickeln, für die ist das keine große Herausforderung. Das passiert ja jeden Tag. Wir reden hier – wie es in anderen Industrien hieße - klassische DevOps-Ansätze, die fast jeder gute IT-Leiter heute in jedem Unternehmen hat, um sich von Standardplattformen und von großen dicken fetten Applikationssystemen ein Stück zu entlasten. In anderen Industrien funktioniert das. Jetzt zur Frage: Wie nehmen wir die Kolleginnen und die Kollegen mit? Und auch hier ist der Ansatz, dass wir nicht eine Entwicklung haben und sagen „Und das kippen wir jetzt raus“. Stattdessen drehen wir das Ganze und wir haben in der Definition, in der Generierbarkeit dieser neuen Plattform von Anfang an Pflegefachkräfte und Mediziner an Bord und die entscheiden, wie das System aussehen wird. Und hier gibt es extrem viel Zuspruch, weil man schon von Anfang an sieht, dass das Arbeiten anders wird. Also wenn du in Zukunft digitale Visiten machen kannst, du kommst mit einem modernen Tablet direkt an das Patientenbett, kannst dort alles erklären, kannst da die digitale Visite durchführen.</p><p>Du kannst aber auch gleichzeitig möglicherweise mal als Pflegefachkraft überlegen, wie du Wege verkürzen kannst, wie du unnötige administrative Aufgaben verringern kannst, wie du zum Beispiel eine automatisierte Arztbriefschreibung vorschlagen kannst. Das heißt nicht, dass es das am Ende ist, aber wenn du siehst, wie es in den Augen blitzt, wenn man plötzlich mit einer modernen Oberfläche arbeitet, die wir alle von zu Hause kennen, das ist der Punkt. Es geht darum, die Betroffenen zu Beteiligten zu machen. Und das ist jetzt auch in unserer Landschaft nichts Neues. Und das nehmen wir aber sehr ernst. Und hier kommt es tatsächlich immer auf die Fragestellung an, wie dynamisch oder generisch ist das Basis-Setup dieser neuen Entwicklungsplattform? Und da haben wir einen guten Treffer gelandet.</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Wenn ich noch mal zurückkomme auf die Studie von Roland Berger, die ganz klar sagt: Personalmangel in der IT führt zu Projektausfällen. Wir hatten auch im letzten Podcast darüber gesprochen, dass der gefühlte Druck zumindest auf die Anwender immer größer steigt. Wie kannst du das innerhalb der Sana kompensieren?</p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/3d97bcf6-e935-4a07-afc9-969081550aaf/1920_1ag-0289.jpg?51796"><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Ja, das ist eine extrem wichtige Frage. Also das ist genau der Punkt. Wir müssen uns natürlich auch mal den Bebauunplan, die IT-Architektur anschauen: Was ist doppelt und dreifach verfügbar? Was für Subsysteme hast du? Wie kannst du Service-Organisationen einfacher stricken? Wie kannst du entlasten? Und eines unserer großen Themen ist natürlich dezentrale Strukturen in den verschiedenen Häusern, in virtuelle Kompetenzzentren zu bestimmten Themen umzubauen, die Leute zu halten und möglicherweise auch zum Kollegen, der heute noch Server administriert oder Server aufsetzt, dass wir den zukünftig viel stärker in den ganz klassischen Tagesprozess einbinden, also eher auf der Anwender-Oberfläche unterstützt als hinten in der Infrastruktur. Das ist keine leichte Aufgabe. Dazu braucht es eine hohe Bereitschaft. Aber ich behaupte, wir haben die Menschen heute an Bord. Vielleicht sind sie noch nicht alle auf diesem neuen Pfad, was auch gar nicht notwendig ist. Denn so ein Projekt, das wir machen, das ist nicht in zwölf Monaten getan. Ja, wir müssten ja über 40 Häuser umstellen und müssten das ambulante Thema mitdenken. Also: Das ist sicherlich ein Projekt, das uns drei, vier, vielleicht auch fünf Jahre noch begleiten wird.