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                    <pubDate>Mon, 20 Jul 2026 15:34:14 +0200</pubDate>
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                        <title>Wenn der Darm den Tag bestimmt</title>
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                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/wenn-der-darm-den-tag-bestimmt/</guid><pp:caseid>763789</pp:caseid><description><![CDATA[<h2><span>Im interdisziplinären Zusammenspiel werden Mastdarmstörungen seit einem Jahr vor Ort in Rummelsberg behandelt</span></h2><p><span><strong>Für Querschnittpatienten ist es ein Segen: seit gut einem Jahr können im Zusammenspiel der Klinik für Querschnittmedizin und der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Mastdarmstörungen vor Ort am Krankenhaus Rummelsberg behandelt werden. Eine für Patienten belastende und aufwändige Verlegung in externe Kliniken entfällt somit. Knapp 30 Patienten konnte schon geholfen werden – auch Franz Robl war seit Jahren auf der Suche – bis er durch einen Zufall vom Angebot in Rummelsberg erfahren hat.</strong></span></p><p>In der Folge eines Motorradunfalls 2012 erlitt Franz Robl aus Neuburg eine Querschnittlähmung. Zwar ist er Fußgänger, aber die Lähmung unterhalb des sechsten Brustwirbelkörpers ist allgegenwärtig und verursacht große Probleme – besonders mit dem Darm. „Stundenlang war ich mit der Entleerung meines Darms beschäftigt. Das Abführen hat nicht geklappt, ich hatte ständig ein Druckgefühl, aber es ist nichts gekommen. Ich habe mein Leben nur danach ausgerichtet“, so Robl. Die Diagnostik erbrachte die Diagnose eines sogenannten Sigma elongatums, d.h. dass ein Teil des Dickdarms krankhaft verlängert ist. „Man muss sich das wie mit einem verdrehten Gartenschlauch vorstellen“, bemüht Chefarzt Dr. Matthias Ponfick einen Vergleich. „Auch wenn ich mehr Druck auf den Schlauch gebe, wird am Ende nichts herauskommen, wenn er verdreht oder abgeknickt ist.“ Genau an dieser Stelle kommt seit einem Jahr Chefarzt Sven Henne ins Spiel. „Wir haben den chronisch überdehnten und beeinträchtigten Darmabschnitt minimalinvasiv entfernt“, erklärt Henne. Die Folge für Franz Robl: „Seitdem komme ich sehr gut zurecht und kann einmal am Tag abführen.“ Eine Odyssee wäre ihm erspart geblieben, hätte er früher von dem „Alles-unter-einem-Dach-Portfolio“ in Rummelsberg gehört.</p><h3><span><strong>Nicht nur Querschnittpatienten profitieren</strong></span></h3><p>Profitieren sollen aber nicht nur Patientinnen und Patienten mit Querschnittlähmung. Auch andere neurologische Krankheitsbildern wie Parkinson oder Multiple Sklerose können Blasen- und Mastdarmstörungen verursachen. „Bei Parkinson kann Verstopfung beispielsweise als Frühsymptom auftreten“, weiß Ponfick. Die Symptome bei einer neurogenen Darmentleerungsstörung sind vielfältig – von andauernder Verstopfung bis hin zum lebensbedrohlichen Darmverschluss. „Auch ungewollte Stuhlentleerungen sind ein Problem. Viele Patienten schämen sich in solchen Situationen und machen sich Gedanken über mögliche peinliche Gerüche und Geräusche“, weiß Henne. „Eine Zusatzbelastung, die nicht sein muss“, finden Henne und Ponfick unisono. Daher ist es das gemeinsame Ziel, für Betroffene einen regelmäßigen und planbaren Abführrhythmus zu etablieren. „Je nach zu Grunde liegender anatomischer oder funktioneller Störung kommen nach Ausschöpfen der konservativen Therapien verschiedene operative Strategien zum Einsatz. Für Patienten mit chronisch überdehntem Sigma – so heißt der Dickdarmabschnitt, der unmittelbar vor dem Mastdarm liegt, in der Fachsprache – kann eine Entfernung des Darmanteils zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führen. Andere profitieren von der Anlage eines kontinenten Stomas, das aus der Appendix, also dem Blinddarm geformt wird und zur Spülung und somit Entleerung des Dickdarms dient. Patienten, bei denen durch Erschlaffung des Beckenbodens und chronische Verstopfung Teile des Mastdarms nach außen fallen, ein sogenannter Rektumprolaps, gewinnen durch die Resektion und fixierende Nähte deutlich an Lebensqualität zurück“, erklärt Henne.