Radevormwald

Nicht nur ältere Menschen leiden unter ungewolltem Verlust von Harn oder Stuhl. Medizin und Pflege können Betroffenen oft helfen. Inkontinenz ist oft immer noch ein Tabu

Inkontinenz ist auch in Deutschland ein weit verbreitetes gesundheitliches Problem. Nach aktuellen Zahlen sind fast zehn Millionen Menschen hierzulande betroffen. Rund 25 Prozent aller Frauen begegnet das Problem im Laufe ihres Lebens, bei den Männern sind es mit rund 11 Prozent deutlich weniger. Ältere Menschen sind zudem häufiger betroffen als jüngere. Und obwohl manch eine Werbung inzwischen etwas Anderes suggeriert, ist Harn- oder Stuhlinkontinenz für Betroffene immer noch unangenehm und gesellschaftlich eher ein Tabuthema. „Dabei sollte man der Inkontinenz aus verschiedenen Gründen Beachtung schenken“, sagt Dursun Arslan, Chefarzt der Abteilung für Akutgeriatrie und Frührehabilitation, anlässlich des Internationalen Inkontinenztages am 30. Juni. „Neben dem unangenehmen ungewollten Verlust von Harn oder Stuhl können nämlich insbesondere im Alter gesundheitliche Begleiterscheinungen auftreten, die nicht zu unterschätzen sind.“ Insbesondere bei Frauen käme es durch Inkontinenz oft zu Keimkontaminationen und entsprechenden Folgebeschwerden. Eine gute Intimhygiene sei hier vorbeugend sehr wichtig, außerdem käme Raum- und Wäschehygiene, beispielsweise durch häufigere Wechsel der Bettwäsche, eine zunehmende Bedeutung zu. „Darüber hinaus ist es aber auch wichtig, Inkontinenz medizinisch zu begleiten und den Ursachen auf den Grund zu gehen.“
Dazu arbeitet das Sana Krankenhaus Radevormwald mit spezialisierten Kliniken der Region zusammen und verweist Betroffene zum Beispiel auf Inkontinenz- und Beckenbodenzentren wie im Sana-Klinikum Remscheid. Hier wird in Zusammenarbeit vieler Experten die Ursache erforscht und eine individuelle Therapie festgelegt, die vom Beckenbodentraining zur Stärkung des Körpergefühls über medikamentöse Behandlung bis hin zu verschiedensten operativen Eingriffen reicht.
Pflegedirektorin Roswitha Gross kennt bei den Patientinnen und Patienten vor allem das Problem der Scham. „Unsere Pflegekräfte sind auch auf inkontinente Menschen sehr gut vorbereitet, wissen pflegerisch und hygienisch damit umzugehen und können für den alltäglichen Umgang mit der Erkrankung beraten. Nur werden sie oft gar nicht erst zu Rate gezogen, weil es den Patientinnen und Patienten unangenehm ist, darüber zu reden. Oder sie es im Alter schlichtweg für ‚normal‘ halten, inkontinent zu sein.“ Umso mehr rät sie Betroffenen dazu, sich anzuvertrauen und Hilfe zu suchen. Soziale Isolation und Einschränkung der Lebensqualität müssen nämlich auch bei Inkontinenz nicht sein.

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