</p><p>Und deshalb brauchst du alle Parallelitäten. Und da, wo es eng wird, und wir im Moment die Kapazitäten nicht haben, müssen wir leider über bestimmte Strecken auslagern und extern vergeben. Das klappt noch. Aber wenn du natürlich in die Kernkompetenz guckst, dann musst du sicherstellen, dass du langfristig hier eigene Fachkräfte am Start hast. Und das ist bei uns der nächste Stream, den wir gleichzeitig zu diesem Umbau mit betrachten, wie wir die IT-Fachkräfte in Zukunft auch halten. Und jetzt noch der letzte Punkt: modernes Arbeiten. Wir denken natürlich auch über mobile Offices nach. Also im ganz klassischen Sinn müssen wir dann immer alle noch heute auch zentral in einer IT-Organisation uns treffen. Ein System kannst du administrieren, gerade wenn es in der Cloud produziert wird, egal wo du sitzt. Ein Service-Center kannst du virtuell heute so aufschalten, dass der Endanwender gar nicht sieht oder merkt, wo der Mitarbeiter sitzt. Und das sind nämlich Szenarien, die wir zusätzlich noch aufarbeiten, dass das einfach attraktiv wird, auch für IT-Kräfte mit uns zu arbeiten.</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Bestärkt dich die aktuelle politische Situation dahingehend, also diverse Digitalgesetze, die Herr Lauterbach gerade plant? Oder befürchtest du, dass Deutschland erst mal in so eine genannte Gesundheitsrezession wandelt durch die Krankenhausreform?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Na also, sind wir nicht schon längst in einer Gesundheitsrezession, wenn man sich das mal wirklich real anschaut? Und ich glaube, man muss da immer fair sein. Da gibt es immer gute und natürlich auch schlechte Initiativen. Wenn ich jetzt mal ganz egoistisch bin, begrüße ich natürlich sehr, dass es vom Bundesgesundheitsministerium mittlerweile eine Digitalstrategie gibt. Ich begrüße auch persönlich sehr, dass wir jetzt hoffentlich endlich zum Abschluss der EPA kommen, dass wir da also wirklich mal dieses Opt-Out-Verfahren bringen. Das soll ja auch unsere Bestrebung sein, dass unsere Patienten über unser Patientenportal selber entscheiden können, was sie nachher in die EPA packen. Ja, wir reden hier über Standard-Schnittstellen, die sind definiert.</p><p>Ich glaube, das ist immer so ein Thema, bei dem man sagt: Sind wir jetzt unbedingt happy in der Krankenhausreform als Sana? Sicherlich nicht. Denn wir werden ja auch betroffen sein bei der Einordnung, wenn wir über die Levelzuordnung sprechen. Damit haben wir, glaube ich, nicht sichergestellt, wie man dem Pflegefachkräftemängel begegnen kann. Wir merken natürlich auch selber in den eigenen Häusern, ob da eine große Mobilitätsambition besteht, das kann ich nur verneinen, das gibt es nicht. Aber die Frage ist natürlich berechtigt.</p><p>Sehen wir tatsächlich da einen Weg nach vorne? Und ich glaube, wenn ich hier auch ein Stück von meinen Kollegen spreche, wir haben noch ganz viele Fragezeichen im Kopf. Da gibt es kein klares Ja oder Nein. Aber was ich spüre ist, dass wir doch eigentlich schon in einer Gesundheitsrezession sind.</p><h5>Lisa-Marie Hofmann</h5><p>Steffi, bei all den Veränderungsprozessen, die wir heute besprochen haben und auch wie die Sana damit umgeht, habt ihr mit über 40 Häuser auch ein paar Möglichkeiten, damit umzugehen – allein schon durch die Tatsache, dass es dich gibt, eine Chief Transformation Officer. Kleine Kliniken haben natürlich auch Transformationsprozesse zu bewältigen. Gibt es irgendwas, was du denen raten.