Sana vor 15 Jahren

Negative Rekordwerte

Im Herbst 2008 geht eine Schockwelle um die Welt. Losgetreten von fragwürdigen Spekulationsgeschäften mit amerikanischen Hauskrediten fegt die schlimmste Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 30ern über den Globus hinweg. Die Aktienkurse rauschen in den Keller, große Banken melden Milliardenverluste oder gleich Insolvenz an, die Hiobsbotschaften von den Finanzmärkten überschlagen sich. Rasch erfasst die Krise auch die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft: Das Bruttoinlandsprodukt sinkt 2008 von 2,5 Prozent im Vorjahr auf nur noch 1,3 Prozent. Ein Jahr später erreicht das deutsche Wirtschaftswachstum mit minus 5,0 Prozent gar einen negativen Rekordwert. Die noch vor Kurzem positive Arbeitsmarktentwicklung stoppt abrupt, ebenso der Verschuldungsrückgang der öffentlichen Haushalte. Stattdessen treiben nun die steuerfinanzierten Rettungspakte für den Bankensektor und weitere staatliche Stützungsmaßnahmen die Schulden der öffentlichen Haushalte in die Höhe.

Weniger Geld für Krankenhäuser
Seit Anfang der 1990er Jahre sind die öffentlichen Mittel für Krankenhausinvestitionen permanent gesunken. Inzwischen sind sie wieder leicht gestiegen, stagnieren aber auf relativ niedrigem Niveau (in Milliarden Euro).

Auch für viele deutsche Krankenhäuser sind das schlechte Nachrichten. Noch wenige Jahre zuvor waren die Kassen der öffentlichen Haushalte zum Teil recht gut gefüllt, und die Kommunen konnten relativ viel Geld in ihre Kliniken investieren. Nun aber ist diese sprudelnde Finanzquelle versiegt und ein Investitionsstau in Milliardenhöhe auf die nächsten Jahre absehbar. Die Finanzkrise setzt viele Kommunen wieder stark unter Druck - und beschleunigt auf diese Weise den Trend zur Privatisierung.

EIN PLUS FÜR ALLE

Sana nutzt diese Chancen, um seinen Wachstumskurs fortzusetzen. Im Krisenjahr 2008 erreicht das Unternehmen seine erste Umsatzmilliarde. Auch für die Mitarbeiter im Sana Konzern verändern sich die Gegebenheiten. Im November 2008 schließt Sana mit dem Marburger Bund den ersten Konzerntarifvertrag in seiner Firmengeschichte ab - ein 40 Seiten dickes Vertragswerk, dem monatelange Verhandlungen vorausgegangen waren. Wenige Wochen später folgt die Unterzeichnung der Tarifverträge mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Die neuen Vergütungsregelungen gelten für die Beschäftigtengruppen im Osten und Westen gleichermaßen und sollen Transparenz und Chancengleichheit schaffen. Außerdem kommen die Mitarbeiter in den Genuss von innovativen Zusatzleistungen, zum Beispiel finanzielle Zuschüsse zur Kinderbetreuung.

Die Umsetzung der Tarifverträge kostet Sana viel Geld. Dennoch wird sich die attraktive Vergütung der Mitarbeiter auf Dauer auszahlen. Der Arbeitsalltag in Krankenhäusern wird immer anspruchsvoller  - und der Wettbewerb um qualifizierte und motivierte Mitarbeiter immer größer. Angesichts dieser Entwicklung will Sana als erstklassiger Arbeitgeber an Profil gewinnen - ein Thema, das auch in den nächsten Dekaden ganz oben auf der Agenda stehen wird.

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