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                    <pubDate>Fri, 15 May 2026 11:17:54 +0200</pubDate>
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                        <title>Kann man ohne Schilddrüse leben?</title>
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                        <guid>https://www.sana.de/newsroom/weltschilddruesentag/</guid><pp:caseid>745088</pp:caseid><pp:subtitle>Chefarzt Sven Henne klärt anlässlich des Weltschilddrüsentages auf</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span>2007 wurde er ins Leben gerufen, soll das Bewusstsein schärfen und über Symptome und Behandlungen aufklären. Die Rede ist vom Weltschilddrüsentag, welcher jährlich am 25. Mai stattfindet. Im Rahmen des Aktionstages beleuchtet Sven Henne, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Rummelsberg, die Schilddrüse. Kann man ohne Schilddrüse leben? Wie merkt man eigentlich, dass mit der Hormondrüse etwas nicht stimmt und in welchen Fällen muss operiert werden?</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, die den Stoffwechsel, das Wachstum und die Energiebilanz des Körpers durch die Produktion von Hormonen reguliert. Konkret bedeutet dies, dass zum Beispiel Herzfrequenz, Körpertemperatur, Verdauungs- und Gehirnaktivität durch die Hormone gesteuert werden. Ein Experte in Sachen Schilddrüse ist Chefarzt Sven Henne vom Krankenhaus Rummelsberg. „Wenn Schilddrüsenhormone fehlen, verlangsamt sich der Stoffwechsel. Dies kann viele Körperfunktionen betreffen und ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen. Die körperliche Leistungsfähigkeit kann abnehmen. Abgeschlagenheit, Müdigkeit, niedriger Puls oder vermehrtes Schwitzen können auftreten. Aber auch psychische Probleme sind möglich wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Teilnahmslosigkeit oder Depressionen.“ Auch zu körperlichen Veränderungen kann es kommen, wie trockene Haut, Haarausfall, Gewichtszunahme, Verstopfung oder veränderte Regelblutungen.</span></p><h2><span><strong>Wie die Diagnostik aussieht</strong></span></h2><p><span>Elementar wichtig sind eine grundlegende Anamnese, Bestimmung der Hormone und Antikörper im Blut und eine Ultraschalluntersuchung. „Wenn es bei der Befunderhebung zu Auffälligkeiten kommt, sollte eine bildgebende nuklearmedizinische Untersuchung der Schilddrüse, eine sogenannte Szintigrafie, erfolgen. Auf den Bildern zeigen sich – wenn vorhanden – kalte, blaue und/oder heiße, rote Knoten. Während die blauen Areale nicht mehr am Stoffwechsel-Prozess der Schilddrüse teilnehmen, entstehen die roten Bereiche durch zu hohe Hormonaktivität“, weiß Henne, der Mitte 2025 vom Klinikum Fürth nach Rummelsberg gewechselt ist. Während heiße Knoten meist medikamentös oder durch eine Radiojod-Therapie gut zu behandeln sind, erwägen die Mediziner oftmals, kalte Knoten wegen des – wenn auch geringen – Krebsrisikos zu entfernen.</span></p><h2><span><strong>Gute Nachricht vorab</strong></span></h2><p><span>Wann operiert werden muss, wie die Operation abläuft, wie die Nachsorge aussieht und was eine Radiojod-Therapie ist – auf all diese Fragen gibt der doppelte Facharzt für Viszeralchirurgie und Allgemeinchirurgie regelmäßig in Patienteninformationsveranstaltung Antworten. Die gute Nachricht gibt der Mediziner aber bereits im Vorfeld schon preis: „Grundsätzlich kann man ohne Schilddrüse leben – allerdings nicht ohne die von ihr produzierten Hormone. Wenn die Schilddrüse vollständig entfernt ist, ist eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform zwingend notwendig, um den Stoffwechsel aufrechtzuerhalten. Das Positive daran: Bei guter Einstellung ist ein Leben ohne Einschränkung möglich.