</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>In der Tat ist das eine große Herausforderung für einzelne Häuser. Aber auf der anderen Seite: Die haben es auch viel einfacher. Du bist in einem viel kleineren Kosmos unterwegs und ein Haus ist viel einfacher zu transformieren. Ich kann immer nur den Vergleich ziehen: Wenn ich versuche, den Standard-Krankenhausprozess zu definieren für Sana, dann betrifft es den Umbau von vielen Häusern und da muss das skalierbar sein. Und da müssen viele Mitarbeiter aus unterschiedlichen Perspektiven darauf schauen, ob so eine Plattform passt. Wenn ich in einem Haus unterwegs bin, kann ich nur jeden ermutigen, diesen Schritt zu gehen. Und es gibt ja tatsächlich in einigen Regionen und das finde ich eigentlich auch sehr schön, Bestrebungen und auch Initiativen, dass sich Einzelhäuser zusammenschließen und diese Themen gemeinsam angehen. Und da kann ich eigentlich nur jeden darin bestärken. Und wenn ich jetzt mal für uns weiter schaue, habe ich natürlich auch eine Vision, dass vielleicht sogar eine Sana in Zukunft ein Provider wird für eine neue Krankenhaus Plattform und wir den Service erbringen können. Denn damit haben wir immer die Möglichkeit, es viel, viel, viel besser zu skalieren.</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Wenn wir uns jetzt da wirklich einfach angucken, wir sehen: 80 Prozent der Klinik-Träger schreiben gerade rote Zahlen. Der MVZ-Bereich von vielen Klinik-Trägern schreibt rote Zahlen. Jetzt spulen wir zehn Jahre voraus. Transformation der Krankenhauslandschaft. Liebe Steffi, wer sind die Gewinner und wer sind die Verlierer der Transformation? Und warum?</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Oh, das ist eine super schwere Frage. Wir wissen auch, dass viele Häuser, die kommunal getragen werden, unabhängig vom Ergebnis weiterleben werden. Es ist für mich immer die Frage, ist so ein Haus ein Gewinner? Wenn man nicht in der Lage ist, möglicherweise auf der Erlösstruktur, nämlich mit dem richtigen Angebot, sich selbst tragen zu können, muss ich die Frage zurückgeben: Würden wir das als Gewinner definieren? Ich hätte da so meine Zweifel. Ich glaube eher: Die Häuser, die tatsächlich darauf angewiesen sind, eine gute Auslastung zu bekommen, wirklich anders zu arbeiten, auch ganz viele andere Services anbieten. Möglicherweise sprechen wir mal von Wahlleistungen für Patienten. Vielleicht kann man auch die Auslastung anders gestalten – etwa Patienten, die flexibel sind, anders einzutakten. Und es kann eine hohe Transparenz in Bezug auf ihre Zahlen geben. Auch deshalb forciere ich die Diskussion um ein Datenökosystem so sehr. Wichtig ist es, einem Chefarzt, einem Oberarzt, auch einer Station und auch der Administration ihre Kennzahlen ad hoc täglich neu zu liefern, zu wissen, wie sie gegensteuern müssen. Ich glaube, wer das schafft, der wird zu den Gewinnern der Zukunft zählen. Transparenz generieren und wissen, wo der Handlungsbedarf steht. Und das ist ja auch das, was ich heute in diesen Alt-Systemen teilweise sehe, dass das alles im Blindflug passiert. Das ist ja eine weitere Komponente in dieser neuen Plattform, dass ich eben gleichzeitig mit den Daten werde ganz anders arbeiten können.</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Ich danke dir, Steffi. Das war ein wirklich erfrischendes Gespräch, muss ich ehrlicherweise sagen, wenn man doch etwas stärker aus der Krankenhauslandschaft kommt, ist oder sich die letzten Jahre darin befindet, mal wirklich wieder diesen Blick von außen zu kriegen, von einer Expertin wie du es bist. Ich danke dir auch, Lisa, für das Gespräch und ich danke liebe Hörerinnen und Hörer, dass ihr dabei geblieben seid und gerne teilen den kma-Kompass-Podcast und wir freuen uns auf eine nächste Folge. Vielen Dank.</p><h5>Stefanie Kemp</h5><p>Herzlichen Dank. Einen schönen Tag noch.