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                    <pubDate>Tue, 23 Jun 2026 15:10:24 +0200</pubDate>
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                        <title>Chronische Schmerzen: Teamarbeit und multimodale Therapie gefragt</title>
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                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/chronische-schmerzen-teamarbeit-und-multimodale-therapie-gefragt/</guid><pp:caseid>629185</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Die meisten Menschen kennen das: Ein Schnitt in den Finger oder der versehentliche Griff auf die heiße Herdplatte sind sehr schmerzhaft. Dabei handelt es sich um akute Schmerzen, die nach Heilung des verletzten Bereichs von selbst wieder vergehen. Davon abzugrenzen sind chronische Schmerzen, die länger als drei Monate andauern und bestehen bleiben, obwohl es im Körper gar keine akute Verletzung oder Schädigung mehr gibt beziehungsweise bestehende Schädigungen den Schmerz nicht mehr hinlänglich erklären.&nbsp;</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><strong>Themendienst</strong></p><h2>Nervensystem im Alarmzustand&nbsp;</h2><p>Aus der Schmerzforschung ist bekannt, dass die Verarbeitung von Reizen bei Patienten mit chronischen Schmerzen aus dem Ruder gelaufen ist. Das Nervensystem ist in einem permanenten Alarmzustand. Das kann sich zum Beispiel durch eine extreme Überempfindlichkeit gegenüber leichten Berührungen bemerkbar machen. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Allodynie. Manche Patienten empfinden schon beim Aufliegen der Bettdecke unerträgliche Schmerzen.&nbsp;</p><p>Ursache für diese Art von Beschwerden sind Sensibilisierungsvorgänge im zentralen Nervensystem. Die Patienten müssen verstehen, dass ihr Schmerz die normale akute Warnfunktion verloren hat und eben nicht auf eine ernste Schädigung hindeutet. Betroffene brauchen daher effektive Bewältigungsstrategien, um mit dieser Art von Schmerzen umzugehen und den oft entstehenden Teufelskreis aus Inaktivität und Bewegungsangst zu durchbrechen.&nbsp;</p><h2>Schmerzbehandlung bei Sana&nbsp;</h2><p>Die Diagnose und Therapie subakuter, chronifizierungsgefährdeter oder chronischer Schmerzen sollte durch ein Team aus Gesundheitsexperten mit sich ergänzenden Kompetenzen erfolgen und aus mehreren Maßnahmen bestehen. Daher sprechen Fachleute von einem interdisziplinären multimodalen Therapiekonzept für Menschen mit chronischen Schmerzen. Bei Sana gibt es in ganz Deutschland Schmerzkliniken, die sich auf dieses Konzept spezialisiert haben. &nbsp;Bevor die einzelnen Maßnahmen geplant werden, steht für jeden Patienten und für jede Patientin ein umfassendes Schmerz-Assessment, also eine Einstufung, auf dem Plan. Das ist wichtig, um eine befundgerechte Therapie zu sichern.&nbsp;</p><p>Zum Schmerz-Assessment gehören bei Sana das ärztliche Aufnahmegespräch und die klinische Untersuchung, einschließlich der manualmedizinischen Prüfung von Muskeln, Gelenken, Faszien und Bewegungsabläufen sowie der orthopädischen, neurologischen und rheumatologischen Diagnose. Hinzu kommt die apparative Funktionsuntersuchung des Bewegungssystems.&nbsp;</p><p>Darüber hinaus erfolgen die Analyse psychischer und sozialer Einflüsse im Krankheitsgeschehen, die Prüfung von vegetativen Funktionsstörungen, bildgebende Untersuchungen sowie Labordiagnose. In interdisziplinären Teamsitzungen besprechen die Sana-Experten die Befunde, leiten daraus gemeinsam Ziele und Schwerpunkte für die Therapie ab und besprechen die Ergebnisse mit den Patienten.&nbsp;</p><h2>Leben ist Bewegung, Bewegung ist Leben&nbsp;</h2><p>Für viele Betroffene ist körperliche Aktivität zunächst mit Angst vor einer Zunahme der Schmerzen verbunden. Wer keine professionelle Aufklärung und Therapie erhält, läuft Gefahr, aus Sorge vor einer Verschlimmerung Bewegung zu vermeiden. Schonung und langfristige Inaktivität sind kontraproduktiv und verschlimmern die Problematik nur, anstatt sie zu lindern. Daher spielen die Sporttherapie und die gezielte Anleitung zu körperlicher Aktivität im Rahmen der multimodalen Therapie eine wichtige Rolle.&nbsp;</p><p>In einem neuen <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ejp.2278" target="_blank">Positionspapier</a> der European Pain Federation EFIC heben die Experten die Bedeutung von körperlicher Aktivität hervor und betonen, dass Bewegung die primäre Maßnahme für Menschen mit chronischen Schmerzen sein sollte.