02.09.2015, Pinneberg

Regio Klinik plant Umstellung der Blutversorgung der Krankenhäuser

Blutbedarf der Regio Klinik sinkt durch schonende OP-Methoden

Der Bedarf nach Blutprodukten in den Krankenhäusern der Regio Klinik sinkt durch die Etablierung schonender Operationstechniken. Daher soll der hauseigene Spendedienst zum 30. September eingestellt werden. Die Versorgung der Krankenhäuser mit Blutprodukten wird durch den bisherigen Kooperationspartner Zentralinstitut für Transfusionsmedizin GmbH (ZIT) in Hamburg sichergestellt.

Seit mehr als 40 Jahren betreibt die Regio Klinik in Pinneberg einen eigenen Blutspendedienst - seit 2001 auf Grund gestiegener behördlicher Auflagen in Kooperation mit dem Zentralinstitut für Transfusionsmedizin (ZIT)  in Hamburg. Die Abteilung war seinerzeit eingerichtet worden, um die Versorgung der Kliniken im Kreis Pinneberg mit Blutkonserven und Blutprodukten sicherzustellen. Zu einer Zeit also, in der auch für kleinere Eingriffe eine vergleichsweise hohe Zahl an Blutkonserven vorgehalten werden musste. Dank des Einsatzes moderner Technik in den drei Krankenhäusern der Regio Klinik können selbst komplizierte Eingriff heute ohne größere Blutverluste durchgeführt werden.

Dr. Ousman Doh, einer der drei Ärztlichen Direktoren der Regio Klinik und Chefarzt für Urologie nennt ein Beispiel für die neuen Verfahren aus seinem Bereich. „Dank unseres modernen Lasersystems können wir beispielsweise bestimmte gutartige Prostatavergrößerungen ganz ohne den Einsatz von Blutkonserven behandeln. Noch vor fünf Jahren wäre dafür ein großer Bauchschnitt notwendig gewesen oder man hätte wegen des Risikos eines hohen Blutverlustes auf einen Eingriff verzichtet.“

Anästhesie-Chefarzt PD Dr. Ernst-Peter Horn  ist der Transfusions-verantwortliche der Regio Kliniken, und er kann die Aussagen von Dr. Doh auch für die Entwicklung in anderen Fachabteilungen anhand von Zahlen belegen: „Für eine große Darm-OP oder komplexe Wirbelsäulenbehandlung brauchten wir vor wenigen Jahren noch ca. 2-3 Blutkonserven. Heute wird bei den meisten dieser Eingriffe gar kein Blut mehr gebraucht. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll und völlig ausreichend, das Blut von spezialisierten Anbietern in der Region zu beziehen. Ein eigener Blutspendedienst ist nicht mehr notwendig.“

„Da wir inzwischen 80 Prozent aller elektiven Operationen minimalinvasiv durchführen, ist der Bedarf an Blutkonserven stark zurückgegangen. Auch bei großen Tumoroperationen bis hin zur Bauchspeicheldrüsen-Operation ist die Gabe von Blutkonserven nur noch in Ausnahmefällen notwendig. Von dieser Entwicklung profitieren daher die Patienten deutlich,“ bestätigt auch der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Dr. Ulf Nahrstedt.

Der Blutspendedienst gehört zur Klinik für Anästhesie. Die Mitarbeiterinnen des Dienstes sollen andere Aufgaben in der Regio Klinik übernehmen. Die Stammspender werden per Brief über die Entscheidung informiert.

„Wir danken den vielen Menschen, die uns als Blutspender seit Jahren die Treue gehalten habe“, sagt der zuständige Geschäftsführer Philipp Schlösser und bittet, dass diese Menschen sich auch weiterhin als Blutspender zur Verfügung stellen. Denn, so Schlösser weiter, Blut werde trotz aller Fortschritte in der OP-Technik auch weiterhin gebraucht. „Allerdings ist es sinnvoll, die Versorgung und die Spendetermine über große spezialisierte Blutspendedienste zu organisieren“, so der Geschäftsführer.

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