</p><h2>Outro</h2><h5>&nbsp;</h5><h5>Lisa-Marie Hofmann</h5><p>So, liebe Hörerinnen und Hörer, jetzt sind wir schon wieder fast am Ende der Folge angekommen. Uns interessiert natürlich, wie es Ihnen gefallen hat. Daher nutzen Sie gerne die Gelegenheit und teilen Ihre Gedanken zu dem Thema mit uns. Zum Beispiel auf LinkedIn unter dem Beitrag bei KMA Online oder Sie schreiben uns einfach direkt als kma-Redaktion eine E-Mail. Die Links und Adressen dazu finden Sie immer in der entsprechenden Folgen Beschreibung. Bevor wir uns für heute verabschieden, aber noch mal die Frage an dich, Jeremy. Das klingt ja ganz schön visionär, was Steffi uns berichtet hat. Wie siehst du das denn?</p><h5>Jeremy Dähn</h5><p>Also, erst mal möchte ich ganz klar sagen, was für eine Power-Person. Ich kann mir einfach wirklich gut vorstellen, wie sie Mannschaften, wie sie Teams hinter sich vernetzt und ganz klar da ihre Vision nicht nur ausmalt, sondern da auch ganz klar vorangeht. Und ich höre ehrlicherweise schon Hörerinnen und Hörer, die sagen oder noch schlimmer unken als Bedenkenträger, das schafft sie doch sowieso nicht. Das ist doch total unrealistisch, was sie da vorhat. Denn was möchte sie machen? Sie möchte das KIS ganz klar reduzieren auf die Abrechnungszwecke dafür, wozu es ja eigentlich immer gemacht worden ist. Und sie möchte nicht nur, wovon viele darüber sprechen, eine Art Daten-Drehscheibe schaffen, sondern sie möchte im Grunde genommen eine ganz neue Vision aufmachen, wie wir arbeiten, dass Anwender*innenorientiert ist und im Grunde genommen dafür sorgt, dass Daten in diversen Microservices im Grunde genommen eingegeben werden. Und das Relevante wird dann im Grunde genommen überführt in ein KIS. Also das ist noch mehr als so eine Daten-Drehscheibe, sondern es geht wirklich darum, das KIS abzulösen. Manche unken das KIS im KIS, aber das wird es gar nicht sein, sondern es werden alles nur noch Microservices sein. Mit einer hohen Usability, mit einer Agilität, wie wir sie überall ehrlicherweise kennen, nur nicht in der Gesundheit.</p><p>Und warum ich deswegen ganz klar auch nicht diese Frage gestellt habe, was begegnest du diesen Bedenkenträgern? Ich glaube, sie wird ganz klar sagen, weil alle wünschen das und immer so zu agieren, wie wir das jetzt gemacht haben in der Vergangenheit bringt uns doch nicht weiter. Und ich glaube, die Wahrheit liegt doch da draußen. Wir wünschen uns das. Wir wünschen doch, dass Steffi Erfolg hat. Und das Zweite, der zweite wichtige Punkt ist, sie hat ganz klar gesagt, sie setzt das jetzt mit drei Krankenhäusern um. Und das Wichtige ist das, was sie da umsetzen wird. Das kostet nicht 5 Euro 50, sondern das ist wirklich teuer. Da muss Geld in die Hand genommen werden. Und das heißt, die gesamte Sana-Geschäftsführung glaubt doch daran. Sie hat drei Krankenhäuser, die da mitwirken werden. Das ist doch etwas, wo ich denke, da müssen wir dranbleiben, Lisa. Da sollten wir unbedingt dranbleiben, das zu sehen, wie sie das umsetzt. Und wenn sie das in zwei, drei Jahren umgesetzt hat, dann sagen wir doch alle Danke, dass du das geschafft hast und das wollen wir auch. Und wenn sie es nicht schaffen sollte, dann hat sie es doch versucht. Und im schlimmsten Fall müssen wir weiterhin an die Krankenhaus Informationssysteme gebunden sein, wie wir es jetzt sind.</p><p>Aber im besten Fall werden wir einen großen Schritt nach vorne gehen. Vielleicht oder im besten Fall dann auch gemeinsam mit den Krankenhaus-Informationssystem-Betreibern und wirklich mal ein System schaffen, das interoperabel ist, das offen ist, das mit verschiedensten Systemen kommunizieren kann und das absolut anwender*innen-freundlich ist. Und sicherlich wird es da auf dem Weg noch Reibungen geben und wird es Fragen geben im Bereich der Zertifizierung oder der Anbindung an Themen wie das Krebsregister, das sehr viele so noch gar nicht lösen konnten, das bis jetzt eben über die Krankenhausinformationssysteme abgedeckt wird. Aber ich wünsche doch, dass Steffi für das gesamte deutsche Gesundheitssystem, für die Interoperabilität Erfolg hat. Und das ist wirklich mein Thema. Es ist Visionär. Es ist das, was wir brauchen für Deutschland. Und ich wünsche mir, dass sie Erfolg hat. Und sie wird es doch jetzt beweisen mit drei Krankenhäusern.