“</span></p><h2 style="text-align:justify;"><strong>Interview mit Sven Henne, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie:</strong></h2><h3><i><span><strong>Welche Aufgaben hat die Schilddrüse, wofür wird sie benötigt?</strong></span></i></h3><p><i><span><strong>Henne:</strong> Die Schilddrüse ist eine zentrale Hormondrüse, die den Stoffwechsel, das Wachstum und die Energiebilanz des Körpers durch die Produktion von Hormonen reguliert. Ganz konkret: Herzfrequenz, Körpertemperatur, Verdauung, Gehirnaktivität werden gesteuert – das heißt, der gesamte Stoffwechselprozess und der Energiehaushalt des Menschen.</span></i></p><h3><i><span><strong>Kann man ohne Schilddrüse leben? Und wenn ja, welche Einschränkungen hat man bzw. welche Maßnahmen müssen getroffen werden?</strong></span></i></h3><p><i><span><strong>Henne:</strong> Ja, kann man grundsätzlich – allerdings nicht ohne die von ihr produzierten Hormone. Wenn die Schilddrüse vollständig entfernt ist, ist eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform zwingend notwendig, um den Stoffwechsel aufrechtzuerhalten. Die gute Nachricht: Bei korrekter Einstellung ist ein normales Leben ohne Einschränkung möglich.</span></i></p><h3><i><span><strong>Wie merkt man eigentlich, dass mit der Schilddrüse etwas nicht stimmt?</strong></span></i></h3><p><i><span><strong>Henne:</strong></span></i><span> </span><i><span>Wenn Schilddrüsenhormone fehlen, verlangsamt sich der Stoffwechsel. Dies kann viele Körperfunktionen betreffen und ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen. Die körperliche Leistungsfähigkeit kann abnehmen. Schwäche, Müdigkeit, veränderte Pulsfrequenz oder auch psychische Probleme sind möglich. Es kann zudem zu körperlichen Veränderungen kommen, wie unter anderem trockene Haut, Haarausfall, Gewichtszunahme, heisere Stimme, Verstopfung oder starken Regelblutungen.</span></i></p><h3><i><span><strong>Wie sieht die Diagnostik im Vorfeld aus?</strong></span></i></h3><p><i><span><strong>Henne:</strong></span></i><span> </span><i><span>Eine bildgebende nuklearmedizinische Untersuchung der Schilddrüse, eine sogenannte Szintigrafie, ist notwendig, wenn in den Laboruntersuchungen und beim Ultraschall Auffälligkeiten bemerkt wurden. Auf den Bildern zeigen sich veränderte Areale, die vermehrt oder verringert am Stoffwechsel beteiligt sind. Während heiße Knoten meist medikamentös oder durch eine Radiojod-Therapie gut zu behandeln sind, erwägen die Mediziner oftmals, kalte Knoten wegen des – wenn auch geringen – Krebsrisikos zu entfernen.</span></i></p><h3><i><span><strong>Was ist eine Radiojod-Therapie und wann wird sie angewandt?</strong></span></i></h3><p><i><span><strong>Henne:</strong> Eine Radiojod-Therapie ist ein nuklearmedizinisches Therapieverfahren zur Behandlung von autonomen Stoffwechselarealen in der Schilddrüse, des Morbus Basedow, einer Schilddrüsenvergrößerung und bestimmter Formen des Schilddrüsenkrebses. Bei der Radiojod-Therapie wird eine winzige Menge von radioaktivem Jod in Form einer Tablettenkapsel oral verabreicht. Welche Strahlendosis zur Therapie erforderlich ist, richtet sich nach der zu behandelnden Erkrankung. Das radioaktive Jod findet seinen Weg quasi „automatisch“, denn es wird im Körper nur von den Zellen aufgenommen, die Schilddrüsenhormone produzieren.