Regio Klinikum Pinneberg

„Ich wollte mehr für meine Patienten wissen“

Anja Wejwoda berät als Onkologische Fachkrankenschwester Patienten nach einer Krebsdiagnose.

Anja Wejwoda hilft als Onkologische Fachkrankenschwester Krebspatienten und deren Angehörigen mit viel Empathie und besonderem Fachwissen.

Das Darmzentrum der Regio Kliniken in Pinneberg gehört zu einem der besten in Deutschland. Das liegt nicht nur an der hohen Qualifikation der Operateure sondern ist genauso auch der Verdienst der Pflege. In Ihrem jüngsten Auditbericht hoben die Prüfer der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) die Arbeit der Onkologischen Fachpflege hervor.

Das Lob galt in erster Linie der Arbeit von Anja Wejwoda. Die 42-Jährige ist unter anderem Onkologische Fachpflegerin. Onkologische Fachpfleger sind speziell für die Behandlung von Krebspatienten ausgebildete Pflegekräfte. Denn die onkologische Pflege geht weit über das hinaus, was in der Ausbildung gelehrt wird. In der Arbeit geht es darum, den speziellen Pflegebedarf zu erfassen, der sich aus einer Krebserkrankung und deren Behandlung ergibt. Dazu gehört es, Symptome und Nachwirkungen beispielsweise von Chemotherapien zu lindern oder auch die Angehörigen und andere Bezugspersonen von Patienten und die Patienten selber zu beraten und zu begleiten.

„Durch eine gute Kommunikation und eine professionelle Begleitung von Seiten der Pflege können wir den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen“, erzählt Anja Wejwoda. „Daher messen wir gerade einer empathischen Kommunikation einen hohen Stellenwert bei.“

Die Onkologischen Fachpflegekräfte wie Anja Wejwoda übernehmen auf den Stationen zudem die Funktion eines Multiplikators. Sie bieten Schulungen an und erarbeiten Konzepte. Darüber hinaus kommt Anja Wejwoda regelmäßig zu einer onkologischen Pflegevisite im Darmzentrum sowie in das Brustzentrum und das Gynäkologische Krebszentrum, um die Behandlung der Patienten zu besprechen. Auch die Begleitung Sterbender gehört zu den Aufgaben.  

BERUFSBEGLEITENDE WEITERBILDUNG DAUERT ZWEI JAHRE

Die Grundlagen für Ihre Arbeit legte Anja Wejwoda im Rahmen einer berufsbegleitenden Weiterbildung. Zwei Jahre lang drückte sie an der Universitären Weiterbildungsakademie neben ihrer eigentlichen Tätigkeit als Stationsleitung die Schulbank. In zehn Modulen erhielt sie das theoretische und praktische Rüstzeug, um Krebspatienten umfassend  zu beraten und zu betreuen.

Das war vor zwei Jahren. Mittlerweile hat sie eine Reihe von Maßnahmen und Konzepten umgesetzt. Ob es die regelmäßige Pflegevisite ist, das Screening um eine Mangelernährung zu erkennen oder die Erneuerung der Portstandards. „Ich wollte und will einfach mehr wissen, um meine Patienten optimal beraten und betreuen zu können“, erklärt Anja Wejwoda ihre Motivation für die Weiterbildung. Und die Arbeit bringe ihr auch Spaß. „Glücklich macht mich zudem, dass ihre Arbeit nicht nur von der Deutschen Krebsgesellschaft gewürdigt wird, sondern sie viel Zuspruch von ihren Kollegen erhalte. Für sie ist mit der Weiterbildung daher noch lange nicht Schluss. Als nächstes strebt sie den Master als Advanced Nursing Practice an. Ihre eigentliche Ausbildung zur Krankenschwester hatte die Krebsexpertin 1990 in Güstrow absolviert. Seit 2007 arbeitet Anja Wejwoda als Leiterin der Gynäkologischen Station am Regio Klinikum Pinneberg.