</p><h5>Lisa-Marie Hofmann</h5><p>Das ist doch mal ein richtig schönes Schlusswort. Und damit verabschieden wir uns auch für heute und hören uns aufgepasst erst am 9. Januar wieder zur vierten Folge der zweiten Staffel KMA Kompass. Wer bis dahin noch mehr zu den von uns besprochenen Themen lesen möchte, der sollte sich schnell noch für den KMA Newsletter anmelden. Hier gibt es am 19. Dezember eine Sonderausgabe mit unseren bisherigen Folgen und begleitenden Artikeln von KMA Online und Klinik Einkauf. Wenn ihr keine Folge verpassen wollt, dann abonniert unseren Podcast. Und natürlich freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Spotify, Apple Podcasts oder von wo auch immer ihr unseren Podcast hört.&nbsp;</p><p>An dieser Produktion waren beteiligt Lisa-Marie Hofmann für Redaktion, Script, Aufnahme und Organisation, Anja Jan sowie Jeremy Dähn für Moderation und Nina Jenschke für Cover. kma Kompass ist eine Produktion der Georg Thieme Verlag KG.</p>]]></description><category><![CDATA[uk-hol,Gastbeitrag,Stefanie_Kemp,kma-Podcast,Kemp]]></category>
            <pubDate>Tue, 12 Dec 2023 16:15:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Kemp: „Es bleibt immer ein Restrisiko“</title>
                        <link>https://www.sana.de/newsroom/kemp-es-bleibt-immer-ein-restrisiko/</link>
                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/kemp-es-bleibt-immer-ein-restrisiko/</guid><pp:caseid>551544</pp:caseid><pp:subtitle>Interview der f&amp;w mit Stefanie Kemp vom Januar 2023</pp:subtitle><description><![CDATA[<p><strong>Im Interview mit dem Fachmagazin f&w erläuert die ehemalige Oracle-Deutschland-Chefin Stefanie Kemp, wie sie den digitalen Umbau der Sana Kliniken AG gestalten will. Seit September 2022 ist sie neue Chief Transformation Officer im Konzernvorstand. Über ihre Visionen vom Krankenhaus der Zukunft und ihre Prioritäten in der Cybersicherheit spricht die Sana-Vorständin im f&w-Interview.&nbsp;</strong></p><p><i>Frau Kemp, was haben Sie in Ihrer neuen Position als Chief Transformation Officer (CTO) im Vorstand der Sana Kliniken nach vier Monaten mitgenommen?&nbsp;</i></p><p>Bisher habe ich vor allem den großen Willen wahrgenommen, dass wir bei Sana die digitale Transformation des Gesundheitssystems durchführen möchten –technologisch und operativ auf Prozessebene, insbesondere aber kulturell. Mit 35 Jahren Berufserfahrung in der Technologiebranche schaue ich von außen auf die digitalen Konzernthemen und sehe einige Dinge, die wir künftig besser machen können. Dafür müssen wir uns organisatorisch neu aufstellen und strategische Ziele für das digitale Krankenhaus der Zukunft klar definieren. Dazu haben wir in uns in meinem neuen Ressort die Karten gelegt. Transformation ist mit Technologien, Digitalisierung, Datenschutz und Informationssicherheit verknüpft. Wichtig ist darüber hinaus die Verbindung zur Unternehmensstrategie und vor allem eines: den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen – sei es in der ambulanten oder klinischen Versorgung oder in der Nachsorge. Über diese Kette müssen wir jetzt die Transformation definieren und die richtigen Touchpoints finden.</p><p><i>Welche Themen haben Sie schon als „nicht optimal“ identifiziert?