</span></i></p><p><i><span>Durch die entsprechende Dosierung der Radioaktivität bleiben die gesunden Zellen mehr oder weniger unbeeinträchtigt zurück. In den Schilddrüsenzellen angekommen, gibt das radioaktive Jod Beta-Strahlen ab. Diese bewirken in den Schilddrüsenzellen Schäden, die zum programmierten Zelltod führen. Dadurch kann Schilddrüsengewebe zerstört und dieser Effekt auch zur Behandlung oben genannter Erkrankungen eingesetzt werden. Radioaktives Jod kann außerdem zur Zerstörung von Schilddrüsenkrebszellen eingesetzt werden.</span></i></p><p><i><span>Voraussetzung ist, dass die Krebszellen am Jodstoffwechsel teilnehmen. Das trifft in der Regel nur auf sogenannte differenzierte Karzinome zu. Auch als Adjuvanz nach Operation von Schilddrüsenkrebs ist die Radiojod-Therapie ein essentieller Baustein in der Therapie. Ob eine Radiojod-Therapie oder besser eine Operation infrage kommt, ist in jedem individuellen Fall gemeinsam mit dem Patienten zu entscheiden.</span></i></p><h3><i><span><strong>Wann muss bzw. sollte operiert werden?</strong></span></i></h3><p><i><span><strong>Henne:</strong></span></i><span> </span><i><span>Operationen an der Schilddrüse werden zum Beispiel durchgeführt, wenn sogenannte kalte Knoten in der Schilddrüse entdeckt wurden, die auf Schilddrüsenkrebs hindeuten oder ein Risiko bergen, bösartig zu sein oder zu werden. Wir Chirurgen entfernen dann entweder nur einen Lappen oder die gesamte Schilddrüse, je nach Größe, Lokalisation und feingeweblichem Befund des Knotens.</span></i></p><p><i><span>Auch eine Vergrößerung der Schilddrüse, eine sogenannte Struma, kann eine Operation bedingen, wenn das Gewebe andere Organe einengt und dadurch das Schlucken oder Atmen behindert. Zudem lässt sich in manchen Fällen eine Überfunktion nicht durch Medikamente eindämmen und es kommt zu Entgleisungen des Stoffwechsels. Aus solchen lebensbedrohlichen Situationen kann nur noch eine Schilddrüsen-Operation herausführen. Es gibt aber auch Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Morbus Basedow, bei dem, wenn keine medikamentöse Kontrolle zu erreichen ist, die Operation eine gute Behandlungsmöglichkeit darstellt.</span></i></p><h3><i><span><strong>Wie läuft die Operation ab?</strong></span></i></h3><p style="margin-left:0cm;"><i><span><strong>Henne:</strong></span></i><span> </span><i><span>Die Patientinnen und Patienten befinden sich in Vollnarkose. Nach Desinfektion des OP-Gebiets wird dies mit sterilen Tüchern abgedeckt. Dann erfolgt der quer verlaufende Hautschnitt vorne am Hals. Unter Kontrolle der Funktion des Stimmbandnervens (Neuromonitoring) wird die Schilddrüse dargestellt und ihre am oberen und unteren Pol des Organs einmündenden Gefäße unterbunden bevor sie entfernt wird. Hierbei arbeiten wir mit Lupenbrillen. Die Nebenschilddrüsen werden erhalten, sie sind am Kalziumstoffwechsel beteiligt und unabhängig von der Schilddrüse und ihren Hormonen. Nach Kontrolle der Bluttrockenheit wird die Wunde schichtweise verschlossen, die Haut wird mit Fäden vernäht, die sich auflösen, so dass kein Fadenzug notwendig ist und ein kosmetisch gutes Ergebnis erzielt werden kann.</span></i></p><h3><i><span><strong>Wie ist die Rezidiv-Rate nach Operation?