SANA KLINIKUM REMSCHEID

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Martina Matthies ist Pflegekraft mit Leib und Seele. Die Stationsleiterin am Sana Klinikum Remscheid kennt ihren Arbeitsplatz so gut wie niemand sonst, denn sie ist auf dem Gelände aufgewachsen – und hat es seit 49 Jahren nicht verlassen.

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Ein Leben lang auf dem Klinikgelände

Wenn Martina Matthies von „ihrem Wohnzimmer“ spricht, erzählt sie nicht von der bequemen Couchgarnitur, der Schrankwand oder dem großen Flachbildfernseher. Ihr Wohnzimmer, das ist ein Ort des Helfens und Heilens, ein Raum, in dem Menschen im Mittelpunkt stehen. „Das Krankenhaus ist mein Wohnzimmer“, sagt die 50-Jährige, die 49 Jahre ihres Lebens auf dem Klinikgelände verbracht hat und nicht daran denkt, das jemals zu ändern.

KLINIKGELÄNDE IST EIN RIESIGER ABENTEUERSPIELPLATZ

Die kleine Martina war gerade ein Jahr alt, als sie mit ihren Eltern in das Personalhaus an der Burger Straße zog. Mutter Inge hatte eine Stelle in der Wäscherei angenommen, Vater Arnold arbeitete als Gärtner für die „Krankenanstalten der Stadt Remscheid“, wie die Klinik damals hieß.  „Das Krankenhaus am Rande der Stadt, wie es die Bürger nannten, war eine Insel. Ein riesiger Spielplatz eingebettet in einen gigantischen Park“, erinnert sich Matthies. Autos gab es nicht, nur Elektrofahrzeuge. So konnten die 27 Kinder, die auf dem Gelände wohnten, wunderbar toben und eine Welt entdecken, die für sie spannender nicht sein konnte. Der Reiz dieses Ortes blieb auch den Kindern in der Stadt nicht lange verborgen. So kamen sie, um zu spielen – die Arbeiterkinder mit den Kindern der Chefärzte. „Das war eine richtige Rasselbande. Wir haben zusammengehalten wie Pech und Schwefel. Und natürlich haben wir Unsinn gemacht.“

An eine Begebenheit erinnert sich Matthies noch ganz genau: „Auf dem Gelände gab es einen Meerschweinchen-Stall mit Glasscheibe zum Durchschauen. Manchmal haben  wir die Meerschweinchen heimlich rausgeholt, um sie zu streicheln. Als wir sie zurück in den Stall legten, wussten wir nicht mehr, ob wir ein Männchen oder Weibchen genommen hatten und in welche Hälfte des Stalls wir das Tier zurücklegen mussten. Später wunderten sich alle, warum die Weibchen so viele Junge bekamen.“

DIE BESTE FLEISCHWURST MACHTE DER KLINIK-METZGER PERSÖNLICH

Heute wäre Tierhaltung auf einem Klinikgelände undenkbar – damals war sie selbstverständlich. So wurden in der Parkanlage am Rande der Stadt Schweine gehalten, gemästet und geschlachtet. Der Metzger befand sich direkt nebenan, unweit des Bettenhauses. „Den Geschmack der Fleischwurst, wie ich sie als Kind gegessen habe, habe ich nie wieder gefunden“, sagt Matthies.

Auf dem Gelände kannte Martina Matthies jeden Winkel und jedes noch so geheime Versteck. Und auch in der Klinik fühlte sich das Mädchen zuhause. Schließlich war sie von klein auf mit Schwestern und Ärzten aufgewachsen. „Schon als ich ein Jahr alt war, wurde ich von Arm zu Arm gereicht. Die Kollegen meiner Eltern waren wie eine große Familie.“ Und in einer Familie hilft man sich. So auch, als Oberin Berlin alles stehen und liegen ließ, um der kleinen Martina beim Suchen zu helfen, als ihr Meerschweinchen entlaufen war.

VON DEN SCHWESTERN UMSORGT UND SELBST PFLEGEKRAFT GEWORDEN

So gingen die Jahre ins Land, in denen Martina Matthies eine unbeschwerte Kindheit auf dem Klinikgelände erlebte – an einem Ort, an den die Menschen üblicherweise kommen, um eine Krankheit zu kurierten, nicht aber, um Abenteuer zu erleben. Die Schulzeit neigte sich dem gen Ende, die Berufswahl rückte näher. Und für Mattheis war klar, dass sie das Krankenhaus, das sie 17 Jahre lang kennengelernt hatte, nicht mehr verlassen mochte. Sie begann eine Ausbildung zur Krankenschwester, die sie 1986 abschloss – natürlich am Klinikum Remscheid. Im selben Jahr ging ihr Vater Arnold in den Ruhestand, nachdem er 20 Jahre lang die Grünanlage gehegt und gepflegt hatte.

Heute arbeitet Martina Matthies als Stationsleitung auf der "BS3" im Sana Klinikum Remscheid. 

Und Matthies? Sie ist bis heute geblieben. Nach einer Weiterbildung zur Stationsleitung führt die 50-Jährige heute die „BS3“, eine interdisziplinäre Privat-Station am Sana Klinikum Remscheid und hat Personalverantwortung für 17 Kolleginnen und Kollegen. Von der Kinderpause abgesehen arbeitet Matthies nun seit 33 Jahren im Remscheider Krankenhaus, das seit 2001 zum Sana Verbund gehört. Und das soll so bleiben. „Ich habe nie überlegt, wo anders hinzugehen. Wir sind ein super Team und ich liebe meine Arbeit. Deshalb komme ich jeden Tag gerne in die Klinik – an den Ort, den ich vor 49 Jahren kennengelernt habe.“