Offenbach

Erfahrene Ärzte im Einsatz mit dem Rettungshubschrauber „Christoph Mittelhessen“ der Johanniter-Unfall-Hilfe Sana Klinikum Offenbach – medizinische Kompetenz auch in der Luft

Etwa drei- und bis in den Spitzenzeiten sechsmal heben sie in einer Schicht ab – die fliegenden Notärzte des Sana Klinikums Offenbach. Seit April 2020 unterstützt das Klinikum die Johanniter-Unfallhilfe e.V. am Standort des Luftrettungszentrums in Reichelsheim in der Wetterau. Dr. med. Tino Bastiani (DESA) ist leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie und ärztlicher Leiter des Luftrettungszentrums (Christoph Mittelhessen) in Reichelsheim. Er und sein erfahrenes Ärzteteam sind immer samstags von 9 Uhr morgens bis 21:00 Uhr im Einsatz. Der 44-jährige Bastiani ist erst seit April am Sana Klinikum, fliegt aber selbst schon seit 2010 in den Intensivtransporthubschraubern (ITH) der Johanniter Luftrettung und weiß: „Die Einsätze sind für Mediziner zwar oft sehr herausfordernd, bieten vielen Ärztinnen und Ärzten aber auch neue Perspektiven und zusätzliche Erfahrungen und werden in der Regel sehr gerne übernommen. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir jetzt auch als Sana-Team in die Luft gehen und unseren Kolleginnen und Kollegen diese Möglichkeit anbieten können.“

„Nicht erst seit der Corona-Pandemie haben wir einen besonderen Schwerpunkt im Lufttransport infektiöser Patienten“, erklärt Oliver Meermann, Landesvorstand im Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. und Geschäftsführer der Johanniter Luftrettung, die besondere Ausrichtung des Standortes. „Infektiöse Patienten sicher zu transportieren, stellt alle Beteiligten vor zusätzliche Herausforderungen. Die Johanniter Luftrettung hat sich frühzeitig darauf spezialisiert und setzt bereits seit 2013 als erste Organisation auf Rettungs- und Intensivtransporthubschraubern das Infektions-Transportsystem IsoArk ein – ein modernes und erprobtes Unterdruckmodell mit höchster Sicherheitsstufe. Wir sind damit Vorreiter für die Durchführung von luftgebundenen Infektionstransporten.“ Alle teilnehmenden Notärztinnen und Notärzte müssen für eine sichere Anwendung dieses Systems regelmäßige Schulungen absolvieren. Diese Erfahrungen zusammen mit der umfangreichen Kompetenz der Sana-Experten wurden in den letzten Wochen häufig abgerufen.

Fast täglich landen auf der weithin sichtbaren runden Plattform auf dem Hauptgebäude des Offenbacher Sana Klinikums Rettungshubschrauber mit Notfallpatienten, die wegen schwerer Erkrankungen oder Verletzungen schnelle Hilfe benötigen und immer von einem Notarzt begleitet werden. „Als Teil des überregionalen Traumazentrums Hessen Süd sowie als Cardiac Arrest Centrum Offenbach („CARO“) versorgt unsere Klinik regelmäßig lebensgefährlich verletzte, schwer erkrankte und infektiöse Patienten auf höchstem medizinischen Niveau sowohl in der Akutversorgung als auch im weiteren Behandlungsverlauf, die per Helikopter eingeliefert werden“, erläutert der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie Privatdozent Dr. med. Haitham Mutlak. „Die Einsätze auf dem Intensivtransporthubschrauber Christoph Mittelhessen runden unsere Arbeit sehr gut ab.“

 

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist durch das Regierungspräsidium Gießen in Vertretung des Landes Hessen als Träger der Luftrettung in die Luftrettung Hessen eingebunden und mit der Durchführung von Einsätzen im Rahmen der Notfallversorgung in Hessen und ganz Deutschland beauftragt. Die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Sana Klinikums Offenbach setzt auf dem Hubschrauber nur erfahrende Notärztinnen und Notärzte ein, die bereits jahrelange Erfahrung in der Versorgung kritisch kranker Notfallpatienten als bodengebundene Notärzte gesammelt haben. Alle Notärztinnen und Notärzte verfügen über die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin, haben ihre intensivmedizinisch Rotation abgeschlossen und besitzen das Zertifikat „Intensivtransport der Deutschen Gesellschaft für interdisziplinäre Intensivmedizin und Notfallmedizin (DIVI Kurs)“.

„Als weitere Zusatzqualifikationen erwarten wir von den fliegenden Notärztinnen und Notärzten die Teilnahme an einem standardisierten Traumakurs (PHTLS©/ITLS© oder ETC©), an einem standardisierten Kurs zur Versorgung von Kindernotfällen (EPLS© oder PALS©) sowie die Teilnahme an einem Kurs für invasive Notfalltechniken (z.B INTECH-Seminar© Seminar Heidelberg). Teile dieser Ausbildungsinhalte möchten wir im Rahmen eines Ausbildungskonzeptes auch im Sana Klinikum Offenbach etablieren, um weitere Kolleginnen und Kollegen für die Arbeit auf dem Hubschrauber vorzubereiten“, erläutert Bastiani.

Voraussetzungen zur Beteiligung bei den Luftrettungseinsätzen sind aber auch eine uneingeschränkte körperliche Flugtauglichkeit und – ganz unabhängig von der aktuellen Corona-Thematik – die betriebsärztliche Bescheinigung über Freiheit von Infektionskrankheiten im Sinne des Infektionsschutzgesetzes.

Anne Stach
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