&nbsp;</i></p><p>Ich habe vier Schwerpunkte identifiziert. Zentral ist, sich in eine Persona hineinzudenken: den Patienten. Der Patient ist Kunde im Krankenhaus – fühlt sich aber innerhalb der Abläufe viel zu häufig als Störfaktor. Wenn ich aus Sicht des Patienten auf die Prozesse blicke, sehe ich, dass wir besser informieren und Prozesse transparenter gestalten können, beispielsweise in der Diagnostik und in den Therapieansätzen. Diese können wir digital unterstützen, sodass der Patient nicht nur besser informiert wird, sondern auch die Mitarbeitenden in den Kliniken entlastet und ihre Tätigkeiten optimiert werden, womit ich den zweiten Punkt benannt habe. Ein Beispiel aus der Pflege: die Vitalzeichenmessung. Es gibt Lösungen am Markt, anhand derer man Patienten mit Sensoren ausstattet, die die Vitalwerte und -daten automatisch messen und in die Krankenhausinformationssysteme übertragen. Solche Lösungen könnten die Pflegekräfte entlasten, zudem sinken die Fehlerquoten. Drittens reden wir immer wieder über das Krankenhauszukunftsgesetz. Insgesamt ist das eine gute Initiative. Jetzt kommt es darauf an, die Themen umzusetzen. Wir brauchen eine agilere, kleinteiligere Projektmethodik um schneller zu werden. Und viertens schaue ich mir die IT-Architektur an, prüfe, ob wir auch Cloudlösungen einsetzen können. Für Ergebnisse ist es zu früh. Momentan definiere ich mit dem neuen Chief Information Security Officer (CISO), Sascha Fröhlich, den Ist-Zustand, um erst einmal eine Prozesssicherheit für die Transformation zu schaffen.</p><p><i>Haben Sie bei all den Projekten auch ein ganz persönliches Lieblingsthema?</i></p><p>Ja, tatsächlich: Mein Lieblingsthema ist das digitale Krankenhaus – also einen digitalen Zwilling als grüne Wiese zu erstellen und dort die gesamte Patient Journey zu betrachten.&nbsp;</p><p><i>Warum hat der Sana-Konzern mit Sascha Fröhlich als CISO eine komplett neue Stelle im digitalen Ressort geschaffen, die Ihrer CTO-Vorstandsposition direkt untergeordnet ist?&nbsp;</i></p><p>Sana hat in den letzten Jahren einige Häuser übernommen, in dieser Zeit ist im digitalen Sektor etwas liegen geblieben – das hat viel mit Prozessen sowie Standards zu tun und hängt damit zusammen, dass wir in unterschiedlichen Regionen teilweise auch unterschiedlich reguliert sind, beispielsweise beim Patienten-Check-in oder in der Dokumentationspflicht. Um künftig innovativer zu agieren, haben wir diese Position geschaffen und mit Sascha Fröhlich besetzt. Mittlerweile arbeiten fünf Personen in seinem Team. Bei ihm landen alle Themen, die mit der Informationssicherheit sowie der IT-Security in Zusammenhang stehen. Wir müssen heute immer aus Sicht der Informationssicherheit – also der Vorgaben, Regulierungen, dem Datenschutz – auf die Bereiche blicken. Informationssicherheit hat Top-Priorität. Auch deshalb ist er direkt mir unterstellt.</p><p><i>Wie werden die Ergebnisse auf Konzernebene runtergebrochen?</i></p><p>Sascha Fröhlich entwickelt die Informationssicherheitsrichtlinien des Konzerns. Es gibt noch Sicherheitsaspekte, die wir nicht ausreichend abdecken, aber die notwendigerweise abgedeckt werden müssen. Er entwirft aktuell eine Roadmap, analysiert die Bedarfe und Schwachstellen. Unter anderem nutzen wir dafür die klassische Risikomatrix, die aufzeigt, wo welches Risiko mit welcher Wahrscheinlichkeit und welche Auswirkungen eintreten könnten, sodass wir am Ende einen Notfallplan haben. Als nächstes gehen wir damit hinaus in die einzelnen Häuser und Regionen, in denen es insgesamt 14 Informationssicherheitsbeauftragte gibt. Wir haben eine ganz klare Kaskade. Es reicht aber nicht aus, die Beauftragten zu informieren. Sie brauchen auch ein Modell, um die Strukturen zu definieren, regelmäßig zu berichten – also ein internes Berichtwesen, auch um IT-Sicherheitsvorfälle zu melden. Diese müssen an die Abteilung für Informationssicherheit zurückgespielt werden. Die jeweiligen Informationssicherheitsbeauftragten stellen wiederum sicher, dass die Informationen über Vorfälle an der richtigen Stelle ankommen und entsprechende Maßnahmen innerhalb der einzelnen Häuser und Regionen tatsächlich umgesetzt werden.