</p><h3><span><strong>Schambehaftetes Thema</strong></span></h3><p><span>Den beiden Chefärzten ist bewusst, dass dies ein schambehaftetes Thema ist, über das man ungern spricht. Auch in anderen Fachgebieten sei das Thema nur wenig adressiert.  Durch die Kooperation beider Abteilungen entsteht ein hoher Mehrwert für Patienten mit neurogenen Darmstörungen, was es so in der Region kein zweites Mal gibt. Das Beispiel von Franz Robl ist der Beleg dafür, wie segensreich so ein Eingriff sein kann. Lediglich fünf Tage musste er im Krankenhaus verweilen und hatte sich zuvor mehrere Jahre mit der Thematik herumgequält. Warum er nun so offen darüber spricht? „Damit anderen Betroffenen mein Leidensweg erspart bleibt.“ Er ist glücklich, dass er sein Leben nicht mehr nur noch nach seinem Darm ausrichten muss.</span></p><p><span>Am Krankenhaus Rummelsberg sind die ersten Anlaufstellen die Sekretariate von Chefarzt Henne (09128/50-43478) und Chefarzt Ponfick (09128/50-43280). Über das Medizinische Behandlungszentrum für Erwachsene mit Behinderung um den Ärztlichen Leiter Dr. Frank Kerling kann ebenfalls ein Sprechstundentermin vereinbart werden, wenn entsprechende Merkzeichen und ein Grad der Behinderung vorliegen.</span></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/bfb91e81-b871-4bb9-bd1f-fbf8c4e505bb/1920_260720_neurogene_mastdarmstoerungen.jpg?10000"><p style="text-align:justify;"><i><span>Chefarzt Sven Henne (Bildmitte) bei einem Eingriff im Rummelsberger Operationsaal. Seit gut einem Jahr können im Zusammenspiel der Klinik für Querschnittmedizin von Chefarzt Dr. Ponfick und der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Mastdarmstörungen vor Ort behandelt werden.</span></i></p><p><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/bfb91e81-b871-4bb9-bd1f-fbf8c4e505bb/260720_neurogene_mastdarmstoerungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><i><span>Download und Copyright</span></i></a></p><p><strong>Über das Krankenhaus Rummelsberg</strong></p><p><span>Das Krankenhaus Rummelsberg, in der Trägerschaft der Sana Kliniken AG, verfügt über 350 Betten und ist südöstlich von Nürnberg gelegen. Das Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen-Nürnberg ist in den Fachbereichen Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Neurologie, Innere Medizin und Geriatrische Rehabilitation weit über die Grenzen der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen hinaus bekannt und spezialisiert. Medizinische und pflegerische Fachkompetenz prägen die Arbeit im Krankenhaus Rummelsberg. Rund 13.500 stationäre und 23.000 ambulante Patienten werden hier jährlich versorgt. Zwischen 2023 und 2027 wird das bisherige Wichernhaus durch ein hochmodernes Klinikgebäude ersetzt. Die Baumaßnahme in Höhe von 140 Millionen Euro wird teilweise durch den Freistaat Bayern gefördert. </span><br /><span>Mehr Informationen unter </span><a href="http://www.krankenhaus-rummelsberg.de"><span>www.krankenhaus-rummelsberg.de</span></a><span>.</span></p><p><a href="https://www.sana.de/newsroom/ueber-die-sana-kliniken-ag/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Über die Sana Kliniken AG</strong></a></p>]]></description><category><![CDATA[PM,Rummelsberg,newsroom,Darm,Mastdarmstörungen,Chefarzt Sven Henne,Chefarzt Dr. Matthias Ponfick,Querschnittzentrum,Allgemein- und Viszeralchirurgie,Dickdarm]]></category>
            <pubDate>Mon, 20 Jul 2026 15:29:15 +0200</pubDate>
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