</strong></span></i></h3><p><i><span><strong>Henne:</strong></span></i><span> </span><i><span>Das ist so pauschal nicht zu beantworten, da die sogenannte Rückfallquote abhängig ist von der Grunderkrankung und der Operationsmethode. Bei gutartigen Knoten liegt die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs im verbleibenden Gewebe nach fünf Jahren bei fünf bis zehn Prozent. Bei Schilddrüsenkrebs und optimaler Nachbehandlung ist das Risiko deutlich geringer. Bei Zweit-Operation an einer Schilddrüse benötigen Chirurgen viel Erfahrung und ein weitreichendes Können. Diese Eingriffe sind beispielsweise dann erforderlich, wenn erneut suspekte Knoten in dem Schilddrüsengewebe auftreten, das bei einer früheren Operation im Körper belassen wurde. Verwachsungen und Vernarbungen erschweren in solchen Fällen oftmals erheblich, die empfindlichen Strukturen in dieser Region zu identifizieren und zu schonen, weshalb das Risiko für Komplikationen höher ausfällt. Durch unsere umfassende Expertise können wir die Risiken jedoch auf ein Minimum herabsetzen.</span></i></p><h3><i><span><strong>Wie sieht die Nachsorge aus?</strong></span></i></h3><p><i><span><strong>Henne:</strong></span></i><span> </span><i><span>Unsere Patienten gehen stets mit einem konkreten Behandlungsplan, den wir noch während des Aufenthalts organisieren, nach Hause. Sollte eine Hormonsubstitution notwendig sein, weil wir die gesamte Schilddrüse oder sehr große Teile entfernt haben, dann halten wir unsere Empfehlung für den zuweisenden Hausarzt oder Endokrinologen in einem Arztbrief fest. Sobald das Ergebnis der Gewebeuntersuchung in unserer Pathologie vorliegt, besprechen wir die Befunde mit unseren Patienten. Falls sich Krebszellen gezeigt haben, empfehlen wir unter Umständen eine sich anschließende Radiojod-Therapie, bei der wir eng mit Nuklearmediziner zusammenarbeiten.</span></i></p><p>&nbsp;</p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2914/bca9e35b-040d-452a-a056-40f0fde352dd/1920_260515_weltschilddruesentag.jpg?10000"><p><i><span>Sven Henne ist ein Experte in Sachen Schilddrüse und seit Juli 2025 in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Rummelsberg tätig.</span></i></p><p><a href="https://www.sana.de/newsroom/asset/bca9e35b-040d-452a-a056-40f0fde352dd/260515_weltschilddruesentag/" target="_blank"><i><span>Download und Copyright</span></i></a></p><p><strong>Über das Krankenhaus Rummelsberg</strong></p><p><span>Das Krankenhaus Rummelsberg, in der Trägerschaft der Sana Kliniken AG, verfügt über 350 Betten und ist südöstlich von Nürnberg gelegen. Das Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen-Nürnberg ist in den Fachbereichen Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Neurologie, Innere Medizin und Geriatrische Rehabilitation weit über die Grenzen der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen hinaus bekannt und spezialisiert. Medizinische und pflegerische Fachkompetenz prägen die Arbeit im Krankenhaus Rummelsberg. Rund 13.500 stationäre und 23.000 ambulante Patienten werden hier jährlich versorgt. Zwischen 2023 und 2027 wird das bisherige Wichernhaus durch ein hochmodernes Klinikgebäude ersetzt. Die Baumaßnahme in Höhe von 140 Millionen Euro wird teilweise durch den Freistaat Bayern gefördert. Mehr Informationen unter </span><a href="http://www.krankenhaus-rummelsberg.de"><span>www.krankenhaus-rummelsberg.de</span></a><span>.</span></p><p><a href="https://www.sana.de/newsroom/ueber-die-sana-kliniken-ag/" target="_blank"><strong>Über die Sana Kliniken AG</strong></a></p>]]></description><category><![CDATA[PM,Rummelsberg,newsroom,schilddruese,Radiojod,Radiojodtherapie,Radiojod-Therapie,Knoten,Schilddrüsenknoten,Allgemein- und Viszeralchirurgie,viszeralchirurgie,Bauchchirurgie,Weltschilddrüsentag,Chefarzt Sven Henne]]></category>
            <pubDate>Fri, 15 May 2026 11:17:54 +0200</pubDate>
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