Radevormwald

Moderne Schmerztherapie kann im Sana Krankenhaus von Patientinnen und Patienten selbst dosiert werden. Das funktioniert auch in der älteren Generation gut und jetzt in der „dunklen Jahreszeit“ mit bevorzugt geplanten Endoprothik-Operationen. Sana ist dem Schmerz voraus

Angst vor Schmerzen löst bei vielen Menschen ein ungutes Gefühl vor anstehenden Arztbesuchen aus. Das Spektrum reicht dabei von der „einfachen" Spritze bis hin zu den Folgen einer schweren Operation. Gerade hier sind die Schmerzexperten in Krankenhäusern besonders gefragt. Das Sana Krankenhaus Radevormwald verfügt in der Abteilung Anästhesie mit Dr. Martina Palz-Heinz und der leitenden Oberärztin Ngo Thuy Giang Dinh über zwei Fachärztinnen für spezielle Schmerztherapie. „Aktuell werden mehrere Pflegekräfte bei der deutschen Schmerzgesellschaft in Köln zu Pain-Nurses weitergebildet", sagt Dr. Rheinhold Hikl, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Anästhesie am Sana-Krankenhaus Radevormwald.

„Einen absolut schmerzfreien Aufenthalt im Krankenhaus wird es nicht geben", so der Chefarzt weiter. „Aber unser Ziel ist es, weitgehend schmerzarm zu arbeiten." Gerade bei orthopädischen Eingriffen, die in Radevormwald vergleichsweise häufig stattfinden, aber auch im allgemeinchirurgischen Bereich sind Schmerzen nach der Operation an der Tagesordnung. Um hier keine wertvolle Zeit in der Schmerztherapie zu verlieren, werden seit 2018 sogenannte Schmerzpumpen (PCA – Patient-controlled analgesia) eingesetzt, mit denen Patientinnen und Patienten bei Bedarf selbst das jeweilige Schmerzmittel nachdosieren können. „Wir stellen diese PCA jeweils individuell ein und eine automatische Sperre verhindert die Überdosierung", erklärt Oberärztin Ngo Thuy Giang Dinh. „Mit dieser Methode müssen unsere Patientinnen und Patienten nicht mehr erst den Alarmknopf drücken und auf Pflegekräfte oder ärztliches Personal warten, die dann das entsprechende Schmerzmedikament verabreichen. So laufen wir dem Schmerz nicht mehr hinterher, sondern bekämpfen ihn, noch bevor er sich verstärken kann." Und genau das ist ein wesentlicher Vorteil sowohl für den Heilungsprozess wie auch für den Beginn einer möglichen Rehabilitation. Denn Schmerz belastet den Körper zusätzlich, zum Beispiel in Form von erhöhtem Blutdruck und steigender Herzfrequenz bis hin zur Chronifizierung oder in extremen Fällen der Gefahr von schmerzbedingtem Herzinfarkt. „Außerdem steigt durch den höheren Blutdruck die Wahrscheinlichkeit von Nachblutungen", sagt Oberärztin Dinh. „Mit der PCA fühlen sich die bei uns behandelten Personen nicht mehr so hilflos und entwickeln in ihrer Therapie eine höhere Zufriedenheit, was den Heilungsprozess zusätzlich fördert."

Für die PCA gibt es zwei mögliche Verfahren. Das eine nutzt den intravenösen Zugang (IV-Zugang/„Viggo"), der ohnehin für die Operation gelegt wird, und wirkt auf die Schmerzrezeptoren im Gehirn (PCIA). Diese Schmerzpumpen werden im Sana Krankenhaus Radevormwald bis zu acht Mal pro Woche eingesetzt und können je nach Operation nach ein bis drei Tagen wieder entfernt werden. Im anderen Verfahren wird ein gesonderter Schmerzkatheter (PCRA) gelegt, der die betroffene Körperregion regional betäubt. Für die Schulter beispielsweise wird diese örtliche Betäubung über den Hals angelegt, für das Knie über die Leiste. Etwa viermal pro Woche kommen diese Schmerzkatheter derzeit zum Einsatz, sie können in der Regel nach zirka drei Tagen wieder entfernt werden. „Auch mit unseren älteren Patientinnen und Patienten haben wir mit diesen selbst gesteuerten Schmerzpumpen sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt Dr. Reinhold Hikl. „Wer in der Lage ist, einen Alarmknopf zu drücken, kann auch die Schmerzpumpe selbstständig betätigen." Darüber hinaus wird die Schmerztherapie durch weitere Maßnahmen während der Operation unterstützt wie Wärmetherapie im OP-Saal oder Medikation gegen Übelkeit, die dann auch auf der Station gegebenenfalls vor der ersten Mahlzeit noch mal wiederholt wird.

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Stefan Mülders
Pressesprecher

Sana-Klinikum Remscheid
Sana Krankenhaus Radevormwald
Sana Fabricius-Klinik Remscheid

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