40 Jahre Sana

Medizin mit Zukunft

Was ist eigentlich Medizinstrategie und was sind medizinstrategisch die nächsten Schritte des Sana Verbunds? Ein Gespräch mit Dr. Gebhard von Cossel, Leiter Unternehmensstrategie Medizin.

UNTERNEHMENSSTRATEGIE MEDIZIN, HERR DR. VON COSSEL, DAS HÖRT SICH SEHR SPANNEND AN. WAS HABEN WIR DENN DARUNTER ZU VERSTEHEN?

Dr. Gebhard von Cossel: Zunächst ist mir wichtig festzuhalten, dass die Strategie für Medizin nie getrennt von der Strategie für die Pflege betrachtet werden kann. Gemeinsam werden wir die weiteren Schritte eng verzahnt entwickeln - flankiert durch das Qualitätsmanagement, das klinische Risikomanagement und die Hygiene, da wir uns auch bei strategischen Überlegungen im Höchstmaß ,der Qualität verpflichtet sehen. Ich für meinen Bereich kann sagen, dass Strategie natürlich zum einen die zielgerichtete Weiterentwicklung und Ergänzung der medizinischen Versorgung beinhaltet. Sprich, welche Medizin bieten wir in der Zukunft an welchem Standort an, und in welchen Bereichen setzen wir regional oder sogar Sana-übergreifend Schwerpunkte. Gute Medizin wird vor allem aber von den vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort erbracht. Unser Job ist die Begleitung und Unterstützung der lokalen Arbeit.

« Die Medizinstrategie beinhaltet die zielgerichtete Weiterentwicklung und Ergänzung der medizinischen Versorgung. »
Dr. Gebhard von Cossel, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Rettungsmedizin und MBA Health Care Management

AUCH IN DER MEDIZIN KOMMT DIE DEMOGRAFISCHE ENTWICKLUNG STARK ZUM TRAGEN. WIE SIEHT UNSERE AUSRICHTUNG HIER AUS?

Dr. von Cossel: Wir werden es einerseits immer mehr mit hochbetagten und eingeschränkten Patienten zu tun haben, andererseits bleiben die Menschen auch länger fit und aktiv. Zudem wird die Spezialisierung der Medizin weiter voranschreiten. Zentrale Aufgabe wird daher die Vernetzung dieses Spezialwissens sein, um dem Patienten mit seinen komplexen Krankheitsbildern gerecht zu werden. Hier geht es vor allem um Interdisziplinarität und Interprofessionalität. Dies lässt sich gut an der Behandlung von Tumorerkrankungen verdeutlichen, wo schon heute eine Vielzahl von ärztlichen und anderen Spezialisten interdisziplinär die Erkrankung des Patienten erörtern und die Therapie gezielt gemeinsam festlegen - natürlich ist auch hier wieder die Pflege wichtiger Baustein einer erfolgreichen Behandlung. Gleichzeitig geht es aber natürlich auch um die Sicherstellung einer hochwertigen Versorgung im ländlichen Raum.

NUN GIBT ES BEI SANA JA BEREITS SEIT ETWA ZWEI JAHREN DIE MEDIZINISCHEN FACHGRUPPEN. WERDEN SOLCHE FRAGEN DORT DISKUTIERT?

Dr. von Cossel: Ja, mit den medizinischen Fachgruppen haben wir inzwischen für nahezu alle Fachgebiete ein Expertengremium, das uns hilft, als Krankenversorger noch zielgerichteter zu entscheiden. Hier treffen sich die leitenden Ärzte aus dem gesamten Sana Verbund, um Standards, wo sie sinnvoll sind, zu erarbeiten und zu beschließen. Zudem werden Versorgungskonzepte mit Vorbildcharakter vorgestellt, um auch an anderen Klinikstandorten davon lernen zu können. Diese Treffen sind sehr konstruktiv und festigen den Sana Verbund durch einen institutionalisierten Informations- und Meinungsaustausch. So möchten wir durch Bündelung des medizinischen Expertenwissens den erfolgreichen Weg der letzten Jahre fortsetzen.

UND WIE SIEHT DIE SITUATION IN DER MEDIZINISCHEN AUSBILDUNG AUS?

Dr. von Cossel: Der Sana Verbund bietet bereits viele Chancen für den medizinischen Nachwuchs. Wir können zum Beispiel jungen Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung ermöglichen, in unterschiedlichen Krankenhäusern ihre Facharztausbildung zu machen und sich so gezielt im Sinne eines modularen Aufbaus der Ausbildung weiterzuqualifizieren. Aber auch hier besteht noch Handlungsbedarf.

VIELEN DANK FÜR DAS GESPRÄCH.