</p><p>Die Effekte von körperlicher Aktivität sind weitreichender, als vielen Menschen bewusst ist. Wer seine Muskeln trainiert, beeinflusst auch die Gehirnaktivität positiv. Bewegung führt zu einer Hemmung von Schmerzen. Zudem wirkt insbesondere Ausdauertraining antidepressiv und angstlindernd. Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass gezielte Übungen in Kombination mit manueller Therapie für Patienten mit chronischen Schmerzen zur Verbesserung von Selbstwirksamkeit, das heißt dem Vertrauen in die eigen Fähigkeiten, und Reduktion von Bewegungsangst effektiver sind, als Übungen in Kombination mit anderen nicht medikamentösen Behandlungen.&nbsp;</p><p>Hinweise darauf brachte eine Studie an 176 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen über einen Zeitraum von drei Monaten. In der multimodalen interdisziplinären Therapie kombinieren die Behandler daher aktive und passive Verfahren in der richtigen Mischung, vermitteln Übungen für zuhause und passen Hilfsmittel an. Hinzu kommen die medikamentöse Behandlung und die Vermittlung eines verständlichen Krankheitsmodells. &nbsp;</p><h2>Ergänzende Methoden&nbsp;</h2><p>Im Bedarfsfall kann der ergänzende Einsatz von sogenannten interventionellen Verfahren der Schmerztherapie sinnvoll sein, zum Beispiel ultraschallgeführte oder Bildwandler gestützte Injektionen (Spritzen), gepulste Radiofrequenztherapie (Wärmebehandlung) oder die Stimulation von Rückenmark oder peripheren Nerven (z. B. an Arm oder Bein) mit einem „Schmerzschrittmacher“.&nbsp;</p><p>Die Wirksamkeit der Methoden zur Neurostimulation, das heißt die Reizung von Nerven mittels Stromimpulsen, wurde kürzlich in einer systematischen Übersichtsarbeit mit insgesamt 24 einzelnen Studien untersucht. Die Auswertungen des Forschungsteams weisen darauf hin, dass die Neurostimulation als ergänzende Therapie für Menschen mit chronischen Schmerzen effektiv ist. Nach aktuellem Stand der Forschung sollten diese Verfahren aber nicht alleine, sondern als Teil des multimodalen Therapiekonzepts eingesetzt werden.&nbsp;</p><p>Ausgewählte Verfahren der Interventionellen Schmerztherapie im Überblick</p><table><tr><td><strong>Methode</strong></td><td><strong>Erklärung</strong></td></tr><tr><td>Ultraschallgeführte oder Bildwandler gestützte Injektionen</td><td>Durch die Bildgebung können Ärzte die richtige Stelle für die Platzierung der Spritze sehr genau bestimmen. Die Injektionen können zum Beispiel an die Gelenke der Wirbelsäule, an Nervenwurzeln oder an peripheren Nerven (z. B. an Armen oder Beinen) erfolgen.</td></tr><tr><td>Gepulste Radiofrequenztherapie</td><td>Die gepulste Radiofrequenztherapie gehört zu den Methoden der Neurostimulation. Dabei platzieren Ärzte unter örtlicher Betäubung eine Nadel an einzelnen Nerven oder Nervenwurzeln. Die Kontrolle erfolgt durch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall. Danach erfolgt eine kurzzeitige Stimulation (ca. 8 Minuten) mit hochfrequentem Strom – ähnlich wie in der Mikrowelle. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, wird das Gewebe jedoch nur bis maximal 42 Grad erwärmt. Die gepulste Radiofrequenztherapie kann zu einer Reduzierung der chronischen Schmerzsymptome beitragen.</td></tr><tr><td>Schmerzschrittmacher</td><td>Auch der Schmerzschrittmacher gehört zu den Methoden der Neurostimulation. Das Gerät ist etwa so groß wie eine Handstoppuhr und kann nach einer positiv verlaufenden Testphase in den Körper der Patienten implantiert werden. Das System besteht aus einem elektronischen Impulsgeber und damit verbundenen Elektroden, die schwache elektrische Signale in die Nähe des Rückenmarks senden und so die Weiterleitung der Schmerzsignale hemmen. &nbsp;Schmerzschrittmacher an peripheren Nerven bestehen ebenfalls aus einem Impulsgeber und einer Elektrode. Jedoch wird häufig nur die Elektrode implantiert, und der Impulsgeber (Schrittmacher) befindet sich außerhalb des Körpers.&nbsp;</td></tr></table><p>&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Themendienst,uk-hol,Schmerz,chronisch,multimodal,Schmerzmedizin,Orthopaedie]]></category>
            <pubDate>Fri, 24 May 2024 08:00:00 +0200</pubDate>
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