</p><p><i>Welche großen Schwachstellen sehen Sie in der IT-Sicherheit und wie wollen Sie diese jetzt angehen?&nbsp;</i></p><p>Die größte Schwachstelle sitzt vor dem Computer – das ist und bleibt der Mensch. Ein Beispiel: Grundsätzlich ist es aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt, Namen oder Kontaktdaten herauszugeben. Aber wie reagieren Mitarbeiter, wenn eine externe Anfrage kommt? Eine große Bedrohung geht insbesondere von der sogenannten Ransomware aus – Schadsoftware, die meist per E-Mail versendet wird. Hier gibt es noch viele Sicherheitslücken. 99 Prozent der Empfänger wissen zwar, es könnte ein Hackerangriff sein. Aber ein Prozent könnte auf das in der E-Mail enthaltene Dokument klicken. Diejenigen gilt es zu sensibilisieren und zu schulen – Bewusstsein zu schaffen. Wir haben rund 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schon jetzt ist sicher: Wir frischen das alte Awarenesstraining für Informationssicherheit und IT-Security auf. Die Schulung wird Pflicht für alle Beschäftigten, die an Computersystemen arbeiten oder in der kritischen Infrastruktur mit Informationen umgehen. Dabei geht es auch darum, wie Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz verlassen und ob sie die Geräte in den Schutzzustand versetzen. Ab Januar 2023 wollen wir damit starten. Wir wollen auch die klassischen Penetrationstests durchführen, Phishing-Mails rausschicken, um zu sehen, in welchen Bereichen die Kolleginnen und Kollegen sensibilisiert werden müssen. Zudem prüfen wir Kommunikationstools, wie WhatsApp. Diese App steht bei Sana schon länger auf der roten Liste, doch könnten die damals identifizierten Sicherheitslücken inzwischen überholt sein oder neue hinzugekommen sein.&nbsp;</p><p><i>Wie sichert sich Sana gegen Hackerangriffe?&nbsp;</i></p><p>Wir sichern unsere gesamte Hardwareumgebung auf Serverseite ab. Denn Hacking kommt nicht immer per E-Mail, Systeme werden auch auf andere Weise angegriffen. Selbstverständlich setzen wir auch E-Mail-Filter ein. Von den 416.000 E-Mails, die täglich bei uns reinkommen, werden fast 86 Prozent – also 358.000 Nachrichten –&nbsp; als gefährlich eingestuft. Das sind heute mehr als vor einem Jahr, Tendenz steigend. Insgesamt sichern wir uns maximal mit den technologischen Möglichkeiten ab, die wir haben. Im nächsten Schritt kommen die Trainings hinzu, um das Bewusstsein zu schärfen. Aber es bleibt immer ein Restrisiko, das wir nicht abdecken können.&nbsp;</p><p><i>Bis wann soll der digitale Umbau – die Transformation – bei Sana abgeschlossen sein? Gibt es überhaupt einen Abschluss?&nbsp;</i></p><p>Ein digitales Krankenhaus wollen wir als digitale grüne Wiese in den nächsten 18 bis 24 Monaten skizzieren, um anhand dessen die Bedeutung vom Patienten-Check-in über die Behandlung bis hin zum Entlassmanagement aufzuzeichnen und alle Prozesse einmal zu überdenken. Von einem Umbau möchte ich aber nicht sprechen. Es ist vielmehr eine Reise. Es bleibt die Frage, wie viel wir tatsächlich erreichen wollen. In jeder Transformation gibt es eine Halbwertszeit von drei bis fünf Monaten, dann kommen die nächsten neuen Ideen. Es geht also eher darum, wie wir mit dem ständigen Change umgehen.&nbsp;</p><p>Das Interview führte Anika Pfeiffer.&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Gastbeitrag,f&amp;w,Interview,Stefanie Kemp,Kemp]]></category>
            <pubDate>Fri, 13 Jan 2023 11:08:00 +0100</pubDate>
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